Netzwerkreport Nr. 128

Veröffentlicht am 07.05.2012 in Kreistagsfraktion

Kreistagssitzung am 7. Mai 2012 - Nahverkehrsplan - Asylbewerberunterbringung und SPD-Resolution zur öffentlich-geförderten Beschäftigung standen im Focus

Hoch her ging es in der Kreistagssitzung am Montag, 7. Mai. Eigentlich wäre der erste Tagesordnungspunkt Nahverkehrsplan Landkreis Landshut schon eine ausführliche Berichterstattung wert. Aber dieses interessante Thema wurde nur pflichtschuldig angehört und wird auch in der Berichterstattung einen unverdienten letzten Platz einnehmen. Denn alles, auch die sehr zahlreichen Medienvertreter, wartete nur auf die aufgeworfenen Fragen bei der Unterbringung der Asylbewerber. Es ist hier schlechterdings unmöglich, die mehr als zwei Stunden andauernde und sehr lebhafte Debatte auch nur annähernd wiederzugeben. Eines fiel nicht zum ersten Mal auf: Die CSU/FDP-Fraktion ist hypernervös und versuchte dies durch Entlastungsangriffe auf die Fraktionen, die eine sachliche Aufklärung verlangen, zu überspielen. Die SPD im Kreistag hat bereits am 20. und am 22. April zwei umfangreiche Fragenkataloge an die Landkreisverwaltung gerichtet, die bis heute nicht beantwortet wurden. In der Auseinandersetzung ging es im Wesentlichen um folgende Fragen:
  • Welche Befugnisse und Aufklärungsmöglichkeiten hat eine vom Kreistag eingesetzte Kommission für Untersuchung eines Vorganges, der das staatliche Landratsamt betrifft?
  • Wie groß ist das Vertrauen in die Bereitschaft der Regierung von Niederbayern als Rechtsaufsichtsbehörde, ausreichend Licht in die mögliche Affäre zu bringen, wenn von dort schon im Vorfeld zu hören war, man sehe keinen Handlungsbedarf?
  • Ist die Drohung mit Einschaltung der Staatsanwaltschaft zum jetzigen Zeitpunkt hilfreich oder verfrüht?
Letztlich standen zwei Anträge der Fraktionsvorsitzenden von SPD und Freien Wählern auf der einen Seite und CSU auf der anderen Seite zur Abstimmung. Die Opposition wollte die Kommission zur Sammlung von Fragen und Fakten einsetzen um das Material dann an Regierung und Staatsanwaltschaft weiterzuleiten. Die CSU bevorzugte ein anderes Verfahren: nämlich im Vertrauen auf die Objektivität der Regierung die bisher auf dem Tisch liegenden Fragen dorthin zu leiten, auf das Ergebnis zu warten und dann zu entscheiden, wie es weitergeht. Das Abstimmungsergebnis ging quer durch die meisten Fraktionen, wurde jedoch sehr klar für den Vorschlag von Hans Bauer (CSU) entschieden. Die Rede der Fraktionsvorsitzenden Ruth Müller ist im Netzwerkreport Nr. 129 nachzulesen. Erfolgreich war die SPD-Fraktion hingegen mit ihrem Antrag auf Erlassen einer Resolution gegen die Kürzung der Mittel für öffentlich geförderte Beschäftigung. Leidtragende dieser "Reform" aus dem Hause von der Leyen sind die Gebrauchtwarenhäuser des Diakonischen Werkes, die eine hervorragende und wichtige Arbeit leisten, durch die drastische Kürzung der Finanzmittel jedoch in eine prekäre Lage geraten sind. Herr von Gumppenberg von der FDP, die ihre sozialen Defizite bereits im Rahmen der Schlecker-Insolvenz ausreichend unter Beweis gestellt hat, meinte nach aufrechter Gutsherrenart, der Kreistag solle sich damit eigentlich überhaupt nicht befassen weil derartige Projekte ohnehin nicht unterstützenswert seien. Zum Glück war die Sitzung dann bald zu Ende.
 

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Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.