Damit die Schule im Dorf bleiben kann

Veröffentlicht am 12.05.2010 in Bildung

Die SPD-Ortsvorsitzenden aus dem Labertal mit Bildungsexperten Martin Güll MdL (5. v. rechts) und Reinhold Perlak MdL (l

BayernSPD setzt neue Maßstäbe in der Bildungspolitik – Martin Güll im Labertal

Zwei Tage nachdem die BayernSPD auf dem Kleinen Parteitag in Bayreuth ihr neues Bildungskonzept beschlossen hat, informierte SPD-Bildungsexperte Martin Güll auf Einladung von MdL Reinhold Perlak und dem SPD-Arbeitskreis Labertal im Gasthaus Ramsauer in Neufahrn die Besucher aus den umliegenden Gemeinden über das SPD-Konzept zur Gemeinschaftsschule.
Eingeladen waren Bürgermeister, Schulen, Lehrer Schüler- und Elternvertreter aus dem Landkreis Landshut und den angrenzenden Landkreisen Straubing-Bogen, Regensburg, Kelheim und Dingolfing-Landau.

Grußwort durch Bürgermeister Bernd Zauner

Neufahrns Bürgermeister Bernd Zauner erklärte in seinem Grußwort: " Jeder schimpft über das G8, die großen Klassen, den ausgefallenen Unterricht und die Überforderung von Lehrern und Schüler beim Übertritt in der 4. Klasse.
Keiner weiß wie es besser laufen könnte. Ich und meine Bürgermeisterkollegen sind begierig und gespannt, welche Alternative die BayernSPD dem konzeptlosen Agieren der Staatsregierung entgegen stellen kann. "„Das Bildungssystem in Bayern ist derzeit ungerecht. Es setzt einseitig auf Leistungsdruck und eine viel zu frühe Auslese der Schülerinnen und Schüler.

Bildungsparteitag der SPD Bayern

Einstimmig haben die Delegierten des Kleinen Parteitages der BayernSPD den Leitantrag des Landesvorstandes für eine Reform der schulischen und beruflichen Bildung angenommen. Nach einem langen Diskussionsprozess setzt die BayernSPD damit neue Maßstäbe in der Bildungspolitik. Kernpunkt des Antrages ist die flächendeckende Einführung einer Gemeinschaftsschule, die eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt rückt und Bildungsgerechtigkeit tatsächlich herstellt", so der Straubinger Angeordnete Reinhold Perlak in seiner Einführung.

Die Kinder müssen wieder im Mittelpunkt stehen

Bildungsexperte Martin Güll, selbst Schulleiter bevor er in den Landtag gewählt wurde, stellte eines vorne weg: "Die Kinder müssen wieder im Mittelpunkt der Bildungspolitik stehen, nicht die Schulen, nicht die Schulsysteme und nicht die Kosten." Güll brach eine Lanze für eine neue Bildungsgerechtigkeit, die seiner Meinung nach nur durch konsequente Kostenfreiheit gewährleistet werden kann. "Alle Menschen in Bayern sollen freien Zugang zu Bildung haben. Nicht der Geldbeutel der Eltern, sondern die Fähigkeiten der Kinder müssen über deren Zukunft entscheiden! Das SPD-Konzept einer Gemeinschaftsschule gewährleistet, dass die wohnortnahe Schule erhalten bleibt".

