Von Mittwoch, 15. Januar bis Freitag, 17. Januar ist die SPD-Landtagsfraktion in Klausur. Traditionell findet sie im schwäbischen Irsee statt. Als letzte der vier Landtagsfraktionen berät die SPD zu Beginn des Jahres über die künftige politische Strategie und Ausrichtung.
Ein großes Thema bei der Klausur ist der Erhalt der Schulen vor Ort. „Gerade im ländlichen Raum ist eine Schließung einer Mittelschule fatal. Das bedeutet für die Schülerinnen und Schüler meist bereits am frühen Morgen eine Odyssee mit dem Bus“, kritisiert die Regensburger Bildungspolitikerin Margit Wild. Nicht nur gelte es Schulen vor Ort zu erhalten, um jungen Menschen kurze Schulwege zu ermöglichen, sondern gehe es auch darum, Orte durch den Erhalt von Schulen attraktiv für junge Familien zu machen. „Schulen sind auch Strukturpolitik. Wenn wir den ländlichen Raum nicht weiter entwerten wollen, müssen wir die Kommunen attraktiv halten“, meint die Regensburger Abgeordnete.
Die Problematik ist dringend: In ganz Bayern stehen nach einer Berechnung der SPD-Landtagsfraktion bis zum Schuljahr 2019/20 bis zu 149 Mittelschulstandorte vor dem Aus. Für die Oberpfalz gilt kein einziger Schulstandort als stabil und gesichert, 13 Standorte sind bedroht und zehn weitere absolut gefährdet. Gerade an Standorten wir Rötz, Grafenwöhr, Wald oder Michelsneukirchen bedeutet das eine enorme strukturelle Schwächung der gesamten Region. Dies macht sich bereits für das aktuelle Schuljahr konkret bemerkbar: vier Schulen, zwei Mittelschulen und zwei Grundschulen, wurden aufgelöst, an vier weiteren Schulen ruht der Schulbetrieb. An oberpfälzer Grund- und Mittelschulen werden im Vergleich zum vergangenen Jahr 959 Schülerinnen und Schüler weniger beschult, es gibt 41 Klassen weniger.
Die SPD habe hierfür konkrete Lösungsvorschläge: „Wir wollen bestehende Schulgebäude nutzen und in Zusammenarbeit mit Eltern, Schülerinnen und Schülern und Lehrenden eine Lösung und ein pädagogisches Konzept finden“, erklärt Margit Wild.
Zum Erfahrungsaustausch wurde der Baden-Württembergische Kultusminister Andreas Stoch zur Klausur geladen. „Baden-Württemberg ist strukturell mit Bayern vergleichbar, der Austausch mit Andreas Stoch war sehr interessant“, resümierte die Regensburger Abgeordnete. „Im Falle Baden-Württembergs sieht man sehr gut, was zu schaffen ist, wenn die Staatsregierung das Thema ernst nimmt“.