Wanderausstellung "Schuld & Sühne?" - Station Straubing

Veröffentlicht am 10.11.2016 in Veranstaltungen

Schuld und Sühne?

Wanderausstellung gastiert in der Wirtschaftsschule Kasberger-Wildmann

Bereits letztes Jahr präsentierte der SPD-Arbeitskreis Labertal eine zeitgeschichtliche Ausstellung in der Wirtschaftsschule Kasberger-Wildmann in Straubing. Dieses Jahr zeigt der Arbeitskreis eine Ausstellung des Staatsarchivs München, das auf 12 Ausstellungstafeln die Ermittlungen und Strafverfahren wegen Nationalsozialistischer Gewaltverbrechen zeigt. Die Wanderausstellung gastiert in der Wirtschaftsschule Kasberger-Wildmann vom 9.-17. November und kann werktags zu den üblichen Schulzeiten besichtigt werden.

„Die NS- Gewaltverbrechen und ihre Aufarbeitung nach dem Zweiten Weltkrieg sind das Thema des SPD-AK Labertal im Jahr 2016“, so Rainer Pasta, Sprecher des Arbeitskreises. „Ein dunkles Kapitel in unserer deutschen Geschichte und wir werden daran erinnern, damit das nie wieder passiert“. Das Staatsarchiv München stellt dem AK Labertal die Ausstellung „Schuld und Sühne?“ zur Verfolgung von NS- Gewaltverbrechen exklusiv zur Verfügung. „Die Ausstellung wurde am 6. Mai 2014 zum ersten Mal in München gezeigt und wurde für die Ausstellungsreihe in der Region um ausgesuchte niederbayerische Fälle ergänzt“, so Barbara Kasberger, die sich über den Ausstellungsstopp in ihrer Schule besonders freut.

Die Ausstellung des Staatsarchivs München gibt einen Einblick in die Verfahrensabläufe vor Gericht und stellt einige Prozesse vor, die aus der Masse der Strafverfahren herausragen. Ein Abschnitt der Ausstellung widmet sich den Verbrechen im Konzentrationslager Dachau, deren juristische Aufarbeitung ausschließlich in den Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft München II fiel. Die Nazis hatten das KZ Dachau zu einem Musterlager ausgebaut, das allein durch seine Existenz Schrecken unter der Bevölkerung verbreiten sollte. Regimegegner wurden dort zum Schweigen gebracht, nachweislich 31.591 Häftlinge fanden in Dachau den Tod. Diese Verbrechen beschäftigten die Staatsanwaltschaft München II bis in die 70er Jahre. Ein weiterer Abschnitt widmet sich beispielsweise NSG-Verfahren, deren Überlieferung man nicht in den Beständen eines für Oberbayern zuständigen Staatsarchivs vermuten würde. Sie betreffen den Tod von Stalins Sohn Jakob Dschugaschwili, die Ermordung von Edith Stein und dem Hitlerattentäter Georg Elser.

Die aus Niederbayern aufgenommenen Fälle betreffen Cäcilie Wühr, Josef Fritz, Ottilie Meindl und Nikolaj Sanian aus Drachselsried/Viechtach sowie Agnes Schober aus Regen und die KZ-Nebenlager Passau I (Oberiltzmühle) und Passau II. Um die regionale Komponente in die Ausstellung einzubringen hat der AK Labertal die zwölf Ausstellungstafeln des Bayerischen Staatsarchivs um zwei weitere Tafeln ergänzt: Die Standgerichtsprozesse zur Ermordung von Domprediger Johann Maier, Regensburg;  Regierungsrat Dr. Franz Seiff, Landshut ,sowie Friedrich Beutlhauser und Alois Huber, Ittling, aber auch die die fehlende gerichtliche Aufarbeitung zu den Vorkommnissen im Polenkinderlager Laberweinting und die Entnazifizierung werden darauf thematisiert.

Am Montag, den 14. November um 19 Uhr lädt der SPD-Stadtverband Straubing die Bevölkerung zu einer Abendveranstaltung ein, bei der AK-Sprecher Rainer Pasta  interessierte Besucher durch die Ausstellung führt.

Anschließend wandert die Ausstellung weiter nach Pfaffenberg und Geiselhöring und wird schließlich ab 12. Dezember in den Privaten Schulen Breitschaft in Regensburg gezeigt.

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.