Markus Rinderspacher, Harald Unfried, Ruth Müller, Sebastian Hutzenthaler, Edith von Welser- Ude
Edith von Welser- Ude beim Polit- Talk in Jutta´s Café
Markus Rinderspacher, Harald Unfried, Ruth Müller, Sebastian Hutzenthaler, Edith von Welser- Ude
Edith von Welser- Ude beim Polit- Talk in Jutta´s Café
Ganz nach dem Spruch von John Lennon „Leben ist das was passiert, während du dabei bist, Pläne zu machen“, erging es auch Edith von Welser- Ude vor zwei Jahren. Die Amtszeit ihres Mannes Christian Ude als Oberbürgermeister von München wäre im März 2014 beendet gewesen und so hatte man geplant, den Lebensabend mit gemeinsamen Hobbies, Kunst, Fotografieren, Lesen und Reisen zu verbringen. Da es nun anders kommt, hat die 74jährige Mutter von sechs Kindern beschlossen, den Wahlkampf ihres Mannes um das Amt des Ministerpräsidenten aktiv zu unterstützen.
„Edith von Welser- Ude hat sich bereits in jungen Jahren politisch engagiert – ein Vorbild für alle Frauen, die sich einmischen und einbringen wollen in die Gestaltung ihrer Heimat“, so die Kreis- und Fraktionsvorsitzende Ruth Müller in ihrer Begrüßung in „Jutta´s Café“. Gemeinsam mit dem SPD- Ortsvorsitzenden Sebastian Hutzenthaler hatte Ruth Müller das Café als Veranstaltungsort gewählt, um den Bogen von der Politik zu Kunst und Kultur zu schlagen. Und so stimmten Valerian Thielicke an der Geige und Peter Schmid am Klavier die Gäste mit Wiener Walzermusik aus der Jahrhundertwende musikalisch auf einen lauen Sommerabend ein.
Markus Rinderspacher, der Fraktionsvorsitzende der SPD im bayerischen Landtag, der früher als Journalist gearbeitet hatte, verstand es, Edith von Welser- Ude Einzelheiten aus ihrem spannenden und engagierten Leben erzählen zu lassen.
Eindrucksvoll schilderte sie, wie sie ihre ersten beiden Kinder – Zwillinge – großzog. Zwischen Stillen, Windeln waschen und Holz hacken sei wenig Zeit für anderes gewesen. Schon als Kind habe sie davon geträumt, einmal viele Kinder zu haben und so genieße sie es heute, dass sie gemeinsam mit ihrem Mann Christian Ude, vier Kindern, den Schwieger- und Enkelkindern in einem Haus lebe. „Manchmal sei es wie in der Lindenstraße“, so Welser- Ude mit einem Schmunzeln.
Über ihre Kinder sei sie auch in die Politik gekommen. Die Schulen waren zu alt, zu klein und das Schulsystem habe ihr nicht behagt. Sie gilt als „Gründungsmutter“ des Bayerischen Elternverbands und sei 1969 auch in die SPD eingetreten. Im Stadtrat habe sie zwölf Jahre mitgearbeitet, war stellvertretende Fraktionsvorsitzende und habe ehrenamtlich gemeinsam mit ihrem Mann, der Chefredakteur der „Münchner Post“ war, als Fotografin mitgearbeitet. „Wir waren junge Frauen, wir wollten uns einbringen und die Welt verändern“, so einfach sei das gewesen, fasste Edith von Welser- Ude ihre Beweggründe zusammen. Leicht sei es nicht gewesen, in einer Runde mit 40 Männern, die Frauen in der Politik noch nicht wirklich gewohnt waren. Dennoch habe sich durchaus viel verändert, wenn sie zurückblicke.
Heute gebe es Kindergärten und Schulen mit Betreuungsangeboten, die es Frauen erleichtern, wieder berufstätig zu werden. „Unfug“ nannte sie das Betreuungsgeld. „Frauen mit 100 Euro vom Beruf abzuhalten, habe langwierige Auswirkungen auf die spätere Rente“, so Welser- Ude. Sinnvoller sei es, das Geld in gute Kitas zu investieren und in eine leistungsgerechte Bezahlung der Erzieherinnen.
