Energie(w)ende Top-Thema der SPD im Sommer

Veröffentlicht am 10.07.2015 in Veranstaltungen

Engagieren sich für die Zukunft der Photovoltaik-Anlagen: (v.li.) Franz Bayer, stellvertretender SPD-Ortsvorsitzender, Rupert Grasmüller, Vertreter der Bürgerenergiegenossenschaft Laber und Franziska Materne von C.A.R.M.E.N. e.V.

Die Energie- Einspeisegarantie läuft aus –was dann?

Geiselhöringer SPD setzt „Energie(w)ende“-Reihe fort - Win-win-Situation für alle Beteiligten

Am vergangenen Mittwoch informierte die Geiselhöringer SPD in der Reihe „Energie(w)ende“ zum Thema „Die Energie- Einspeisegarantie läuft aus –was dann?Dicht drängten sich die Interessenten im Gasthaus Hagn in Sallach, als die Referentin Franziska Materne von C.A.R.M.E.N. e.V., der bayerischen Koordinierungsstelle für Nachwachsende Rohstoffe, Erneuerbare Energien und nachhaltige Ressourcennutzung darüber referierte, welche Optionen Solarenergieproduzenten haben, wenn die gut bezahlte Einspeisegarantie für Ihre Anlagen abläuft. Rupert Grasmüller stellte in diesem Zusammenhang die „Bürgerenergiegenossenschaft Laber“ vor, die es sich sehr wohl vorstellen kann, den regional erzeugten Strom abzunehmen und an regionale Kunden zu vermarkten. Eine sogenannte win-win-Situation für alle Beteiligten.

Stellvertretender Ortsvorsitzender Franz Bayer fasste kurz die Intention der Geiselhöringer Spd zu diesem Infoabend zusammen: „In wenigen Jahren fallen die ersten Photovoltaik-Anlagen aus der garantierten Förderung. Die Anlagen an sich produzieren aber weiter kostenlos Solarstrom, den es dann auf eigene Faust zu vermarkten gilt, wenn man sich nicht mit ein paar Cent Vergütung begnügen möchte“. Wer sich rechtzeitig gut aufstelle und vielleicht in einem Verbund, wie der Bürgerenergiegenossenschaft Laber, seine Strommenge mit anderen zum Verkauf bündele, erziele vielleicht einen wesentlich besseren Preis, so Bayer. Rainer Pasta, Sprecher des AK Labertal, der Mitorganisator des Abends war, moderierte die Veranstaltung, in der die Teilnehmer über die Vor- und Nachteile der Eigenstromnutzung sowie Direktvermarktungsstrategien von vor Ort erzeugtem Solarstrom informiert wurden.

Referentin Franziska Materne konnte die Anwesenden Solaranlagen-Besitzer der ersten Stunde mit einer guten Nachricht beruhigen: „Die Garantierte EEG-Vergütung für Altanlagen läuft bis mindestens 2020!“ Schon bevor das EEG im Jahr 2000 vom Deutschen Bundestag beschlossen wurde, installierten Bürgerinnen und Bürger viele Tausend Anlagen. Es begann um das Jahr 1990 mit dem 1000-Dächer-Programm des Bundesforschungsministeriums. Über 2.000 Anlagen wurden mit Zuschüssen gefördert installiert. Seit April 2000 gilt auch für diese Altanlagen der Anspruch auf die Einspeisevergütung aus dem EEG. „Die 20 Jahre lang garantierte EEG-Vergütung wird also bis Ende 2020 bezahlt. Die Hauptmasse der vorhandenen PV-Anlagen fällt erst 2030 aus der Förderung“, so Materne.

Die schlechte Nachricht: 2021 kommt schneller als man denkt.

