
Sind gespannt auf die eingereichten Fundstücke aus dem Raum Mallersdorf-Pfaffenberg: (v.l.) 3. Bürgermeister Martin Kreutz, Sr. Melanie und Organisator Rainer Pasta.
„Weihnachten sind wir wieder zuhause“
Mallersdorf-Pfaffenberg erinnert sich am 15./16. November
Zur mittlerweile fünften Station der „Geschichtswerkstatt 1. Weltkrieg“, nach Ergoldsbach, Geiselhöring, Rohr und Sünching, sind am kommenden Samstag, den 15. November von 13.30 bis 16 Uhr die Bürgerinnen und Bürger in Mallersdorf-Pfaffenberg dazu eingeladen, im Kloster Mallersdorf/Realschule ihre Fundstücke aus Familienbesitz vorzulegen. Die Objekte werden dort fotografiert, bewertet und dokumentiert. Sie können danach gleich wieder nach Hause mitgenommen werden - oder für den darauffolgenden Tag der offenen Tür am Sonntag, den 16. November von 13.30 bis 16 Uhr ausgestellt werden. „Wie sich bisher gezeigt hat, werden in vielen Familien Erinnerungs-Stücke bis heute aufbewahrt - jetzt können sie in einem größeren Zusammenhang betrachtet werden“, so 3. Bürgermeister Martin Kreutz. Weitere Aktionstage sind in Schierling und Rottenburg geplant. Eine gemeinsame Ausstellung der Labertalgemeinden mit einem „Historischen Themenabend 1. Weltkrieg“ gestaltet der AK Labertal am 21. Dezember im Haus der Generationen in Mallersdorf-Pfaffenberg.
Schwestern aus dem Kloster unterstützten Feldlazarette
Eine besondere Bedeutung hatte dabei das Kloster Mallersdorf, wo sowohl des Vereinslazarett des Roten Kreuzes, als auch des Distriktkrankenhaus angesiedelt war. Bereits wenige Wochen nach Kriegsbeginn rückten auch viele Schwestern aus dem Kloster ins Kriegsgebiet aus, um dort die Feldlazarette zu unterstützen. Doch auch der Krieg auf dem Balkan betraf viele Mallersdorfer Schwestern direkt. Nicht alle kamen aus dem Einsatz in den Kriegsgebieten wohlbehalten zurück. Doch auch Zuhause war man nicht untätig und die Frauenvereine organisierten Kochkurse oder Hilfsaktionen und fertigten sogar Schuhe aus Stoff- und Lederresten.
Oftmals landeten Flieger auf den Laberwiesen
Aus den Berichten des „Laberboten“ ist zu erfahren, dass oftmals Flieger auf den Labertalwiesen zwischen Mallersdorf und Pfaffenberg bzw. Ober- und Niederlindhart landeten. Einmal weil es Piloten aus der heutigen Großgemeinde waren, die einen Übungsflug zum Besuch der Heimat nutzten, ein andern Mal waren es technische Defekte oder dichter Nebel, die die Piloten auf die Erde herunterzwangen. Wollte die Maschine nicht wieder starten, wurde sie schon mal zerlegt und per Bahn nach Schleißheim zurück geschafft, wo die Flieger starteten und nach Regensburg (bzw. zurück) unterwegs waren. Auch hierzu müsste es viele Bilder geben, die auf so manchem Dachboden oder im wohlbehüteten Fotoalbum vor sich hin schlummern, ist sich AK-Sprecher Rainer Pasta sicher.