v.l.: Judith Wintersberger, Ruth Müller (OV Pfeffenhausen), Thomas Schug, Johann Kolbeck (OV Rohr); Michaela Mader-Hampp, Georg Riedl (OV Rohr), Vorne sitzend: Pfarrerin Barbara Dietrich, Claudia Ziegler
Bonhoeffer-Ausstellung in Abensberg eröffnet
Zeitzeugen sein – für gestern, heute und morgen
Die vorletzte Station der Bonhoeffer-Ausstellung in Zusammenarbeit mit der SPD und den evangelischen Kirchen in der Region wurde am Sonntag mit einem feierlichen Gottesdienst in der Abensberger Johanneskirche eröffnet. „Fast so voll wie an Weihnachten“, freute sich Pfarrerin Barbara Dietrich über den guten Besuch zum Themengottesdienst „Bonhoeffer“.
Dietrich Bonhoeffer gelte als eine der ganz großen Figuren des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus und wurde am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet. Anlässlich des 65. Todestages zeigen der SPD-Arbeitskreis Labertal und die evangelischen Kirchengemeinden der Region eine Wanderausstellung, in der Bonhoeffer als überzeugter Christ und furchtloser Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus dargestellt wird.
In ihrer Predigt ließ Pfarrerin Barbara Dietrich die Lebensstationen Dietrich Bonhoeffers Revue passieren. Aufgewachsen in einem gut situierten Berliner Haushalt beginnt Bonhoeffer 1923 sein Theologiestudium und wird bereits mit 24 Jahren Professor. Ein Studienaufenthalt in New York prägt Bonhoeffers Glauben nachhaltig – die Rassentrennung schockiert ihn und gleichzeitig fasziniert ihn das soziale und politische Engagement der Kirche. „Hier habe er sich vom Theologen zum Christen gewandelt“, stellt sein Freund Eberhard Bethge später fest. Zwischen den einzelnen Stationen im Leben Bonhoeffers singt die Gemeinde abschnittsweise das von Bonhoeffer im Gefängnis verfasste Gedicht „von guten Mächten wunderbar geborgen“ und erlebt so Zeit und Raum verbunden mit Musik und Lyrik in der Historie. „Zeitzeuge zu sein, heißt Verantwortung zu übernehmen“, so Pfarrerin Dietrich. Das habe für die Menschen der Vergangenheit gegolten. Das gelte für die Gegenwart und sei bleibende Aufgabe für die Menschen in der Zukunft, um Toleranz, Zivilcourage und Demokratie zu stärken. Im Kreuzgang der Karmeliterkirche fand dann die Eröffnung der Ausstellung statt, musikalisch umrahmt von Konstantin Ferstl. Pfarrerin Barbara Dietrich bedankte sich bei allen Organisatoren der Ausstellung, insbesondere bei der stellvertretenden.
SPD-Ortsvorsitzenden Claudia Ziegler. Gemeinsam sei es gelungen, eine der besten Ausstellungen, die es über Bonhoeffer gebe, nach Abensberg zu holen, um den Menschen hier eine Begegnung mit Bonhoeffer zu ermöglichen. Claudia Ziegler freute sich über den regen Besuch gleich zur Ausstellungseröffnung. Erfreulich sei auch, dass sich bereits einige Schulklassen der Abensberger Hauptschule zum Besuch angemeldet hätten. Es sei Aufgabe, dass gerade die jüngere Generation die Zeit des Nationalsozialismus nicht vergesse, damit sich die Geschichte nicht wiederhole. Sie rief dazu auf, sich für die demokratische Grundordnung und den Frieden wie Bonhoeffer einzusetzen. Mit der Ausstellung solle einen Dialog in Gang setzen, damit rechtes Gedankengut keine Chance habe. Ihr Dank galt den Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde mit Pfarrerin Dietrich, Claus Dobmaier vom Abensberger Kunstverein für die Leihgabe der Stellwände, Rainer Pasta aus Geiselhöring und Ruth Müller aus Pfeffenhausen, die federführend für den SPD-AK Labertal die Ausstellungswochen vorbereitet hatten.
Die Ausstellung ist bis Freitag täglich von 15.00 bis 19.00Uhr, und Samstag Vormittag im Kreuzgang geöffnet.