von links: Rainer Pasta (Arbeitskreis Labertal), Bernhard Roos (MdL, Passau), Florian Pronold (MdB, Landesvorsitzender SPD),Reinhard Schwikowski (Vorsitzender SPD Saal), Franz Peter Sichler (Vorsitzender SPD Kelheim), Reinhold Perlak (MdL Straubing) bei der Ausstellungseröffnung
Kämpfer für Freiheit und Demokratie
Im Kelheimer Einkaufscenter erzählt eine Ausstellung über das Leben des evangelischen Priesters, der im KZ Flossenbürg starb.
Im ersten Stock des Kelheimer Einkaufszentrums ist anlässlich des 65. Todestages des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, der im Zweiten Weltkrieg für Freiheit und Demokratie eingetreten ist, eine Ausstellung über dessen Leben und Wirken zu sehen.
Am 9. April 1945 führten die Schergen sieben Männer im Konzentrationslager Flossenbürg zum Galgen. Mit dabei der evangelische Pfarrer Dietrich Bonhoeffer. Er, der sich nicht der Gewaltherrschaft beugen, nicht der offiziellen Kirche seiner Zeit anschließen wollte ist, so zitierte Franz Peter Sichler, SPD-Ortsvorsitzender bei der Ausstellungseröffnung aus dem Lagertagebuch, "wie kaum einer in den Tod gegangen". Aus dem sicheren Amerika kehrte er zurück in sein geschundenes Heimatland, um einzustehen für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. "Ein Grab gibt es nicht", so Sichler, Leben und Werk Bonhoeffers lebten jedoch weiter. In einer sehr eindringlichen Darstellung der Biographie Bonhoeffers fesselte Sichler die Zuhörer.
Der SPD-Arbeitskreis "Labertal" hat die Ausstellung mit den SPD-Ortsvereinen Saal, Vorsitzender Reinhard Schwikowski und Kelheim, Vorsitzender Franz Peter Sichler, in die Kreisstadt geholt, nach dem sie bereits in fünf anderen Gemeinden gezeigt wurde.
Festrede von SPD-Landesvorsitzendem MdL Florian Pronold
Die Szenerie in der verstärkt für Ausstellungen genutzten Fläche zwischen Schuhgeschäft und Reisebüro zog bei der Ausstellungseröffnung neugierige Blicke auf sich, so berichtet der Donaukurier. Es kommt ja auch nicht alle Tage vor, dass an einem belebten Einkaufssamstag rund 30 Sozialdemokraten das Lied ‚Von guten Mächten’ anstimmen und anschließend der Bundestagsabgeordnete und SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold als Festredner das Wort ergreift. "Dem Rad des Lebens in die Speichen greifen", dieser Bonhoeffer-Satz habe ihn besonders bewegt. Vielleicht, hoffte er, spreche Bonhoeffers Tun in einem Einkaufscenter mehr Menschen an, als in einer Kirche. Für die Würde und die Freiheit des Menschen sich einzusetzen, sei zu jeder Zeit aller Ehren wert. "Sonntagsreden sind schön", schloss Pronold, "etwas anderes ist von Montag bis Samstag Zivilcourage und Demokratie zu leben". Pronold berichtete über eine sehr persönliche Begegnung mit einem Zeitzeugen, der das Konzentrationslager Buchenwald überlebte.
Mit der Ausstellung, deren Eröffnung mit einer Kranzniederlegung durch die Landtagsabgeordneten Reinhold Perlak und Bernhard Roos an der
KZ-Gedenkstätte im Friedhof von Saal verbunden war, wird an das Martyrium des Christen im Widerstand erinnert. „Die sachliche und engagierte Gestaltung läßt für jeden Betrachter genug Raum, sich ein eigenes Bild über den evangelischen Theologen zu machen“, so die Veranstalter.