Ziel: 25% der Zweit- und Pendlerautos als eAuto

Veröffentlicht am 13.04.2012 in Regionalpolitik

Stehen für die Umsetzung der Energiewende: Einsatz für das Gelingend er Energiewende: E-Wald-Projektleiter Klaus Mairhöfer (Mitte), SPD-Ortsvorsitzender Johannes Faden (3.v.li.), AK-Sprecher Rainer Pasta (3.v.re.) sowie Gäste aus Langquaid, Rohr und Geiselhöring

"Tankst du noch, oder lädst du schon?"
eMobilität – weiter als vermutet und allgemein dargestellt – Optionen für die Region

Wer kann ein Elektroauto nutzen? Wie groß ist die Reichweite? Wo und wie kann 'getankt' werden? Kann die eigene Photovoltaik-Anlage als Tankstelle genutzt werden? Was ist bei Schnee und Kälte? Welche Modelle sind bereits praxistauglich? – und, und, und…- viele Fragen zum Thema eMobilität hatten die Besucher beim Infoabend zum Thema eMobilität am vergangenen Donnerstag im Gasthaus Hagn in Sallach. Der SPD-Ortsverein hatte zusammen mit dem AK Labertal eingeladen und Klaus Mairhöfer, vom OZB Technologiecampus Teisnach der FH Deggendorf, der das Projekt E-Wald der Hochschule Deggendorf von der ersten Sekunde an gemeinsam mit Prof. Dr. Peter Sperber leitet und begleitet, gab ausführliche und konkrete Antworten.

In seiner Einführung erinnerte AK Sprecher Rainer Pasta daran, dass das E-Waldprojekt über die drei Labertalgemeinden Mallersdorf-Pfaffenberg, Laberweinting und Geiselhöring weit ins Labertal hinein reichen würde und – neben dem energiepolitischen Aspekten – die touristische Komponente nicht außer acht gelassen werden dürfe. eMobilität sei durch die vielen Pedelecs und eBikes bereits in der Region angekommen und auch die Etablierung von eAutos sei nur eine Frage der Zeit.

"Tankst du noch, oder lädst du schon?" - so jedenfalls fasste Klaus Mairhöfer vom OZB Technologiecampus Teisnach der FH Deggendorf, E-WALD-Projektleiter und begeisterter eAuto-Fahrer, die Zukunft des Individualverkehrs anschaulich zusammen. Gerade im ländlichen Raum sei es zwingend nötig, eine machbare Vision zum Individualverkehr jenseits der endlichen Ölvorräte (Benzin,Diesel) zu finden. Auch das gehöre zur Energiewende! Bei mehr als 1,70 Euro pro Liter Super werde es Zeit, sich nach Alternativen umzusehen. Klaus Mairhöfer stellte kurz das Projekt E-Wald vor und präsentierte die ersten Ergebnisse der Untersuchungen der FH Deggendorf zu den im Handel befindlichen Fahrzeugen.

Ein Elektroauto macht keinen Lärm und es "stinkt" nicht. Im Verbund mit dem ÖPNV bietet E-Wald eine Option für die nachhaltige Mobilität der Menschen im ländlichen Raum und ist eine Chance für den Tourismus in der Region. Elektroautos innerhalb des E-WALD-Projektes verursachen weder einen direkten noch einen zurechenbaren CO² Ausstoß, denn sie werden mit Ökostrom betankt. Die Verbrauchskosten bei einem Elektroauto sind deutlich günstiger als für Benzin und Dieselmotoren. Für eine „Tankfüllung“ wird Strom für ungefähr 2,50 € "getankt".