Die schlechte Nachricht: 2021 kommt schneller als man denkt. Mit dem Ende des 20. Jahres des Anschlußes der PV-Anlage ist Schluss mit der gesetzlichen Einspeisevergütung, weiß Materne zu berichten. „Dennoch ist der Stromanbieter verpflichtet, den Strom der PV-Anlage abzunehmen. Aber zu welchem Preis?“, so Materne weiter. Dazu werde sich dann wohl jeder selbst mit seinem Energieversorger auseinander setzen müssen oder ein pauschales Angebot annehmen. Das, da war sich die Versammlung einig, werde dann nur noch eine geringe Einspeisevergütungen bedeuten.

Fünf Jahre sind schnell herum. „Darum ist jedem Altanlagenbetreiber anzuraten, sich heute schon Gedanken über die Zeit nach dem EEG zu machen“, stimme Materne der Position der SPD zu. Doch auch die direkte Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird für die Betreiber von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) immer weniger relevant. Mit dem neuen EEG 2014 wurden diese allerdings beschnitten bzw. abgeschafft. „Egal für welchen Anwendungsbereich, der Preis von selbst erzeugtem Solarstrom ist heute fast immer günstiger als externer Strombezug“ machte Expertin Materne deutlich und stellte zum Abschluss ihres Vortrages verschiedene Möglichkeiten auf, wie unter den heutigen rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen der Solarstrom an Nachbarn oder Mieter verkauft werden kann.

Die Expertin für Erneuerbare Energien schaffte Klarheit und gab wertvolle Ratschläge, wie Solarstrom bestmöglich selbst verbraucht werden kann. Der Vortrag war nicht nur für Besitzer von Photovaltik-Anlagen, sondern auch für solche, die es werden wollen, interessant. Betreiberkonzepte zur Eigenstromnutzung auf eigenen und fremden Dächern, mit samt den Folgen, die sich aus der Stromlieferung für den Anlagenbetreiber ergeben, wurden kurz erläutert. Besonders deutlich wurde hervorgehoben, dass die Einspeisung zukünftig zugunsten der Maximierung des Eigenverbrauchs reduziert werden wird. Mit dem Einsatz von elektrischen und thermischen Speichern, kann die Grundlage für eine solide Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Anlagen auch weiterhin erreicht werden.

Mit geringem Aufwand kann der solare Eigenverbrauch gesteigert werden

„Photovoltaikanlagen lassen sich zu niedrigen Systemkosten heute nahezu auf jedem Dach installieren. Der dabei produzierte Strom kann direkt genutzt werden und schafft Unabhängigkeit“, so Materne. Die solare Stromproduktion richtet sich allerdings nicht nach dem Bedarf sondern hängt von Tageszeit und Wetter ab. Auf Einladung der SPD wird Franziska Materne in einem weiteren Vortrag zur „Effizienzsteigerung“ im Herbst erläutern, wie mit geringem Aufwand der solare Eigenverbrauch gesteigert werden kann und welche technischen Hilfsmittel dazu dienlich sind. Anhand von praktischen Beispielen wird sie aufzeigen, in welchen Fällen sich zusätzliche Investitionen zur Eigenverbrauchssteigerung lohnen und wann darauf verzichtet werden kann.

BEG Laber: „In der Gemeinschaft fällt das leichter“

Rupert Grasmüller, Vertreter der Bürgerenergiegenossenschaft Laber stellte die „BEG Laber“ kurz vor und erklärte, dass schon heute sich Betreiber zu Genossenschaften zusammenschließen, um sich auf die Vermarktung des nach dem Eigenverbrauch überbleibenden Stroms rechtzeitig vorzubereiten. „In der Gemeinschaft fällt das leichter: Man muss nicht jedes Mal das Rad neu erfinden und kann sich mit einer größeren Strommenge geeignete Partner suchen, wie z.B. regionale Stadtwerke, die den Zugang zu den Endkunden haben“, so Grasmüller. Schon heute könnten diese Organisationen schlagkräftige Vermarktungsstrukturen bilden und mit der Direktvermarktung nach dem Marktprämienmodell im EEG die Vermarktung schon einmal „üben“. Weil die Anlagen dann außerhalb des EEG produzierten, könnten sie den Strom als Ökostrom vermarkten – an lokale Gewerbe- und Industriebetriebe oder auch an Privatkunden.

