Bestürzt zeigte sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch aus Weiden über den durch die US-Army geplanten Abbau von Arbeitsplätzen der deutschen Zivilbeschäftigten an den Truppenübungsplätzen in Grafenwöhr, Vilseck und Hohenfels. „Die Zahl der deutschen Zivilbeschäftigten bei der US-Army steht aus meiner Sicht in engem Zusammenhang mit der Stationierung der US-Truppen und der Akzeptanz in der Bevölkerung.“ Die US-Army müsse dafür sorgen, dass sie auch weiterhin ein wichtiger Arbeitsgeber in der Region sei, so der SPD-Politiker. Die Bevölkerung habe sich über Jahre und Jahrzehnte hinweg mit dem Lärm durch den Übungsbetrieb abgefunden. Im Gegenzug sei auch die US-Army in der Verantwortung, ihren Teil für ein partnerschaftliches Miteinander zu leisten.
„Außerdem kritisiere ich die Informationspolitik der Verantwortlichen der US-Army. Noch am Freitag letzter Woche wurde der Umzug des 1st Battalion 214th Aviation Regimen von Landstuhl nach Grafenwöhr verkündet. Und nur eine Woche später kommt dann die Hiobsbotschaft“, reagiert Grötsch verwundert. „Ich habe mich bereits an die US-Botschaft mit der Bitte um Stellungnahme gewandt“, gibt der SPD-Abgeordnete bekannt. Seit vielen Jahren gäbe es ein ungeschriebenes Gesetz, wonach der Anteil der deutschen Zivilbeschäftigten bei 70% des gesamten Personals liegen soll, eben um die Akzeptanz in der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Durch die Streichung von 238 Stellen für deutsche Zivilbeschäftigte und die Aufstockung der Zahl der amerikanischen Zivilbeschäftigten um 53 Stellen werde diese bewährte Regelung aufgekündigt, zeigt sich Grötsch besorgt. „Ich freue mich über die Initiative des Grafenwöhrer Bürgermeisters Helmuth Wächter zur Einrichtung eines Runden Tisches mit allen Beteiligten. Ich werde selbstverständlich mit dabei sein, wenn es um die Rettung der Arbeitsplätze der deutschen Zivilbeschäftigten geht und zu gegebener Zeit auch deutliche Worte gegenüber den Verantwortlichen in der US-Army finden“, kündigt Grötsch an.