"Von guten Mächten wunderbar geborgen"

Veröffentlicht am 10.06.2010 in AntiFa/Migration

Ausstellung über Dietrich Bonhoeffer kommt in die Friedenskirche Neufahrn

Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer gilt als eine der ganz großen Figuren des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Er wurde am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet. Den 65. Todestag Dietrich Bonhoeffers und das Gedenken an seine Ermordung im Konzentrationslager Flossenbürg durch die Nationalsozialisten nimmt der SPD-Arbeitskreis Labertal zusammen mit den evangelischen Kirchengemeinden in diesem Raum zum Anlass, in einer Wanderausstellung Bonhoeffer zu gedenken, der als überzeugter Christ und furchtloser Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus dargestellt wird.

Seit 17. Mai ist die Ausstellung in der Region und am Sonntag, 13. Juni um 9.30 Uhr wird sie im Rahmen eines Gottesdienstes mit Pfarrerin Dörte Knoch und Pfarrer Peter Knoch in Neufahrn eröffnet, Neufahrns Bürgermeister Bernd Zauner spricht ein Grußwort.

Bonhoeffer hat in den Jahren der Nazi-Herrschaft Zivilcourage und Zukunftshoffnung bewiesen. Er war zutiefst überzeugt von der persönlichen Verantwortung jedes Einzelnen, von der Widerstandspflicht gegen Unrecht und Gewalttat sowie von der Orientierungshilfe und Motivationskraft des christlichen Glaubens.

Den Initiatoren, dem SPD-Arbeitskreis Labertal und den evangelischen Gemeinden, ist es dabei wichtig, dass die Darstellung Dietrich Bonhoeffers Freiheit zur Gestaltung lässt, dass sie zwar sachlich und engagiert ist, aber für jeden Betrachter genug Raum lässt, sich sein eigenes Bonhoeffer-Bild zu machen. Die SPD-Kreisvorsitzende Ruth Müller hat die Bonhoeffer-Ausstellung in Hamburg ausfindig gemacht und in Zusammenarbeit mit den SPD-Ortsvereinen und den evangelischen Kirchen in der Region eine zehnwöchige Ausstellungsreihe organisiert. „Kirche, Kultur und Politik werden so auch in ländlichen Regionen erlebbar und begreifbar“, so Müller. Bonhoeffer, der 1906 in Breslau geboren wurde, stellt für viele evangelische Christen in der Region auch ein Stück Heimatverbundenheit dar und ruft dazu auf, „Nie wieder Krieg“ zuzulassen. Bei vielen kirchlichen Anlässen wird das von tiefem Glauben zeugende Gedicht "Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag", das Bonhoeffer kurz vor seiner Hinrichtung verfasst hat, vorgetragen oder gesungen. Er ist über Konfessionsgrenzen und Kirchenmauern hinweg international bekannt und es gibt kaum eine Gestalt, die unter Christen wie Nichtchristen so viel öffentliche Wahrnehmung, Sympathie und Respekt genießt wie er. Es geht um die Authentizität, mit der Dietrich Bonhoeffer das, was er glaubte und dachte, in großer Konsequenz zu leben versuchte. Die Ausstellung ist eine Woche in Neufahrn zu sehen, Terminvereinbarungen sind im Pfarramt möglich.

Auch die Schulen aus der Region sind eingeladen, diese Ausstellung, die erstmals in Niederbayern präsentiert wird, anzusehen.
Die nachfolgenden Stationen der Ausstellung sind Schierling (Pauluskirche), Rottenburg (Dreieinigkeitskirche), Kelheim (Einkaufszentrum), Abensberg (Kreuzgang der Karmeliterkirche) und Mallersdorf (Klinikum). Weitere Informationen erteilen das evangelische Pfarramt Neufahrn, 08773 272 und Ruth Müller vom SPD-AK Labertal, Telefon 08782 1231.

 

Homepage SPD Landkreis Landshut

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.