Allein durch die Batterieleistung bis zu 10 Tagen autark

Der Einsatz von Stromspeichern für Hausbesitzer sowie kleine und mittlere Unternehmer kann den Eigenverbrauch des Stroms optimieren und um ein Vielfaches erweitern. Angesichts ständig steigender Strompreise bietet sich für Privatpersonen, Landwirte und Unternehmen die Möglichkeit  weiter Kosten zu senken – ja die Unabhängigkeit vom Strompreis ist kein Wunschdenken mehr, wie ein Besucher anhand seiner Energiespeicher-Modellanlage zu Hause darstellte: „Ich zahle lediglich noch 18 Euro im Monat für den Zählerkasten“. Durch Batteriespeicher konnte der Selbstnutzungsgrad der PV-Anlage so gesteigert werden, dass der 6-Personen Haushalt allein durch die Batterieleistung bis zu 10 Tagen autark versorgt werden kann, bevor der Strom zur Neige geht. „Bis dahin scheint die Sonne schon lange wieder“, so der Praxisbericht.

2015 kann das Jahr der Energiespeicher werden

„Seit zwei Jahren fördert die KfW die Installation von Batteriespeichern. Auch wenn die Nutzung von Speichertechnologien bisher noch zäh verläuft, sind sich die Experte einig, dass 2015 das Jahr der Energiespeicher werden kann“, so Franziska Materne zur Ergänzung des Rednerbeitrages. Das Interesse bei Besitzern von Ein- und Mehrfamilienhäusern an Speichern für Solarstrom wachse täglich. Je teurer der Strom aus der Steckdose, umso attraktiver ist der selbsterzeugte Solarstrom vom Dach. Mittlerweile seien die Anschaffungskosten solcher Speichersysteme deutlich gefallen - und 2016 soll sich dieser Trend noch verstärken. Um die Einschätzungen zur Wirtschaftlichkeit und Sicherheit von Speichersystemen darzustellen, wird die Geiselhöringer SPD im Winter in der Fortführung der „Energie(w)ende“-Veranstaltungen regionale Speicher-Anbieter einladen, nachdem die Teilnehmer von C.A.R.M.E.N. eine umfassende Marktübersicht dazu ausgehändigt bekamen.

Im Rahmen der ausführlichen Abschlussdiskussion und des anschließenden Erfahrungsaustausches bot sich den Teilnehmern die Gelegenheit, mit den Experten in direkten Kontakt zu treten und eigene Erfahrungen und Anliegen zu erörtern. Außerdem wurden mit großer Resonanz aus dem Publikum fachliche und politische Fragen diskutiert. „Es zeigte sich deutlich, dass die Energie(w)ende hier in der Region Labertal weiterhin die Menschen bewegt und viele Menschen weiter gewillt sind, sich persönlich einzubringen“, fasste Rainer Pasta die Beiträge des Abends zusammen und zeigte sich erfreut, dass mit C.A.R.M.E.N. e.V. und der BEG Laber kompetente Ansprechpartner für alle Belange der Energiewende in der Region verfügbar sind.

Weitere Veranstaltungen in der Reihe „Energie(w)ende“:

- „Effizienzsteigerung“ im Herbst: Hier wird erläutert, wie mit geringem Aufwand der solare Eigenverbrauch gesteigert werden kann und welche technischen Hilfsmittel dazu dienlich sind. Anhand von praktischen Beispielen wird aufgezeigt, in welchen Fällen sich zusätzliche Investitionen zur Eigenverbrauchssteigerung lohnen und wann darauf verzichtet werden kann.

- „Wirtschaftlichkeit und Sicherheit von Speichersystemen“ im Winter: Regionale Speicher-Anbieter werden eingeladen einladen, ihre Produkte und Konzepte vorzustellen.

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.