Leider könnten aktuell keine deutschen eAutos empfohlen werden, obwohl sich Mairhöfer überzeugt zeigte, dass die deutschen Ingenieure dies jederzeit gewährleisten könnten. Mercedes baue mit seiner chinesischen Tochterfirma in Fernost längst praxistaugliche eAutos – doch solange die Verbraucher hier weiter auf Diesel und Benzin setzten, ließe sich weiter damit viel Geld verdienen und ein Umdenken sei für Mercedes, Audi und BMW gar nicht nötig. Das könne sich aber schnell ändern, so Mairhöfer, denn die eAutos der Franzosen und Japaner würden immer besser und seien längst nicht mehr teuerer als vergleichbare Benzin- oder Dieselfahrzeuge. „Das Geheimnis des Erfolges liegt darin, dass nicht versucht wurde, im gleichen Auto nur den Antrieb auszuwechseln, sondern dass ganz neue Autos für Elektroantrieb konzipiert und gebaut werden. Und das inzwischen in Serie und damit zu vernünftigen Preisen“.

Klaus Mairhöfer wusste zu berichten, dass das E-WALD-Projekt, bei dem die Organisation der eMobilität im ländlichen Raum neu erfunden werden soll, inzwischen mit den tschechischen und oberösterreichischen Nachbarn vernetzt werde und auch aus dem fernen Ausland Interessenten nach Deggendorf und Teisnach kämen. Mairhöfer räumte auch überzeugend mit den oft kommunizierten Hemmnissen bei der eMobilität auf. Reichweite, Batteriequalität, Heizung usw. seien für die Serienfahrzeuge keine Themen mehr – selbst der Winter konnte die eAutos aus der E-WALD-Flotte nicht stoppen. Mairhöfer: „Wir werden beweisen, dass eMobilität im Bayerischen Wald mit seinem extremen Klima und seiner bergigen Landschaft machbar ist – und wenn es hier klappt, dann klappt es überall.“ Die Vision für die kommenden 5 Jahre fasste Mairhöfer konkret zusammen: "25% der Zweit- und Pendlerautos als eAuto und eine zunehmende Begeisterung aller Verkehrsteilnehmer für die eMobilität, ob nun mit eBike, eAuto oder der Bahn – das wäre unser Ziel!"

Mittendrin im E-Wald- Projekt, waren die Labertaler daran interessiert, welche praxistauglichen eAutos derzeit im Handel sind und guten Gewissens gekauft/geleast werden können. Mairhöfer betonte die Praxistauglichkeit der eAutos und stellte neben einem eigenen Carsharing-Konzept („nutzen statt besitzen“) ein intermodulares Konzept für den Fernverkehr (Kombination Bahn/ÖPNV und eAutos) vor. Er zeigte sich überzeugt, dass nach Beginn der zweiten Projektphase in wenigen Wochen, Touristen und Pendler in den Landkreisen im Bayerischen Wald und im angeschlossenen Gäuboden die eMobilität in der Region durch interessante Miet- und Leasingangebote einen deutlichen Schritt nach vorne bringen werden. „Jeder kann mitmachen. Wir analysieren ihr persönliches Fahrverhalten und suchen für jeden ein passendes Modell aus. eMobilität ist keine Zukunftsvision mehr, sondern Realität!“

Besonders interessierte die anwesenden Kommunalpolitiker, in wie weit die dem Projekt angeschlossenen Kommunen von E-WALD und den Angeboten der FH Deggendorf profitieren könnten. Erstaunt wurde festgestellt, dass die E-Ladesäule beim Rathaus Geiselhöring mit E-WALD so gar nichts zu tun hat und eine weitere Ladesäule – finanziert und vernetzt von E-Wald demnächst am Bahnhof errichtet werden soll. Hier scheint es zumindest auf kommunaler Ebene noch reichlich Abstimmungsbedarf zu geben. Auch die Qualität des Aufenthalts und damit die Vernetzung der Sehenswürdigkeiten vor Ort mit den Tourismusangeboten im Bayerischen Wald reichten – so Mairhöfer - von "bei uns ist es auch schön" bis hin zu ausgefeilten Vernetzungsstrategien und handfesten Angeboten. Es gibt also noch viel zu tun.

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.