SPD-Landkreisspitze bei Reichspogromnacht

Veröffentlicht am 16.11.2009 in AntiFa/Migration

Im Vilsbiburger Jugendzentrum fand eine Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht 1938 statt. Zeitzeuge Ernst Grube berichtete über seine Erlebnisse als Kind einer jüdischen Mutter.
Von seiten der SPD nahmen stellvertretende Landrätin Christel Engelhard, Kreis- und Fraktionsvorsitzende Ruth Müller und die Vilsbiburger Stadträtin Irene Janner teil.

In ihrem Grußwort ging Christel Engelhard auf die Zeit der Hitlerdiktatur ein. Man dürfe froh sein, heute in einem Staat zu leben, der eine freiheitliche Rechtsordnung hat und in dem die Würde aller Menschen Kern der Wertordnung ist.

Pogrome, also Übergriffe auf Minderheiten mit dem Ziel, deren Vernichtung herbeizuführen, darf es in einem freiheitlichen und demokratischen Staat nicht geben. Die Vorbereitung zu solchen Pogromen sind oft subtil und werden erst später als solche erkannt. Bereits die von Staats wegen angeordnete Bücherverbrennung im Jahre 1933 und die Ächtung der „entarteten Kunst“ waren Vorboten des Unheils. Alles Fremdartige oder zur Fremdartigkeit erklärte sollte den Menschen Angst und Vorurteile einflößen. Die Schmähschriften und Hetzparolen der Nazis über jüdische Deutsche haben 1938 den Weg frei gemacht zur enthemmten Gewalt gegenüber den Juden in Deutschland.

Nur wenige mutige Bürgerinnen und Bürger haben sich dagegen aufgelehnt und bekamen sofort die Härte der Diktatur zu spüren. Niemals wieder darf sich so etwas in Deutschland wiederholen. Um dies zu verhindern bedarf es auch immer wieder der Erinnerung und Rückbesinnung auf diese schreckliche Zeit in Deutschland. Wir müssen alle gemeinsam hellhörig bleiben und uns gegen diejenigen wehren, die in Gesprächen und Veranstaltungen den Holocaust auch nur „relativieren“ wollen.

Nur durch Toleranz, Geduld und Nächstenliebe läßt sich die Wiederholung schrecklicher geschichtlicher Erfahrungen wie den Holocaust in Zukunft vermeiden. Genauso wichtig ist aber auch die aktive Mitgestaltung unseres demokratischen Gemeinwesens in Deutschland. Dazu gehört übrigens auch, daß man zur Wahl geht. Wer dies nicht tut, entzieht sich nicht nur der Verantwortung sondern arbeitet solchen Menschen in die Hände, die wieder eine Diktatur einführen wollen.

Mit Bildern und eindringlichen Worten schilderte Ernst Grube (Jahrgang 1933), wie er als Kind in München mit zwei Geschwistern aufwuchs. Die Mutter war Jüdin, der Vater versuchte, die Familie zu schützen, was nicht gelang. Die Kinder wurden in ein Judenlager in Milbertshofen verlegt, später folgte ein Aufenthalt im KZ Theresienstadt.

 

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Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.