Die Kommunen bleiben unterfinanziert

Veröffentlicht am 22.12.2009 in Kommunalpolitik

Bürgermeistern Gerhard Babl, Bernhard Zauner, Johann Sarcher und Franz Göbl

SPD-Bürgermeister beklagen: CSU/FDP-Steuerpolitik verschärft die Situation„Die bayerischen Städte und Gemeinden bleiben bei steigenden Aufgaben und finanziellen Belastungen weiter deutlich unterfinanziert.“

SPD-Bürgermeister beklagen: CSU/FDP-Steuerpolitik verschärft die Situation
„Die bayerischen Städte und Gemeinden bleiben bei steigenden Aufgaben und finanziellen Belastungen weiter deutlich unterfinanziert.“ Mit dieser Einschätzung kommentieren die sozialdemokratischen Bürgermeister des Landkreises Landshut das Ergebnis der Gespräche zum kommunalen Finanzausgleich. Die Finanzpolitik des Freistaats für die Kommunen im kommenden Jahr zeige in die falsche Richtung, meinten Gerhard Babl, Franz Göbl, Johann Sarcher und Bernhard Zauner übereinstimmend. Statt dieses Problem endlich anzupacken, verschärfe die CSU/FDP-Staatsregierung die Situation der Kommunen, indem sie in Berlin unterstütze, durch Steuergeschenke auf Pump die kommunalen Einnahmen weiter zu verschlechtern. Durch den schwarz-gelben Koalitionsvertrag fehlten den Kommunen in Bayern zusätzlich zu den ohnehin aufgrund der Wirtschaftslage einbrechenden Einnahmen in den Jahren 2010 weitere 126 Millionen und 2011 weitere eine Milliarde Euro in den Kassen. Allein für den Freistaat Bayern und die bayerischen Kommunen, die Gemeindechefs weiter, bedeuteten die Auswirkungen des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes Verluste von 486 Millionen Euro. „Das einzige Wachstum, das sich mit dem Gesetz beschleunigt, ist das der Finanzlöcher in den Kommunen", so die Bürgermeister mit einen Schuss Sarkasmus.
Bernhard Zauner aus Neufahrn rechnete die Situation seiner Gemeinde vor. Im Gewerbesteuerbereich müsse man mit einem Minus von 30 bis 40 Prozent zurechtkommen. Die Erhöhung des kommunalen Anteils am allgemeinen Steuerverbund von 11,94 auf 12 Prozent sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung aber bei Weitem nicht ausreichend. Die Schlüsselzuweisungen müssten in einem viel größeren Umfang erhöht werden, um die Steuermindereinnahmen abzudämpfen. Wenn, wie allgemein prognostiziert werde, der Tiefpunkt erst 2010 erreicht komme, stünden die Kommunen vor dem Problem, mit Mitteln aus den Rücklagen die Verwaltungshaushalte ausgleichen zu müssen und trotzdem dringend notwendige Investitionen im Vermögenshaushalt nicht aufschieben zu können. In diesem Kontext über eine Abschaffung der Gewerbesteuer nachzudenken, wie dies von Teilen der Staatsregierung angeregt worden sei, müsse als ein Frontalangriff auf die kommunale Selbstverwaltung verstanden werden.
Dem stimmten die Gemeindeoberhäupter von Buch am Erlbach, Velden und Vilsbiburg zu. Alle berichteten von Rückgängen bei der Gewerbesteuer im zweistelligen Bereich. Zudem breche auch die Einkommensteuerbeteiligung bedingt durch die Zunahme der Arbeitslosen ein. Außerdem stiegen aufgrund der Wirtschaftskrise auf der Ausgabenseite insbesondere die Sozialleistungen überproportional an, so Gerhard Babl aus Velden. Johann Sarcher berichtete, dass in Vilsbiburg die Gewerbesteuer im Jahr 2009 um zwei und der Einkommenssteueranteil um eine Million Euro zurückgegangen sei. Gleichzeitig stiegen die Umlagen. Die Stadt könne den Haushalt nur durch eine Rücklagenentnahme und eine geplante Kreditaufnahme in Höhe von 1,5 Millionen Euro ausgleichen. Franz Göbl kritisierte, dass im Gegenzug immer mehr Aufgaben, die die Gemeinden übertragen bekommen. Als Beispiel nannte er das Bayerische Kinderbildungs- und –Betreuungsgesetz. Und am Horizont zeichne sich schon wieder eine neue Schulreform mit extrem hohen Beförderungskosten sowie die zukünftigen kreisinternen Investitionen ab. Die Bürgermeister forderten die Kommunalen Spitzenverbände auf, "noch deutlicher zu machen, dass es so nicht weiter gehen kann."

Bildunterschrift:

Sorgenvolle Mienen bei den Bürgermeistern Gerhard Babl, Bernhard Zauner, Johann Sarcher und Franz Göbl angesichts der Situation der kommunalen Finanzen.

 

Homepage SPD Landkreis Landshut

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.