Mit großer Mehrheit hat das Europäische Parlament am Mittwoch eine Entschließung zu Transfetten angenommen. Darin wird die Europäische Kommission aufgefordert, binnen zwei Jahren eine verbindliche Obergrenze für industrielle Transfettsäuren in Lebensmitteln einzuführen.
"Diese sogenannten Transfette in unserem Essen verursachen Herzkrankheiten. Deshalb ist eine Obergrenze hier wichtig und richtig", kommentiert der Amberger SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug das Abstimmungsergebnis.
Nationale Regelungen haben gezeigt, dass es sinnvoll ist, industrielle Transfettsäuren zu vermindern. So dürfen zum Beispiel in Dänemark seit 2004 nur noch Lebensmittel verkauft werden, deren Fett zu weniger als zwei Prozent aus Transfetten besteht. Die Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Krankheiten sind seitdem in Dänemark nachweislich zurückgegangen.
„Nicht, dass jetzt gleich wieder ein Aufschrei kommt nach dem Motto ´die EU will uns den Genuss von Pommes oder Popcorn verbieten`. Wir wollen, dass diese gesundheitsgefährdenden Transfette künftig ersetzt werden, da sich Obergrenzen für Transfette nachweislich positiv auf die Gesundheit auswirken“, erklärt Ertug und ergänzt "Selbstverständlich brauchen wir weiterhin Aufklärungsarbeit über abwechslungsreiche und ausgeglichene Ernährung und auch über die Gefahr von Transfetten".
Zum Hintergrund: Bei Transfettsäuren handelt es sich um ungesättigte Fette, die bei der industriellen Verarbeitung von Pflanzenölen entstehen. Diese Pflanzenöle werden etwa zur Herstellung von Margarine, Blätterteig oder frittierten Lebensmitteln wie Pommes Frites oder Chips verwendet. In Keksen oder Popcorn können sie bis zur Hälfte des Fettanteils ausmachen. Natürliche Transfette finden sich in geringeren Menge in von Wiederkäuern gewonnen Lebensmitteln wie Fleisch oder Milch. Diese sind von der Regelung nicht betroffen.