Heimatgeschichte mit über 800 Jahren Tradition

Veröffentlicht am 24.10.2011 in Veranstaltungen

Zeitreise mit der SPD in Niedermünster-Kirche

Zu einer archäologischen Zeitreise zu den Römern und den Herzögen und Heiligen des Mittelalters im Rahmen einer Führung durch das „document Niedermünster“ lädt die Schierlinger SPD am kommenden Sonntag, 30. Oktober, um 13:00 Uhr in Regensburg ein. Treffpunkt um 12:45 Uhr vor der Dompfarrkirche Niedermünster, Niedermünsterplatz 1.

Der Unkostenbeitrag beträgt 5 Euro. Neben dem Domführer Josef Scheck wird als fachkundiger Begleiter beim Einstieg in die Archäologie des frühen Regensburg auch Dr. Alfred Reichenberger dabei sein. Da die Führung auf maximal 15 Personen begrenzt ist, ist eine frühzeitige Anmeldung dringend erforderlich. Anmeldungen nimmt Martin Auer als „Reiseleiter“ der Zeitreise entgegen (Tel. 09451/1761; e-mail: aueropa@t-online.de).

Warum interessiert sich die SPD im Labertal ausgerechnet für die ehemalige Reichsabtei Niedermünster in Regensburg? Weil mit ihr ein Stück Heimatgeschichte und eine Tradition von über 800 Jahren verbunden ist. In zwei Jahren, 2013, feiert diese Tradition Geburtstag: Vor 1.040 Jahren, anno 973, wurden Schierling und Rogging an Niedermünster verschenkt. Kaiser Otto I., dessen Anwesenheit in Schierling und Rogging schon 20 Jahre früher, im Jahr 953 bezeugt ist, schenkte Kaiser Otto I. im Jahre 973 zu Merseburg kurz vor seinem Tod auf Bitten seiner Gattin, der heiligen Adelheid, und seiner Schwägerin, der Herzogswitwe Judith, die Königsgüter von Schierling, Rogging und Lindhart dem Frauenkloster Niedermünster in Regensburg. Sein Sohn Kaiser Otto II. bestätigte sofort nach dem Regierungsantritt im Juni 973 in Worms auf Bitten seiner Mutter Adelheid und seiner Großtante Judith die Schenkung seines Vaters. Der heilige Kaiser Heinrich II. bestätigte auf Bitten seiner Gattin, der hl. Kunigunde, im November 1002, als er in Regensburg die Huldigung der bayerischen Fürsten entgegennahm, dem Reichskloster und hochadeligen Damenstift Niedermünster noch einmal die Schenkungen seiner Vorgänger auf dem Kaiserthron. Leierndorf wird hier unter den Schenkungen neu erwähnt, ebenso der Königsforst Winisau, der das große Waldgebiet zwischen der Großen und der Kleinen Laber umfasste.

Schierling befand sich bis 1810, als Bayern als Dank für die Unterstützung Napoleons in der Schlacht bei Eggmühl die Regensburger Klöster geschenkt bekam, rund 837 Jahre unter dem Krummstab der Äbtissin von Niedermünster. Ihre jahrhundertelange Grundherrschaft an der „Großen Laber“ ist ausführlich und ungemein spannend im 1. Band der Schierlinger Chronik von Studiendirektor a.D. Hans Straßer dargestellt. Die knapp 80 bis 90 Jahre dauernde wirtschaftliche Tätigkeit der Straubinger Jesuiten ist im Vergleich dazu fast „ein Klacks“, der aber von der Rathausführung zum „Non plus ultra“ der Schierlinger Geschichte hochstilisiert wird. Zu Unrecht. Niedermünster gebührt allererst die Ehre.

Im Gegensatz zur „Jesuitenmeile“, die in Wahrheit nur die Begründung für die Förderung der privaten Brauerei liefern soll, wäre zum Beispiel die Eröffnung eines „Niedermünsterweges“ von Leierndorf nach Rogging in Verbindung mit dem VIA- NOVA- Pilgerweg ein passender Beitrag zu einem Jubiläumsjahr anlässlich der Schenkung vom Königsgütern an der Großen und Kleinen Laber an das berühmte Regensburger Reichskloster mit den Grablegen des heiligen Bischofs Erhard und des seligen Albert von Cashel (Irland) sowie von Herzog Heinrich I., dem Bruder Otto I. des Großen, seiner Frau Judith und späteren Äbtissin von Niedermünster sowie der Mutter von Kaiser Heinrich II., dem Heiligen, Gisela von Burgund. Der Besuch bei den alten Damen des Regensburger Reichsklosters ist daher für den auf den Pfaden der Heimatgeschichte wandernden SPD-Ortsverein und den AK Labertal eine Ehrensache. Wir erweisen einer über 800-jährigen Tradition unsere Reverenz.

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.