Gemeinschaftsschule

Doch was ist eine Gemeinschaftsschule, fragten sich die vielen interessierten Zuhörer und bekamen eine verständliche Antwort: "Eine Schule, die vor Ort den Eltern und Schülern die gewohnten Standards wie Hauptschule, Realschule und Gymnasium anbieten kann". Nur so, erklärte Martin Güll weiter, wären die Eltern bereit, ihre Kinder an der Schule zu lassen. Es sei doch selbstverständlich, dass die Eltern immer das Beste für ihre Kinder wollen. "Die Gemeinschaftsschule“, so Martin Güll, „ wird jahrgangs- und klassenübergreifend auch in heterogenen Lerngruppen jeden einzelnen Schüler individuell fördern. Kein Schüler und keine Schülerin verlässt die Schule mehr ohne Abschluss. Lehren und Lernen orientiert sich an der individuellen Entwicklung und Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler. Wir wollen ein gerechtes und zukunftsfähiges Bildungswesen, das sich den Realitäten einer modernen, demokratischen Gesellschaft anpasst und in dem die Kinder mit ihren jeweiligen Fähigkeiten im Mittelpunkt stehen".

Auch im Hinblick auf die Entwicklung unserer Gesellschaft sei dies wichtig, plädierte der SPD Bildungsexperte weiter. Unsere Kommunen könnten nur überleben, wenn sie eine akzeptable Schule am Ort anböten. Nur so könnten Familien am Ort gehalten werden. Nur so fänden Gewerbe und Industrie vor Ort qualifizierte Fachkräfte und diese ein lebenswertes Umfeld.

Kinder im Mittelpunkt

Die BayernSPD wolle mit ihrem Konzept für einen Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik sorgen, in der sich die Unterrichtsform den Schülern anpasst und die sich am Lernfortschritt des Einzelnen orientiert. "Wir wollen weg von der gleichschrittigen Lehre, in der alle Schülerinnen und Schüler zum gleichen Zeitpunkt das gleiche Pensum erreichen müssen. Anstatt unterschiedlicher Schularten brauchen wir individuelle Lernangebote. Nur so können wir der bestehenden und ungerechten frühen Selektion unserer Kinder ein Ende bereiten. Die Zukunft der schulischen Bildung liegt in der Gemeinschaftsschule. Sie beinhaltet gemeinsames Lernen von der ersten bis zur zehnten Klasse – in jahrgangs- und klassenübergreifenden Lerngruppen.
Eine zusätzliche dreijährige Oberstufe führt weiterhin zur Hochschulreife", erläutert Güll das Konzept der BayernSPD.

Ganzheitliche Bildung

Für Güll beginnt Bildung jedoch viel früher: "Wir sorgen für eine frühkindliche Bildung, um allen Kindern bestmögliche Entwicklungs-,
Bildungs- und Lebenschancen zu eröffnen. Dazu gehört neben einer konsequenten Sprachförderung die individuelle Förderung der Kinder von Anfang an." Doch auch das "Lebenslange Lernen" müsse, so Martin Güll, gewährleistet werden. "Dafür sorgen wir durch ein ganzheitliches Bildungswesen, in dem lebenslanges Lernen Wirklichkeit wird. Alle Menschen sollen zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit zu Bildung und Weiterbildung erhalten – unabhängig vom Alter."

von anderen Ländern lernen...
Dass die Gemeinschftsschulpläne der SPD keine Hirngespinste seien, zeigten längst gewonnene Erfahrungen in anderen Ländern wie z.B.in Österreich, Südtirol, Finnland. Martin Güll: "Wir bieten ein reales, unmittelbar umsetzbares Schulkonzept, das sich in das bestehende System einfügt. Den Kommunen und Schulen muss jetzt schon die Gelegenheit gegeben werden, sich diesem neuen Konzept anzunähern und nicht erst dann, wenn die jetzigen Mittelschulverbünde am Ende sind." In einer lebhaften und sachlichen Diskussion fühlten die Anwesenden dem neuen Bildungskonzept der SPD auf den Zahn und stellten einhellig fest, dass so eine nachhaltige und kindgerechte Lösung entstünde. "Jetzt bedarf es nur noch politischer Mehrheiten, um dieses Konzept durchzusetzen. Die SPD wird sich dafür mit allem Nachdruck einsetzen", so Reinhold Perlak in seinem Schlusswort.

 

Homepage SPD Landkreis Landshut

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.