Podiumsdiskussion am Mitwoch, den 30. Juni 2010

Veröffentlicht am 27.06.2010 in Veranstaltungen

Geiselhöring wehrt sich
Diskussion über politischen Extremismus im Nachgang zur Pilspub-Entscheidung

Alle Hände waren bei der Abstimmung über den Pilspub Birl zum Handzeichen erhoben: Selten ruft im Geiselhöringer Stadtrat ein Sachverhalt ohne weitere Diskussion ein solch klares Votum hervor wie bei der Ablehnung des Bauantrags für das Pilspub im Umfeld des Wikingerversands in Geiselhöring. Auch Josef Eisenhut, Fraktionschef der SPD im Stadtrat, betont: „Wir sind ganz klar der Meinung, dass der geplante Pilspub nicht genehmigt werden sollte. Jenseits von Gesetzeslage und Gewerbesteuer ist für uns das Wohl der Bürger, und ihr Wunsch, in einer friedlichen und freundlichen Gemeinde zu leben, ausschlaggebend. Und da gehört ein Pilspub, das der rechten Szene zugeordnet werden müsste, nicht hierher.“

Die thematische Auseinandersetzung mit politischem Extremismus in Geiselhöring geht darüber hinaus weiter: die Aktivitäten des im rechten Umfeld tätigen Wikingerversandes werden in Geiselhöring ebenso mit Skepsis beäugt wie die Reaktionen der linken autonomen Szene auf den Versandhandel.

Nun haben sich Stadt, Kirchen und die Ortsverbände der demokratischen Parteien in Geiselhöring zusammengefunden, um in Dialog zu treten über den gesamten Themenkomplex des politischen Extremismus. Wie kann sich Geiselhöring gegen Extremismus wehren? Wo lauern die Gefahren? Und was kann aus der Mitte der Gesellschaft heraus gegen sie getan werden?

Diesen Fragestellungen widmen sich am kommenden Mittwoch in einer Podiumsdiskussion der Regionalen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus Geiselhörings Bürgermeister Bernhard Krempl und Stadtpfarrer Josef Ofenbeck. Gemeinsam mit Josef Herzog, dem Leiter des Kommissariats für Staatsschutz bei der Kriminalpolizei Straubing, und der Neumarkter Vize-Landrätin Carolin Braun, ausgezeichnet für ihre Arbeit im Dietfurter Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus, sollen die Fragen erörtert und Handlungsbedarfe diskutiert werden.
Johannes Faden, der die Podiumsdiskussion in Zusammenarbeit mit Bürgermeister, Pfarrern und den örtlichen Vorständen von CSU, Freien Wählern und SPD organisiert, geht von einer spanndenden Diskussion aus: „Als wir die Idee einer Podiumsdiskussion einbrachten, sind wir bei allen Beteiligten schnell auf offene Ohren gestoßen. Das zeigt den Wunsch der Geiselhöringer nach Diskussion, und den Willen, hier zu handeln.“

Mediales Interesse für die Veranstaltung ist gesichert: Der Bayerische Rundfunk, der bereits im Vorfeld in diesem Zusammenhang über Geiselhöring berichtete, hat die Moderation der Diskussion zugesagt.

Die Veranstaltung findet am kommenden Mittwoch, den 30.06.2010, um 19:30 Uhr im katholischen Pfarrheim St. Peter in Geiselhöring, Viehmarktplatz 14, statt.

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.