Ob Elfenbein, Korallen oder Nashorn-Horn: Der illegale Handel mit bedrohten Tieren und Pflanzen floriert - mit fatalen Folgen für die Artenvielfalt. Um gefährdete Tiere und Pflanzen zu schützen, wird die Europa-SPD am Donnerstag, 24. November, einem Initiativbericht zur Bekämpfung des illegalen Artenhandels im Europaparlament zustimmen. Die Debatte hierzu findet am Mittwoch, 23. November, im Plenum statt.
„Viele geschützte Tier- und Pflanzenarten drohen, bald auszusterben, weil mit ihnen illegal gehandelt wird. Das fängt bei dem_der Tourist_in an, der sich eine Koralle als Souvenir mit Nachhause nimmt, bis hin zu organisierten Banden, die beispielsweise durch den Kauf und Verkauf von Elfenbein dafür verantwortlich sind, dass sich die Bestände von wildlebenden Elefanten dezimieren. Das sind alles schwere Verbrechen und deshalb sagt die Europäische Union diesem Treiben auch den Kampf an", erläutert der Amberger SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug.
Mit dem Initiativbericht zur Bekämpfung des illegalen Artenhandels, der am Donnerstag zur Abstimmung steht, unterstützen die Abgeordneten einen EU-Aktionsplan, den die EU-Kommission Anfang des Jahres vorgelegt hat. Dieser umfasst 32 Maßnahmen zur Eindämmung des illegalen Artenhandels, unter anderem dass die Korruption in den Herkunftsländern stärker bekämpft und die Bevölkerung durch Informationskampagnen auf das Thema aufmerksam gemacht wird.
Besondere Dringlichkeit hat die Bekämpfung des Elfenbeinhandels: Laut einer Zählung in Afrika verschwinden jährlich 8 Prozent der Elefantenpopulation durch Wilderei. Ihr Elfenbein wird weltweit verkauft und beispielsweise zur Herstellung von Kunstgegenständen und Schmuck genutzt. Erst vor wenigen Wochen wurden am Flughafen Berlin-Schönefeld große Mengen von Elfenbein sichergestellt.
„Wenn wir so weitermachen wie bisher und hier nicht endlich aktiv werden, dann wird es in wenigen Jahrzehten keine Elefanten in freier Wildnis mehr geben", resumiert Ertug.
„Es darf keinen Markt für Elfenbein geben - nur so kann die Jagd auf Elefanten effektiv eingedämmt werden“, erklärt Ertugs Kollegin Susanne Melior, Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit im Europaparlament.
Der illegale Artenhandel ist eines der lukrativsten organisierten Verbrechen. Schätzungen zufolge machen die Täter_innen jährlich Gewinne von bis zu 20 Milliarden Euro. Häufig steht der Handel in Zusammenhang mit Geldwäsche oder Drogen- und Waffenhandel. Ein breites Spektrum geschützter Arten - darunter Elefanten und Nashörner, Korallen, Schuppentiere, Tiger, aber auch wertvolle geschützte Holzarten - werden trotz Verbots ver- und gekauft. Das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES umfasst 35.000 geschützte Tier- und Pflanzenarten.