Inklusion in Bayern – Der Startschuss ist gefallen!

Veröffentlicht am 15.06.2011 in Bildung

Wegweisender Gesetzentwurf auf dem Weg

Im Jahr 2006 verpflichtete sich die Bundesrepublik in der UN-Behindertenrechtskonvention unter anderem zur Einführung der „inklusiven Schule“, einer Schule also, an der Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen und unterrichtet werden. Ein Entwurf zur Änderung des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes (BayEUG), der derzeit das Gesetzgebungsverfahren durchläuft, ebnet den Weg für die Inklusion in Bayern. Die Regensburger Landtagsabgeordnete Margit Wild (SPD) gehörte der interfraktionellen Arbeitsgruppe an, die den Entwurf verfasste: „Nach anfänglicher Zurückhaltung im Kultusministerium, hat der Landtag die Sache parteiübergreifend in die Hand genommen“, so Wild – ein einzigartiger Vorgang in der Geschichte des Landesparlaments.

Am Ende steht ein klares Bekenntnis zur inklusiven Schule: „Inklusiver Unterricht ist Aufgabe aller Schulen“, heißt es im neuen Art. 2 BayEUG; mit Art. 30b BayEUG wird eine eigene Vorschrift zur inklusiven Schule in das Gesetz aufgenommen, die die praktische Umsetzung regelt.

Der Gesetzentwurf ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung der Inklusion in Bayern“, so Wild. Einigen gingen die Änderungen nicht weit genug, jedoch sei ein grundlegender Wandel der Schulstrukturen nicht von heute auf morgen umzusetzen. „Bildungsreformen, die mit Zwang und unter Zeitdruck umgesetzt werden, sind zum Scheitern verurteilt“, mahnt die Abgeordnete. Außerdem könne in Bayern auf die wertvolle Arbeit von Schulen, Fördereinrichtungen und anderen Stellen aufgebaut werden, die sich seit Jahrzehnten um die Eingliederung von Kindern mit sonderpädagogischen Förderbedarf bemühen. „Es gilt nun, den eingeschlagenen Weg gemeinsam weiterzugehen.“

Für Margit Wild steht dabei der Dialog mit den Betroffenen im Mittelpunkt. „Als heilpädagogische Förderlehrerin weiß ich um die vielschichtigen Probleme und Interessenkonflikte, die auf uns zukommen“, so die Abgeordnete. Daher müssten Schüler, Eltern, Lehrkräfte, Schulleiter, Schulträger, Verbände und Fachstellen in den Diskurs über die inklusive Schule einbezogen werden. „Nur so kann es gelingen, zum Wohle der Schülerinnen und Schüler, Akzeptanz für inklusiven Unterricht zu schaffen“, meint Wild.

Die Regelschulen werden nach dem Gesetzentwurf verstärkt in Kooperationen mit Förderschulen die möglichen Wege zu inklusiven Unterricht ausloten. Außerdem wird es an den Regelschulen Heilpädagogen und heilpädagogische Förderlehrer zur Unterstützung der Klassenlehrkräfte geben. Die Vorschriften nehmen dabei besondere Rücksicht auf die Umstände vor Ort und lassen Spielraum für eine „maßgeschneiderte“ Umsetzung. Im Doppelhaushalt 2011/12 sind zunächst 200 weitere Planstellen für Inklusionsaufgaben vorgesehen. „Das Personalbudget ist ausbaufähig“, so Wild, dennoch sei dies ein guter Anfang.

Um das Konzept Inklusion und die geplanten Änderungen nachhaltig umsetzen zu können, muss ebenso eine stabile und realistische Finanzierung bereitgestellt und auch in Zukunft gesichert werden“, fährt MdL Wild fort, „die Kommunen und Schulen müssen wissen, welche zusätzlichen Ausgaben und Investitionen auf sie zukommen.“

Der Gesetzentwurf zur inklusiven Schule ist wegweisend“, meint die SPD-Abgeordnete. Es müssten noch viele Schritte getan werden, um das Ziel des inklusiven Unterrichts zu verwirklichen. „Der Startschuss ist gefallen! Gemeinsam gilt es, die Herausforderungen anzugehen.“

 

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Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.