Geschichtswerkstatt in Geiselhöring

Veröffentlicht am 09.10.2014 in Veranstaltungen

„Weihnachten sind wir wieder zuhause“ – Das Labertal erinnert sich

Geschichtswerkstatt 1. Weltkrieg am 18./19. Oktober im Museum der Schifffahrt in Geiselhöring

 

Nach dem Start an diesem Wochenende in Ergoldsbach sind am Samstag, den 18. Oktober von 13.30 bis 16 Uhr die Bürgerinnen und Bürger in Geiselhöring dazu eingeladen, im Museum der Seefahrt am Stadtplatz ihre  Fundstücke aus Familienbesitz vorlegen. Die Objekte werden dort fotografiert, bewertet und dokumentiert. Sie können danach gleich wieder nach Hause mitgenommen werden - oder für den darauffolgenden Tag der offenen Tür am Sonntag den 19. Oktober von 10.00 bis 16 Uhr ausgestellt werden. „In vielen Familien werden diese Stücke bis heute aufbewahrt - jetzt können sie in einen größeren Zusammenhang betrachtet werden“, so Museumsleiterin Hella Meister, die bereits eine eindrucksvolle Sammlung zum Thema Seekrieg im 1. Weltkrieg zusammengetragen hat. Weitere Aktionstage sind in Mallersdorf, Rohr, Sünching, Schierling, Rottenburg und Neufahrn geplant. Eine gemeinsame Ausstellung der Labertalgemeinden mit einem „Historischen Themenabend 1. Weltkrieg“ gestaltet der AK Labertal Anfang Dezember in Mallersdorf-Pfaffenberg.

Die Materialschlachten und das Leben und Sterben an den Fronten des Ersten Weltkriegs sind in den letzen Monaten vielfach dokumentiert und besprochen worden. 100 Jahre nach Kriegsausbruch geht der SPD-Arbeitskreis Labertal in der Geschichtswerkstatt „Weihnachten sind wir wieder zuhause“ – Das Labertal erinnert sich“ insbesondere der Frage nach, wie Frauen, Kinder, Kriegsversehrte und alte Menschen den Großen Krieg zu Hause erlebt haben. Weiter soll in Erfahrung gebracht werden, wie es unseren Bauernhöfen und Handwerksbetrieben erging, wenn die Männer im Krieg waren.

Kriegsmarine - Ein besonderer Themenbereich in Geiselhöring

Hella Meister präsentiert in ihrem Museum der Seefahrt eine wohl einzigartige Sammlung an Erinnerungsstücken zum 1: Weltkrieg – zumindest in Bayern: Geschichte und Geschichten um den Seekrieg. „Finden sich in fast allen größeren Orten die Weltkriegs-Flieger, so werden es wohl nur wenige sein, die aus unserer Region zur kaiserlichen Marine gegangen sind – es wäre wirklich eine Sensation, wenn wir einen Matrosen im Labertal finden würden“, so AK Sprecher Rainer Pasta. Von Graf von Luckner, dem „Kaperfahrer der Kaiserlichen Marine“, sind im Museum der Seefahrt gleich mehrere Ausstellungsstücke vorhanden. Bei Kriegsausbruch 1914 befand sich Luckner an Bord von S.M.S. Panther. Da ihm der Dienst auf dem alten Kanonenboot zu langweilig war, meldete er sich zur Schlachtflotte.  Von Oktober 1914 bis August 1916 diente er als Offizier auf S.M.S. Kronprinz und nahm dabei auch an der Seeschlacht am Skagerrak. Zu Ruhm gelangte von Luckner, als Kommandant des Hilfskreuzers Seeadler, eines motorisierten Segelschiffes, die englische Seeblockade, die für die Mangelversorgung in der Heimat verantwortlich war, durchbrach. Hierzu tarnte er das Schiff als norwegischen Frachter. In dem von ihm geführten Kaperkrieg gelang es Luckner mit der Seeadler 3 Frachter und 13 Segler aufzubringen. Das Ende des Krieges erlebte er mit der Besatzung der Seeadler jedoch im Zuchthaus von Auckland/Australien.

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.