Die Idee, zur Beschleunigung des Zugverkehrs von München nach Prag eine neue Bahntrasse von Regensburg Richtung Cham und weiter nach Furth i.W. unter Umfahrung Schwandorfs zu bauen, ist bereits vor Jahren wegen Unwirtschaftlichkeit und des geringen Zeitgewinns aufgegeben worden. Stattdessen bemühen sich parteiübergreifend alle Mandatsträger aus dem Landkreis Schwandorf, dass seine durchgehende zweigleisige und elektrifizierte Verbindung der drei Metropolen München, Nürnberg und Prag über Schwandorf (sog. Metropolenbahn) geschaffen und in die höchste Stufe des Bundesverkehrswegeplans 2015 aufgenommen wird. Der Vorteil der Metropolenbahn besteht darin, dass der Bahnknoten Schwandorf gestärkt und dass durch die Anbindung des Verkehrs aus Nürnberg an den Zug von München nach Prag eine Auslastung sowohl beim Personen- als auch beim Güterverkehr erreicht wird.
Umso erstaunter ist MdL Franz Schindler (SPD), dass der bayerische Verkehrsminister bei einemm Gespräch mit seinem tschechischen Amtskollegen erneut die Idee einer Donau-Moldau-Bahn unter Umfahrung Schwandorfs, also den Bau einer Eisenbahnkurve südlich von Schwandorf, ins Spiel gebracht haben soll. Viel wichtiger ist es nach Ansicht von Schindler, alle Kraft darauf zu verwenden, dass die Elektrifizierung und der Ausbau der bestehenden Bahnstrecken von Regensburg bis Schwandorf und weiter nach Hof und von Nürnberg über Schwandorf bis Furth im Wald endlich angepackt wird. Schindler hat deshalb eine Anfrage eingereicht, um zu erfahren, was der bayerische Verkehrsminister in Prag genau vereinbart hat und welche Schritte die Staatsregierung unternimmt, damit die Metropolenbahn in die höchste Dringlichkeitsstufe des Bundesverkehrswegeplans 2015 aufgenommen wird.
Anfrage zum Plenum vom 14.04.2015
Schienenverbindung nach Prag
Bezugnehmend auf Presseberichte, wonach bei einem Treffen des bayerischen Innen- und Verkehrsministers mit dem tschechischen Verkehrsminister Anfang April in Prag vereinbart worden sein soll, dass auf beiden Seiten der Grenze für die Zugstrecke München – Regensburg – Prag neue Machbarkeitsstudien erstellt und auch geprüft werden soll, ob südlich von Schwandorf eine neue Eisenbahnkurve gebaut werden soll, so dass Züge aus Richtung Regensburg unter Umfahrung des Bahnhofs Schwandorf direkt nach Furth im Wald weiterfahren können, frage ich die Staatsregierung, ob die entsprechenden Presseberichte zutreffen und falls ja, ob der Staatsregierung bekannt ist, dass die Idee einer “Donau-Moldau-Bahn” unter Umfahrung Schwandorfs bereits vor Jahren wegen Unwirtschaftlichkeit aufgegeben worden ist und stattdessen parteiübergreifend von allen politischen Mandatsträgern und der IHK Regensburg eine durchgehend zweigleisige und elektrifizierte Verbindung der drei Metropolen München, Nürnberg und Prag über Schwandorf (sog. Metropolenbahn) gefordert wird und welche Schritte die Staatsregierung unternimmt, dass die Metropolenbahn in den “vordringlichen Bedarf+” des Bundesverkehrswegeplans 2015 aufgenommen und schnellstmöglich geplant und realisiert wird ?