Stromverbrauch als „Herzschlag der Gesellschaft“ braucht einen neuen Takt

Veröffentlicht am 21.06.2012 in Veranstaltungen

Studie zur Stromversorgung Bayerns 2022 vorgestellt. v.l.: MdL Reinhold Perlak, Prof. Dr. Thomas Hamacher, MdL Ludwig Wörner, der OV-Vorsitzende aus Saal, Reinhard Schwikowski sowie AK-Sprecher Rainer Pasta

„Die Besten gewinnen die Zukunft!“
Prof. Dr. Thomas Hamacher präsentierte Studie zur Stromversorgung Bayerns im Jahr 2022

Mit dem 13. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes wurde am 30. Juni 2011 im Deutschen Bundestag der Ausstieg aus der Kernenergie bis zum Jahre 2022 beschlossen. Von den insgesamt 620 Abgeordneten stimmten 513 für die Annahme des Gesetzes. Damit ist ein energiepolitischer Konsens möglich. Energiepolitik muss langfristig angelegt sein, da die Investitionen in der Energiewirtschaft nur bei langen Lebensdauern wirtschaftlich attraktiv sind – und die Bürgerinnen und Bürger müssen bei den Entscheidungen zur Energiewende mit einbezogen werden. Aus diesem Grund gab die bayerischen SPD-Landtagsfraktion eine entsprechende Studie bei der Technische Universität München (TUM) in Auftrag, deren Ergebnis Prof. Dr. Thomas Hamacher und der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Ludwig Wörner, in Straubing, der Stadt der Nachwachsenden Rohstoffe, erstmals der Öffentlichkeit vorstellten.

Der Straubinger Landtagsabgeordnete Reinhold Perlak erinnerte in seiner Einführung vor einer Zuhörerschaft aus Wirtschaft und Politik an die nukleare Katastrophe im japanischen Fukushima, die die schwarz-gelben Regierungen sowohl im Bund als auch in Bayern zu einer Umkehr in der Energiepolitik veranlasste. Nur wenige Monate nach den von Union und FDP durchgesetzten Laufzeitverlängerungen wurden diese wieder rückgängig gemacht. „Für Bayern bedeutet die neuerliche Änderung des Atomgesetzes, dass spätestens Ende des Jahres 2022 mit Isar 2 das letzte bayerische Kernkraftwerk vom Netz gehen wird. Die Umsetzung des Atomausstiegs ist für den Freistaat Bayern besonders anspruchsvoll, da der Anteil der Kernenergie an der Nettostromerzeugung in Bayern bei 51,1% (Stand 2010) liegt. Dieser hohe Atomstromanteil ist auch das Ergebnis einer jahrzehntelangen einseitigen, verfehlten Energiepolitik“, so Perlak. Gerade der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, MdL Ludwig Wörner, habe viel Spott und Häme ertragen müssen, wenn er die Atomausstiegsszenarien der SPD, die schon lange vor Fukushima wusste, dass die gefahren der Kernenergie nicht beherrschbar sind, vertrat. Dafür erhielt Ludwig Wörner spontanen Applaus der Zuhörer.

Wörner betonte die Ernsthaftigkeit und Offenheit der SPD-Landtagsfraktion in Bezug auf die Entscheidungen zur Energiewende. „So ein Gutachten kostet Geld – und birgt die Gefahr, dass einem das Ergebnis nicht unbedingt gefällt“, so Ludwig Wörner, und fügte an: „Zumindest dann, wenn man den Wissenschaftlern vorher nicht sagt, was man als Ergebnis hören will!“ Die SPD setze bei der Energie auf regionale Lösungen, um möglicht die Wertschöpfung der Energiegewinnung vor Ort zu belassen. Deshalb sei die Studie so angelegt, dass bis in die einzelnen Landkreise hinein, Aussagen zu entsprechenden Weichenstellungen für die Politik möglich seien.

In der von der bayerischen SPD-Landtagsfraktion in Auftrag gegebenen Studie zeigt die Technische Universität München (TUM) auf, wie die Stromversorgung Bayerns im Jahr 2022 aussehen könnte. Dabei gibt die TUM – im Gegensatz zu vielen anderen Studien dieser Art – keine Prognose über die wahrscheinlichste Entwicklung ab.

Professor Dr. Thomas Hamacher bemühte für den Einstieg in seine Ausführungen, eine gewagte These: „Die Bürgerinnen und Bürger wollen Umstieg – dann müssen die Bürgerinnen und Bürger auch bereit sein, für den Umstieg zu bezahlen.“ Hamacher erinnerte auch daran, dass heutzutage Ingenieurlösungen nicht immer umsetzbar sind: „Bahnhöfe, Flughäfen, Trassen, Windräder – schnell keimt vielfältiger Widerstand auf“. Professor Hamacher sieht es als Herausforderung für die Politik – aber auch für Wirtschaft und Wissenschaft – an, die Menschen in die Entscheidungen zur Energiewende mit einzubeziehen.

Link zur Studie

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.