Frauen in der Rechten Szene

Veröffentlicht am 21.06.2012 in Veranstaltungen

Präsentierten die Ausstellung „Braune Schwestern“:v.l. Kirsten Reiter (SPD-Vorsitzende Langquaid), Robert Mehrl (SPD-Gemeinderat Langquaid), Madlen Melzer (SPD-Vorsitzende Schierling), Rainer Pasta (Sprecher SPD-Arbeitskreis Labertal), Armin Buchner (SPD-Gemeinderat Schierling)

„ Die Braunen Schwestern - Frauen in der rechten Szene“.

Die SPD-Langquaid und der SPD-Arbeitskreis Labertal luden zu einer Info-Veranstaltung über Frauen in der Neonaziszene in das Mehrgenerationenhaus in Langquaid ein. Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr und unterwandern auf unterschiedlichste Art die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut.

Kirsten Reiter, Vorsitzende der SPD-Langquaid, eröffnete die Veranstaltung und wies darauf hin, dass mittlerweile jeder fünfte Neonazi eine Frau sei. „Rechtsradikalismus sei keine Männerdomäne mehr“, so Reiter. In Organisationen wie dem „Ring Nationaler Frauen“ (RNF) werde versucht, nationalsozialistische Inhalte zu vergesellschaften und Frauen auf die Übernahme von politischen Ämtern vorzubereiten. Nationalistische und rassistische Ansätze aus dem Dritten Reich würden nicht verfremdet, sondern, wie zum Beispiel die Ehrung der Mutterrolle und die Abneigung gegen Ausländer, direkt übernommen. Zwar sei die Neonaziszene klar Männer dominiert, jedoch werden Frauen gerne in der Szene gesehen, da sie das radikale Image aufbessern.

Kirsten Reiter wies auf die durch den Kelheimer „Buchladen am alten Markt“ zur Verfügung gestellte Literatur hin. Besonders interessant sei das Buch „Mädelsache“. Die Politologin und freie Schriftstellerin Andrea Röpke beschreibe in ihrem mit dem Soziologen Andreas Speit veröffentlichtem Buch eindrucksvoll die Aktivitäten rechter Frauen.

Reiter dankte Rainer Pasta, dem Vorsitzender des SPD-Arbeitskreises Labertal, für die Organisation der Ausstellung „Die Braunen Schwestern“. Diese Ausstellung aus Österreich ist erstmals im Rahmen der Themenreihe des AK Labertal in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene. Pasta teilte mit, er wurde auf das Thema während einer Schulveranstaltung zu Neonazis in Deutschland aufmerksam gemacht, als eine Schülerin anfragte, ob es den auch Informationen zu Frauen in der rechten Szene gäbe. „Ich habe viel recherchiert, wurde aber erst in Österreich fündig und war froh, die Ausstellung zu dem Thema ausleihen zu können“, so Pasta.

Einen bewegenden Einblick in die rechte Frauenszene bekamen die Besucher über den dokumentarischen Kurzfilm „Neonazistinnen“, der von Andrea Röpke zusammen mit ‚Recherche Nord’ gedreht wurde. Eine Aussteigerin berichtete darin, dass nicht nur rechtes Gedankengut sondern oft auch die „Actionkultur“ und die Gruppen-Zugehörigkeit ein Gefühl der Stärke vermittle, das den Einstieg in die rechte Szene attraktiv mache. Nicht selten sei dabei ein Freund ausschlaggebend, der seine Freundin mit in die Gruppenveranstaltungen nähme. Laut Röpke dürfe man Frauen in der rechten Szene aber nicht nur als Mitläufer sehen. Die Bandbreite reiche vom „Heimchen am Herd“, dass „ dem Erhalt der weißen Rasse verantwortlich sei“, bis zur radikalen Kämpferin, die auch nicht vor Gewalt zurückschrecke.

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.