1945-2010: 65 Jahre Kriegsende

Veröffentlicht am 06.07.2010 in Allgemein

v.l.: Rainer Pasta, Bernhard Roos MdL, Reinhold Perlak MdL, Sebastian Hobmeier, Reinhard Schwikowski, Franz Peter Sichler

Kranzniederlegung an der KZ-Grab- und Gedenkstätte Saal
Im Rahmen der Ausstellungseröffnung in Kelheim besuchten die SPD Landtagsabgeordneten Reinhold Perlak und Bernhard Roos mit Sebastian Hobmaier, derzeit amtierender Bürgermeister in Saal, die Gedenkstätte des Außenlagers Flossenbürg und legten einen Kranz der BayernSPD nieder. "Die Überlieferung weiß", so Sichler in seiner Erinnerung an das Außenlager Saal, "dass dies eines der grausamsten Lager gewesen sein muss". Um die 600 Gefangene seien hier gestorben. Reinhard Schwikowski mahnte: "Kalte Gleichgültigkeit, versteckte Intoleranz und manchmal kalter Hass", hätten dieses nicht vorstellbare Elend über Andersdenkende gebracht. Nur wer die Augen vor dieser Vergangenheit nicht verschließe, könne in Zukunft ähnliches verhindern. Sich zur Demokratie zu bekennen heiße auch, den Anfängen jeglicher Ausgrenzung zu wehren.

Im Waldtal, an der Straße Saal-Teugn, gab es 1944/45 ein Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. Eine Rüstungsfabrik der Messerschmidt-Werke sollte im Inneren des Ringberges entstehen. Bis zu 600 Häftlingen waren hier zur Zwangsarbeit unter katastrophalen Bedingungen eingesetzt. Mitte April 1945 wurde das Lager in Richtung Dachau, Außenlager Allau "evakuiert". Die Häftlinge waren teilweise in Erdgruben untergebracht. Die Baustelle und das Lager befanden sich südlich des Ortsteils Untersaal. Nach dem Krieg sind beim Lager 20 Leichen sowie die Asche von ca. 360 Menschen gefunden worden. Sie wurden auf dem Ortsfriedhof beigesetzt. Seitdem befindet sich hier ein Gedenkstein mit der Aufschrift: "Begräbnisstätte von 20 KZ-Opfern und Asche von 360 KZ-Häftlingen aus dem Lager Flossenbürg, gest. April 1945". Ergänzende Inschriften sind: "Eure Asche sei uns ein mahnend Vermächtnis" und von 1985: "Niemals wieder! Wir haben die Schrecken der Vergangenheit nicht vergessen 1945-1985. Die Jugend der I.G. Bau Steine Erden".

Die beiden Abgeordneten Reinhold Perlak und Bernhard Roos legten anschließend einen Kranz der BayernSPD an der Gedenkstelle nieder.

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.