Geschichtswerkstatt in Schierling

Veröffentlicht am 18.12.2014 in Veranstaltungen

Freuten sich über das besondere Fundstück zur Geschichtswerkstatt 1. Weltkrieg: Archivarin Karin Hagendorn (li.) und Martin Auer (2.v.re) mit Ernst Roth (li.) und Johann Englbrecht (2.v.li)

 

Fahne ohne Verein

„Mit Gott für König und Vaterland“ – Krieger- und Militärverein Unterlaichling

 

Zur Geschichtswerkstatt 1 Weltkrieg des SPD-Arbeitskreises Labertal am 6. und 7. Dezember in der Alten Schule in Schierling brachten Ernst Roth und Johann Englbrecht die Fahne des Krieger- und Militärverein Unterlaichling mit. Die beiden wollten die Gelegenheit nutzen um die Fahne vorzustellen und näheres über den Verein zu ergründen. Zur Abschlussveranstaltung der „Geschichtswerkstatt 1. Weltkrieg“ am 21. Dezember im Haus der Generationen“ in Mallersdorf-Pfaffenberg wird die Fahne der Öffentlichkeit präsentiert.

1909 wurde der „Krieger- und Militärverein Unterlaichling“ gegründet. Am 5. Juni 1910 fand sicher mit großer Teilnahme der Bevölkerung die Fahnenweihe statt. Als Fahnenmutter widmete Th. Englbrecht aus Kolbing der Fahne ein aufwändig gesticktes Fahnenband, ebenso taten dies die drei Festjungfrauen A. Kiendl, A. Froschamer und M. Englbrecht. Dann verliert sich die Spur des Vereins, bis die historische Fahne 2008 von einem Antiquitätenhändler im Internet angeboten wird. Ernst Roth wird von einem Arbeitskollegen darauf aufmerksam gemacht und ersteigert die Fahne für 250 Euro. „Wir wollten die Erinnerung an einen unserer Ortsvereine nicht verloren geben und haben uns entschlossen die Fahne zu ersteigern“, so Ernst Roth und Johann Englbrecht. Seitdem verwahren die beiden das über 100 Jahre alte Relikt, dem sein Alter nur allzu deutlich anzusehen ist.

Die ersten Kriegervereine wurden in Deutschland seit Ende des 18. Jahrhunderts als Militär-Begräbnisvereine und militärische Schützenbruderschaften gegründet. Die - je nach Zeit und Landschaft - auch als Veteranen-, Kampfgenossen- und Militärvereine bezeichneten Vereinigungen verbreiteten sich insbesondere in den von nationaler Begeisterung geprägten Zeiten über ganz Deutschland: nach den Befreiungskriegen 1813, nach den Feldzügen von 1864 und 1866 sowie vor allem nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71.

Detail der Fahne

Fast zeitgleich mit Unterlaichling wurden auch noch andere Kriegervereine in der Region gegründet. Am 3. Januar 1904 sollen einige Idealisten den Kriegerverein in Moosham gegründet haben. Der Verein nahm sofort einen erfreulichen Aufschwung und im Gründungsjahr konnte auch die Weihe einer Fahne gefeiert werden, bis der 1. Weltkrieg 1914 bis 1918 die Vereinstätigkeit fast zum Erliegen brachte. Während sich in Moosham 1918 zahlreiche Bürger um eine Wiederbelebung des Vereins bemühten, scheint der Verein in Unterlaichling aufgegeben worden zu sein – jedenfalls ließ sich bis heute zu seiner Entstehung und seinem Ende nichts finden. Umso ehrenwerter ist es, dass sich nun jemand der Fahne und der Erinnerung um den Verein annimmt.

Doch die Restaurierung der Fahne und die Forschung nach deren Ursprung ist mit viel Aufwand und nicht unerheblichen Kosten verbunden. Deshalb nutzen Ernst Roth und Johann Englbrecht die Gelegenheit bei der Abschlussveranstaltung des AK Labertal zum Gedenken an den Ausbruch des 1. Weltkrieges auf die Fahne und deren unbekannte Geschichte hinzuweisen und um Unterstützung – sowohl in geschichtlicher als auch in finanzieller Form – zu bitten.

Es ergeht deshalb der Aufruf an alle umliegenden Kriegervereine in Ihren Chroniken zu forschen, ob nicht doch etwas über den Krieger- und Militärverein Unterlaichling zu finden ist – waren doch früher, wie heute auch, die Nachbarvereine zu allen möglichen Festlichkeiten eingeladen worden.

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.