Was ist uns heute für morgen wichtig?

Veröffentlicht am 27.04.2009 in Ortsverein

v.l. Rainer Pasta, Pilgerführerin Leni (Angela Ramsauer), Johannes Faden und Helga Grömer - Pilgerstab mit VIA NOVA-Log

Europäischer Pilgerweg VIA NOVA – Die SPD und der spirituelle Weg ins 21. Jahrhundert
Geiselhöring: Vergangenen Mittwoch luden der Ortsverein Geiselhöring und der SPD-AK Labertal in der Alten Schule Haindling zum Themenabend ‚Europäischer Pilgerweg VIA NOVA’ ein. Der ‚Spiritueller Weg ins 21. Jahrhundert’ führt derzeit von St. Wolfgang (OÖ) nach Metten und wird dieses Jahr bis nach Bogenberg erweitert. Die Fortführung nach Pribram in Böhmen ist für nächstes Jahr geplant und auch durch das Labertal wäre eine Fortführung ins Altmühltal und nach Franken möglich. "In unserer Gegend ist eine Jahrhunderte alte Wallfahrtstradition erhalten geblieben und mit den Wallfahrtsorten Sossau, Antenring, Haindling und Aufhausen wäre eine Fortführung ins Labertal möglich. Eine Weiterführung am Oberlauf der Gr. und Kl. Laber über Langquaid und Rohr bietet sich an und Weltenburg ein attraktiver Zwischenstopp", beschrieb Rainer Pasta, Sprecher des Arbeitskreises, die Ausgangssituation.

Johannes Faden, neugewählter Geiselhöringer SPD-Ortsvorsitzender, nutzte seine Begrüßung zur Positionierung der SPD in Geiselhöring und im Labertal. "Ein internationaler Pilgerweg eröffnet Chancen für Gastronomie und Gewerbe in der Region. Doch auch den Menschen vor Ort können sich durch pilgergerechte Unterkünfte und Verpflegung oder die Ausbildung zum Pilgerbegleiter neue Erwerbsmöglichkeiten erschließen. Sanfter Tourismus ist eine Chance für uns alle." Helga Grömer, Leiterin der Landvolkshochschule St. Gunther in Niederalteich

(Projektpartner für Bayern) präsentierte anschließend in einer mitreißenden Präsentation den Europäischer Pilgerweg. "VIA NOVA (lat.) bedeutet ‚Der neue Weg’ und soll den Menschen wertevolle Orientierung geben sowie im ökumenischen Gedanken das Loslassen – Aufbrechen – Gehen ermöglichen. Dabei ist die Chance geboten sich selbst – Menschen – Gott – die Schöpfung - das Leben (neu) zu erfahren", so Helga Grömer. "Über eine entsprechende Projektpräsentation in der Region/ in der Gemeinde aber auch durch viele persönliche Gespräche sollen die Menschen vor Ort für die Idee gewonnen werden. Dann müssen in der Gemeinde ‚Kümmerer’ gewonnen werden, die in einer örtliche Projektgruppe den Pilgerweg vorbereiten – so die ersten Schritte zum Pilgerweg VIA NOVA im Labertal."

Dann gelte es, so Grömer, dass mögliche Wegstrecke durch die Gemeinde erarbeitet werden und mit den Nachbarn Kontakt aufgenommen wird um die Route festzulegen. " Ein neues Bewusstsein muss entstehen: Wir sind ein Teil vom Ganzen, wir gestalten gemeinsam ein friedliches Europa. Die Menschen in den Gemeinden Geiselhöring, Laberweinting und Mallersdorf-Pfaffenberg sind mit ihrem Projekt ‚Wir im Labertal’ hier schon einen wichtigen Schritt gegangen", erklärte Helga Grömer, deren Institut auch den ProNah-Prozess im Labertal begleitete. Nach einer Bestandsaufnahme der immateriellen und geistigen/ geistlichen Werte in der Region ist die entscheidende Frage zu stellen: "Was ist uns heute für morgen wichtig?"

