Infoveranstaltung für das ganze Labertal

Veröffentlicht am 16.10.2014 in Veranstaltungen

Informierten Jung und Alt über die Mütterrente: Referentin Irene Ilgmeier (2.v.re), stellv. Ortsvorsitzende Helga Janker (2.v.li.), Kreisvorsitzender Martin Kreutz (3.v.li.) und AK-Labertal-Sprecher, Rainer Pasta (li.)

 

Die schlechte Information zur Mütterrente hat Methode…

… „deshalb haben wir als SPD im Labertal die Information der betroffenen Frauen in die Hand genommen.“

Am letzten Montag lud der SPD-Arbeitskreis Labertal zur Infoveranstaltung „Mütterrente“ in den Gasthof Hagn nach Sallach ein. Referentin Irene Ilgmeier informierte ausführlich über die Auswirkungen und der "Mütterrente" und der der "Rente ab 63". Die Einführung dieser Renten sei trotz Dauerbeschuss durch die Lobby- Verbände inzwischen beschlossen und umgesetzt. Leider seien die Informationen der Rentenkassen hierzu oft unrichtig und unklar, eine Information durch die Sozialverbände oder die Landwirtschaftliche Alterskasse vermisse die Referentin komplett – „deshalb haben wir als SPD im Labertal die Information der betroffenen Frauen in die Hand genommen“, so AK-Sprecher Rainer Pasta. SPD-Kreisvorsitzender Martin Kreutz nannte es einen Skandal, dass Familien schon bei der Geburt auf die „Vorzüge des Betreuungsgeldes“ hingewiesen und daran erinnert werden, dass es doch viel besser sei, die 150 Euro einzustecken, als die Kinder in eine Kita zu bringen. Für die vielen Frauen, die nun ihre magere Altersversorgung aufbessern könnten, finde es keiner für nötig zu informieren, so Martin Kreutz.   

Die Informations-Veranstaltung zum neuen Rentenpaket, zu der der SPD-Arbeitskreis Labertal und SPD 60plus geladen hatte, sollte und konnte keine individuelle Rentenberatung ersetzen, sondern die neuen Richtlinien aufzeigen und die Frauen ermuntern, einen möglichen Rentenanspruch prüfen zu lassen. „Denn durch die zum 1. Juli in Kraft getretenen Änderungen in der Rentenversicherung haben nun viele Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben einen Rentenanspruch. Frauen, die bisher noch keine Rente bekommen, weil sie die Mindestanwartschaft von 5 Jahren für die Regelaltersgrenze nicht erfüllt haben, sollten aber jetzt auf jeden Fall erneut einen Rentenantrag stellen.“, so Irene Ilgmeier.  Durch die Mütterrente erhalten alle Frauen, die vor 1992 mindestens ein Kind geboren haben, pro Kind einen Rentenpunkt mehr. Ilgmeier erläuterte weiter, dass alle betroffenen Frauen, die bereits Rente beziehen, automatisch eine Rentenerhöhung von 28,61€ brutto pro Kind bekommen und darüber von ihrem Rentenversicherungsträger informiert werden – sie brauchen also nichts zu tun.

Frauen müssen selbst aktiv werden!

Doch auch viele Frauen über 65 Jahre, die bisher keine eigene Rente bekommen, weil sie die Anwartschaft von 5 Jahren nicht erfüllt haben, haben nun die Möglichkeit, diese zu beantragen. Doch diese Frauen müssen selbst aktiv werden, denn sie sind ja nirgends als Anspruchsberechtigte registriert. Da viele Frauen dies aber  nicht wüssten, würden viele unbewusst auf Geld verzichten, dass ihnen eigentlich zusteht.

Gemeindeverwaltung der beste Ansprechpartner!

So werden einer  Frau, die vor 1992 z.B. 3 Kinder geboren hat, in aller Regel nun  6 Jahre Beitragszeit angerechnet, sie bekommt 6 x 28,61€ = 171,66€ brutto Rente im Monat. Aber nur, wenn sie diese auch beantragt und das kann sie am besten in ihrer Gemeinde machen. „Dort sitzen die Herren und Damen, die bei der Antragstellung behilflich sind“, so Irene Ilgmeier mit Blick auf die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die es sich nicht nehmen ließen, diesen Infoabend zu besuchen und mit ihrer praktischen Erfahrung die Referentin zu unterstützen.

Frauen, die in die landwirtschaftliche Alterskasse eingezahlt haben, werden ganz vergessen!

Hat eine Frau 2 Kinder, so werden ihr 4 Jahre Beitragszeit angerechnet. "Das fehlende Jahr kann sie sich dazu kaufen. Dazu muss sie einmalig rund 1050€ einzahlen und bekommt dann eine monatliche Rente von rund 100€ im Monat und zwar bis an ihr Lebensende. Eine solche Verzinsung gibt es sonst nirgends auf der Welt", machte Irene Ilgmeier in ihren Erläuterungen deutlich. Auch hier ist die Gemeinde erster Ansprechpartner. Auch Frauen, die sich irgendwann einmal ihre Rente haben auszahlen lassen, können nun erneut einen Anspruch haben. Ebenso Frauen, die in die landwirtschaftliche Versorgungskasse eingezahlt haben. Auch die müssen die Mütterrente bei der Rentenversicherung beantragen, nicht bei ihrer Versorgungskasse. "Lassen sie sich beraten, es geht um ihr Geld, Geld das ihnen zusteht und informieren sie auch ihre Nachbarin, Freundin, Tante, alle die sie kennen", appellierte Irene Ilgmeier an die Anwesenden.

Stichtag 31. Oktober!

„Wenn der Rentenantrag bis Ende Oktober 2014 noch gestellt wird, greift die Rentenzahlung noch rückwirkend ab Juli“, erinnerte AK-Sprecher Rainer Pasta. „Das sind schon 4 Monate und gut ein Drittel der Nachzahlungssumme“, so Pasta weiter und erklärte, dass bei später gestellten Anträgen erst ab dem Monat der Antragstellung gezahlt werde.

Doch auch für die anwesenden berufstätigen Frauen und Männer hatte Irene Ilgmeier Interessantes zu Berichten. „In den Genuss der uneingeschränkten "Rente ab 63" kommen alle, die bis einschließlich 1952 geboren sind und mindestens 45 Jahre lang Sozialversicherungsbeiträge gezahlt haben. Doch auch hier ist genau auf die Einzelheiten des Beschlusses zu achten“, so Ilgmeier. Viel zu wenig bekannt seien auch die deutlichen Verbesserungen bei der Arbeitsunfähigkeits- Rente. "Es ist unbedingt erforderlich, dass sich die möglicherweise von einer dieser drei Renten Betroffenen genauestens zu den Einzelheiten informieren. Allein schon, um festzustellen, ob man zu dem Kreis gehört, der davon profitieren kann und wenn ja, in welcher Form" waren sich Zuhörer einig.

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.