Wanderausstellung "Schuld & Sühne?" - Auftaktveranstaltung

Veröffentlicht am 28.09.2016 in Veranstaltungen

Schuld und Sühne?

AK Labertal startet Wanderausstellung 2016 im Johannes-Nepomuk-Gymnasium Rohr

 Jedes Jahr beschäftigt sich die Labertaler SPD mit einem geschichtlichen Thema. Dieses Jahr präsentiert der Arbeitskreis eine Ausstellung des Staatsarchivs München, das auf 12 Ausstellungstafeln die Ermittlungen und Strafverfahren wegen Nationalsozialistischer Gewaltverbrechen zeigt. Die Wanderausstellung startet am 4. Oktober um 9.45 Uhr mit einem Fachvortrag von Dr. Christoph Bachmann, dem Leiter des Staatsarchivs München, im Prager Saal des Johannes-Nepomuk-Gymnasiums in Rohr. Die Ausstellung bleibt bis Freitag den 7. Oktober im Gymnasium Rohr und kann täglich von 8 bis 17 Uhr besichtigt werden.

„Die NS- Gewaltverbrechen und ihre Aufarbeitung nach dem Zweiten Weltkrieg sind das Thema des SPD-AK Labertal im Jahr 2016“, so Rainer Pasta, Sprecher des Arbeitskreises. „Ein dunkles Kapitel in unserer deutschen Geschichte und wir werden daran erinnern, damit das nie wieder passiert“. Das Staatsarchiv München stellt dem AK Labertal die Ausstellung „Schuld und Sühne?“ zur Verfolgung von NS- Gewaltverbrechen exklusiv zur Verfügung. „Die Ausstellung wurde am 6. Mai 2014 zum ersten Mal in München gezeigt und wurde für die Ausstellungsreihe im Labertal um ausgesuchte niederbayerische Fälle ergänzt“, so SPD-Ortsvorsitzender Georg Riedl, der sich über den Ausstellungsstar am Standort im Gymnasium Rohr und den Fachvortrag des Archiv-Leiters besonders freut.

Die Ausstellung des Staatsarchivs München gibt einen Einblick in die Verfahrensabläufe vor Gericht und stellt einige Prozesse vor, die aus der Masse der Strafverfahren herausragen. Ein großer Abschnitt der Ausstellung widmet sich den Verbrechen im Konzentrationslager Dachau, deren juristische Aufarbeitung ausschließlich in den Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft München II fiel. Die Nazis hatten das KZ Dachau zu einem Musterlager ausgebaut, das allein durch seine Existenz Schrecken unter der Bevölkerung verbreiten sollte. Regimegegner wurden dort zum Schweigen gebracht, nachweislich 31.591 Häftlinge fanden in Dachau den Tod. Diese Verbrechen beschäftigten die Staatsanwaltschaft München II bis in die 70er Jahre. Ein weiterer Abschnitt widmet sich beispielsweise NSG-Verfahren, deren Überlieferung man nicht in den Beständen eines für Oberbayern zuständigen Staatsarchivs vermuten würde. Sie betreffen den Tod von Stalins Sohn Jakob Dschugaschwili, die Ermordung von Edith Stein und dem Hitlerattentäter Georg Elser.

Die aus Niederbayern aufgenommenen Fälle betreffen Cäcilie Wühr, Josef Fritz, Ottilie Meindl und Nikolaj Sanian aus Drachselsried/Viechtach sowie Agnes Schober aus Regen und die KZ-Nebenlager Passau I (Oberiltzmühle) und Passau II. Um die regionale Komponente in die Ausstellung einzubringen hat der AK Labertal die zwölf Ausstellungstafeln des Bayerischen Staatsarchivs um zwei weitere Tafeln ergänzt: Die Standgerichtsprozesse zur Ermordung von Domprediger Johann Maier, Regensburg;  Regierungsrat Dr. Franz Seiff, Landshut ,sowie Friedrich Beutlhauser und Alois Huber, Ittling, aber auch die die fehlende gerichtliche Aufarbeitung zu den Vorkommnissen im Polenkinderlager Laberweinting und die Entnazifizierung werden darauf thematisiert.

Am Donnerstag, den 6. Oktober lädt der SPD-Ortsverein Rohr die Bevölkerung zu einer Abendveranstaltung ein, bei der die stellvertretende Sprecherin des Arbeitskreises und Mitarbeiterin im Staatsarchiv München, Karin Hagendorn, interessierte Besucher durch die Ausstellung führt.

Anschließend wandert die Ausstellung weiter nach Neustadt, Geiselhöring, Aufhausen, Rottenburg, Straubing und Pfaffenberg

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.