"Möge die Straße uns zusammenführen"

Die Planung eines eigenen Projektes (incl. Kultur, Handwerk, Kunst, Kirche u.a.) für die Region Labertal bringt die Leute zusammen und eröffnet andererseits die Fördermöglichkeiten über das Leader-Programm der EU, berichtete Helga Grömer weiter. "Die Kosten belaufen sich für die Gemeinden im überschaubaren Bereich von einigen hundert Euro und auch die Umsetzung der Wegemarkierungen ist finanziell überschaubar. Doch damit ist es nicht genug. Übernachtungsmöglichkeiten für Pilgernde sind zu finden, geführte Pilgerwanderungen anzubieten und es wäre schön, so Grömer, wenn in den Gemeinden Pilgernde willkommen geheißen werden. Dazu gehören Infostellen, Kontaktstellen, Wasserstellen aber natürlich auch eine Toilette". Abschließend wünschte sich Helga Grömer für die zukünftigen Pilger im Labertal: "Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein…".

"Den Pilgerweg VIA NOVA gehen viele Menschen, um Ruhe zu finden und die Natur zu erleben. Es wäre ein ‚stiller Tourismus’, der gut zum derzeitigen Wander- und Pilgertrend – und ins Labertal passen würde", so Pasta in seiner Überleitung zum nächsten Programmpunkt. Wir im Labertal haben traditionelle Wallfahrten und eine davon, natürlich die Haindlinger, stellte anschließend ‚Pilgerführerin Leni’ in unterhaltsamer Weise vor.

Dann präsentierte Arbeitskreissprecher Pasta den im AK erarbeiteten Routenvorschlag von Bogenberg nach Weltenburg – durch den Gäuboden, das Tal der Kleinen und Großen Laber und am Rande der Hallertau wieder zur Donau – vor. "Mit 20 bis 25 Kilometer pro Tag sind das vier bis fünf Tagestouren quer durch unsere Region", so Pasta.

Pilgerlandschaft Labertal !?

Helga Grömer stellte in ihrem Vortrag den Begriff der ‚Pilgerlandschaft’ in den Raum. "Pilger brauchen einen eindeutigen Weg mit einem klar beschriebenen Ziel", so der Ansatz bei VIA NOVA – doch das Labertal hat viel mehr zu bieten. Kirsten Reiter, OV-Vorsitzende aus Langquaid präsentierte deren lokalen Wallfahrtsweg und Rainer Pasta erinnerte an den seit langem beschriebenen Labertaler Rundweg Kunst-Kultur-Landschaft. Auch die Spangen Neufahrn/Ergoldsbach oder Pfeffenhausen/Rottenburg sind voll mit entsprechenden Schätzen, die es zu Heben gilt. Ein ‚Zubringer’ aus Richtung Landshut würde auch diesen Raum erschließen, so Pasta.

"Die Mitglieder des Arbeitskreises Labertal haben nun die Aufgabe, Menschen zu begeistern dieses Projekt zu unterstützen und weiter zu tragen, bis in die Kommunalparlamente, wo letztendlich entschieden werden muss, ob der Europäischer Pilgerweg

VIA NOVA in der Region Labertal - oder besser die Region mit dem Pilgerweg - eine Zukunft hat", präzisiert Pasta den Arbeitsauftrag an die anwesenden Genossen aus Geiselhöring, Aufhausen, Schierling, Langquaid, Rohr, Pfeffenhausen und Rottenburg.

"Die Orientierung zur persönliche Lebensgestaltung, eng verbunden mit der solidarischen Weltgestaltung", wie der Sinn und die Bedeutung des Pilgerwegs als spiritueller Weg ins 21. Jahrhundert beschrieben wurde, sind 100% sozialdemokratische Ansätze und die SPD engagiert sich nicht zufällig für dieses Projekt. Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung, gemeinsame Verantwortung für die eine Welt sowie die Inhalte und Ziele der Agenda 21für eine Welt in Balance sind Inhalte die wir voll unterstützen müssen, so Johannes Faden in seinem Schlusswort.

 

Homepage SPD KV Straubing-Bogen

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.