
Erinnerungen an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Straubing lieferten unter anderem (von links) Hans Hundhammer, Irene llgmeier, Fritz Keller, Herta Neumeier und Helmut Erwert mit seiner Frau bei einer Gesprächsrunde anlässlich der Wanderausstellung zu Dietrich Bonhoeffer.
NIE WIEDER KRIEG!
Zeitzeugen berichteten anlässlich der Bonhoeffer-Ausstellung in der Sparkassenhalle
Anlässlich der Bonhoeffer-Ausstellung in Straubing traf sich die Straubinger SPD 60plus zum Zeitzeugengespräch. Im vollbesetzten Cafe Röhrl erzählten viele SeniorInnen über ihre Erlebnisse zum Kriegsende. Der allgemeine Tenor: NIE WIEDER KRIEG!
Derzeit informieren Schautafeln in der Schalterhalle der Straubinger Sparkasse über das Leben und Wirken des Theologen Dietrich Bonhoeffer, der am 9. April 1945, noch nicht einmal 40-jährig, im Konzentrationslager Flossenbürg von den Nazis hingerichtet wurde. Zum Rahmenprogramm der Ausstellung gehörte die Gesprächsrunde „Zeitzeugen berichten".
Die 81-jährige Herta Neumeier, zeitlebens als Kind einer „alten Sozi-Familie" ein politischer Mensch, erfuhr den Krieg in Zusammenhang mit der Inhaftierung des Vaters in Dachau mit Ernteeinsätzen oder beim Hopfenpflücken als Schülerin bei Bauern, aber auch als Mitglied beim „Bund deutscher Mädel". Nach dem Verbot der Sozialdemokraten trafen sich diese zum „Fußballschauen" am Fenster der elterlichen Wohnung neben einem Fußballplatz. Bei der Bombardierung Straubings am 18. April 1945 wurde auch das Haus ihrer Familie zerstört. Sie fand Unterschlupf bei Verwandten in Deggendorf, sah dort die ersten „bis auf die Zähne bewaffneten Amerikaner in allen Hautfarben". Auch an die Todesmärsche durch Straubing kann sie sich erinnern und an die notdürftige Versorgung der Familie, für die sie als junge Frau zeitweise alleine aufzukommen hatte.
So animiert, konnten einige der anwesenden Zeitzeugen des Endes des Zweiten Weltkriegs in Straubing von ihren Erinnerungen berichten, die sich tief in ihren Seelen eingeprägt hatten. Die eine geriet als Hausmädchen in Stuttgart in französische Gefangenschaft, der andere lernte dort seine Straubinger Frau kennen und kehrte mit dieser nach der Pensionierung nach Straubing zurück. Anni Mauser aus der bekannten Straubinger Musikerfamilie konnte von ihren musikalischen Unterhaltungseinsätzen für die Bewacher im Konzentrationslager Flossenbürg erzählen. Einig war man sich in der Forderung: NIE WIEDER KRIEG! und dem Bestreben als Zeitzeugen den jüngeren Generationen die Erfahrungen und Erlebnisse aus erster Hand zu vermitteln.





