MdEP Ismail Ertug
© Europäisches Parlament 2010 "Auch wenn beim Zulassungsverfahren die Mitgliedstaaten und die Kommission das letzte Wort haben, haben wir in der heutigen Abstimmung ein deutliches Zeichen gegen den Anbau von GVO-Pflanzen gesetzt", freut sich der oberpfälzer SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug über das Ergebnis.
Studien der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) haben gezeigt, dass Schmetterlinge, die mit Pollen der Maissorte Pioneer 1507 in Berührung kommen, großer Gefahr ausgesetzt sind. Darüber hinaus ist die Anpflanzung dieses GVO-Mais vor allem deshalb bedenklich, da er auf den Einsatz des Herbizids Glufonsinat angewiesen ist, welches als fortpflanzungsgefährdend gilt und dessen Einsatz auch nach 2017 nicht genehmigt werden soll.
"Die langfristigen Effekte, welche der Anbau und Konsum von GVO auf Menschen und Umwelt haben können sind uns noch nicht ausreichend bekannt. Daher stehen die Regierungen der Mitgliedstaaten und die Kommission in der Pflicht, die EU-Bürger vor möglichen Risiken zu schützen", so Ertug abschließend.
Hintergrund: Zuletzt wurde in der EU 2010 eine gentechnisch veränderte Pflanze, die Amflora-Kartoffel, für den Anbau zugelassen. Der Europäische Gerichtshof ordnete jedoch im Dezember 2013 an, dass die Gen-Kartoffel vom Markt genommen werden muss. Die einzige andere GVO-Pflanze, deren Anbau in der EU zugelassen ist, ist die Maissorte Monsanto MON 810. Die Erneuerung der Zulassung für diese Maissorte ist jedoch seit Jahren ausständig.