Für einen starken Sozialstaat

Veröffentlicht am 12.04.2012 in Arbeit & Wirtschaft

ÖGB-Präsident Erich Foglar: „Der Sozialstaat hat uns in der Krise stabilisiert.“

Defizit verringern, Schulden abbauen – dass das geschehen muss, darüber sind sich alle einig. Lediglich das Wie ist strittig. Nicht nur in Deutschland und in Bayern wird über eine Schuldenbremse diskutiert, sondern auch in Österreich. Davon konnten sich Mitglieder des SPD-Arbeitskreises „Haushalt und Finanzen“, dem auch der oberpfälzer SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl angehört, letztens in Wien ein Bild machen. Bei einem Treffen mit dem Präsidenten des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), Erich Foglar, machte dieser klar: „Den Sozialstaat zusammenstreichen, um so die Schulden abzubauen, das führt in die Sackgasse und das verschärft die Krise.“

Der ÖGB bekenne sich zu einem starken Sozialstaat: „Wir müssen ihn verbessern, erneuern, damit er effizient, effektiv und bürgernah ist, ihn mit ausreichender Finanzierung sicher machen und das Vertrauen in ihn wieder stärken.“ Der Sozialstaat, so Erich Foglar, sei nicht schuld an der Krise oder an den gestiegenen Staatsschulden, im Gegenteil. „Dass wir einen funktionierenden Sozialstaat haben, das hat durch die Krise geholfen.“ Diese Aussage deckt sich auch mit der Meinung von MdL Reinhold Strobl, welcher einen funktionierenden Sozial- und Rechtsstaat als Standortvorteil für die Wirtschaft sieht. Da, wo dies nicht funktioniere, würde sich die Wirtschaft über kurz oder lang wieder zurückziehen.

Klar, so Foglar im Gespräch in der ÖGB-Zentrale in Wien, sei dabei auch: „Wer glaubt, Defizitabbau werde ohne neue Einnahmen gelingen, sei auf dem volkswirtschaftlichen Holzweg." Höhere Massensteuern würden jedoch nicht in Frage kommen. Das schwäche die Kaufkraft und schade der Wirtschaft. „Die Profiteure der Krisenbekämpfung müssen auch einen Beitrag leisten.“ Der ÖGB hat hier einige Vorschläge: Durchforstung des Förderdschungels, Nichtabsetzbarkeit von Managergehältern ab 500.000 Euro, Bekämpfung von Steuerhinterziehung, Lückenschluss bei der Körperschaftssteuer, vermögensbezogene Steuern, um nur einige zu nennen. „Immer wieder den Blick über die Landesgrenzen zu werfen“, so Strobl, „ist auf jeden Fall sinnvoll.“ Es sei wichtig, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und Europa zu einem Sozialstaat auszubauen, statt es kaputt zu sparen.

 

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Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.