v.l.: Rainer Pasta, Bernhard Roos MdL, Reinhold Perlak MdL, Sebastian Hobmeier, Reinhard Schwikowski, Franz Peter Sichler
Kranzniederlegung an der KZ-Grab- und Gedenkstätte Saal
Im Rahmen der Ausstellungseröffnung in Kelheim besuchten die SPD Landtagsabgeordneten Reinhold Perlak und Bernhard Roos mit Sebastian Hobmaier, derzeit amtierender Bürgermeister in Saal, die Gedenkstätte des Außenlagers Flossenbürg und legten einen Kranz der BayernSPD nieder. "Die Überlieferung weiß", so Sichler in seiner Erinnerung an das Außenlager Saal, "dass dies eines der grausamsten Lager gewesen sein muss". Um die 600 Gefangene seien hier gestorben. Reinhard Schwikowski mahnte: "Kalte Gleichgültigkeit, versteckte Intoleranz und manchmal kalter Hass", hätten dieses nicht vorstellbare Elend über Andersdenkende gebracht. Nur wer die Augen vor dieser Vergangenheit nicht verschließe, könne in Zukunft ähnliches verhindern. Sich zur Demokratie zu bekennen heiße auch, den Anfängen jeglicher Ausgrenzung zu wehren.
Im Waldtal, an der Straße Saal-Teugn, gab es 1944/45 ein Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. Eine Rüstungsfabrik der Messerschmidt-Werke sollte im Inneren des Ringberges entstehen. Bis zu 600 Häftlingen waren hier zur Zwangsarbeit unter katastrophalen Bedingungen eingesetzt. Mitte April 1945 wurde das Lager in Richtung Dachau, Außenlager Allau "evakuiert". Die Häftlinge waren teilweise in Erdgruben untergebracht. Die Baustelle und das Lager befanden sich südlich des Ortsteils Untersaal. Nach dem Krieg sind beim Lager 20 Leichen sowie die Asche von ca. 360 Menschen gefunden worden. Sie wurden auf dem Ortsfriedhof beigesetzt. Seitdem befindet sich hier ein Gedenkstein mit der Aufschrift: "Begräbnisstätte von 20 KZ-Opfern und Asche von 360 KZ-Häftlingen aus dem Lager Flossenbürg, gest. April 1945". Ergänzende Inschriften sind: "Eure Asche sei uns ein mahnend Vermächtnis" und von 1985: "Niemals wieder! Wir haben die Schrecken der Vergangenheit nicht vergessen 1945-1985. Die Jugend der I.G. Bau Steine Erden".
Die beiden Abgeordneten Reinhold Perlak und Bernhard Roos legten anschließend einen Kranz der BayernSPD an der Gedenkstelle nieder.