Die leidenschaftliche Fotografin gab auch einen Einblick in ihr künstlerisches Leben: Über 40 Ausstellungen habe sie gemacht, sie gilt als eine der besten Fotografinnen in München, erzählte Markus Rinderspacher den zahlreichen Gästen in „Jutta´s Café“. Darüberhinaus habe sie ein Frauennetzwerk geschaffen, in dem sich mittlerweile rund 100 Frauen einmal monatlich treffen, um sich auszutauschen, zu kochen, zu ratschen. „Bald wurde unser Balkon zu klein für diese Treffen, die wir mit rund einem Dutzend Frauen begonnen hatten“, so Welser- Ude. Und so habe man den ehemaligen Kohlenkeller im Münchner Altbau zu einem Treffpunkt umfunktioniert. Entstanden sei dabei auch ein Kochbuch mit internationalen Rezepten – die Fotos dazu stammen natürlich von Edith von Welser- Ude.
Hier knüpfte Rinderspacher an eine weitere Leidenschaft der engagierten Frau an: Ein Münchner Fernsehsender wollte als Gegenpart zu den männlichen Kochshows mit Edith von Welser- Ude einige Kochsendungen drehen. Mittlerweile seien es über 200 Sendungen geworden, so Welser- Ude. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht raffinierte und aufwändige Rezepte, sondern das gemeinsame Kochen mit bekannten Personen und das „Gespräch in der Küche“.
Neben all ihren eigenen Aktivitäten habe sie dennoch regen Anteil am politischen Leben genommen. Jeden OB- Wahlkampf der Münchner SPD habe sie begleitet, jedes Plakat- Porträt- Bild ihres Mannes stamme aus ihrer Kamera. „Wir kennen uns seit 40 Jahren – bei mir lächelt er anders, und durch meine Augen sollen ihn die Menschen sehen“, so Welser- Ude. Erfreut sei sie nicht gewesen, als die bayerische SPD ihren Mann fragte, ob er für das Amt des Ministerpräsidenten kandidieren wolle, erzählte sie freimütig auf die Nachfrage Markus Rinderspachers. „Ich habe geheult vor Wut, weil ich genau wusste „aus dieser Nummer kommt er nicht mehr raus“. Aber letztendlich habe die „Genossin über die Ehefrau gesiegt“. Wenn Horst Seehofer über Christian Ude sagt: „Jemand, der soviel geleistet hat, den muss man ernst nehmen“, dann sei er der richtige Kandidat für die Spitzenkandidatur der bayerischen SPD, stellte sie fest. Die Frage „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ und „Wenn nicht er, wer dann?“ habe nur diese eine Antwort zugelassen.
SPD- Vorsitzender Sebastian Hutzenthaler bedankte sich mit einem Buchskranzl bei der charmanten Frau des Münchner Oberbürgermeisters, die gemeinsam mit Markus Rinderspacher so locker plauderte, dass man das Gefühl hatte, einem privaten Gespräch zu lauschen. Das „Ergoldsbacher Kochbuch“ gab er ihr mit auf den Weg nach München als Anregung für eine der nächsten Kochshows. Dass sich in der Politik einiges verändert habe, in den letzten Jahren kommentierte er trocken mit: „Die Männer sind heute viel besser als früher“.
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Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.
- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.
Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.
Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.
Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.
Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!
Vortrag 1: Langquaid Vortrag 2: Geiselhöring Vortrag 3: Rottenburg Vortrag 4: Straubing Vortrag 5: Aufhausen --------------------------------- Dröscher- Preis 2011 - "SPD erneuert sich" AK- Labertal erringt Platz 3 beim Bundesparteitag in Berlin Unterstützervideo I Unterstützervideo II Unterstützervideo III Unterstützervideo IV >Unser Wettbewerbsbeitrag: Wider das Vergessen - Zivilcourage heute Bilderimpressionen vom Stand der Labertaler SPD
Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.