Der AK Labertal ist nun auch gut mit dem SPD-UB Straubing vernetzt: stellv. UB-Vorsitzender Johannes Faden (Geiselhöring) mit dem neuen UB Vorsitzenden Heinz Uekermann sowie Rainer Pasta als Beisitzer für den AK LAbertal. Nicht auf dem Bild: Martin Kreutz, stellv. UB-Vorsitzender (Mallersdorf-Pfaffenberg)
Manfred Weber (CSU): „Wir brauchen das Zwischenlager nicht!“
Gegenrede: Bayern produziert Atommüll ohne Bedenken und will nun nichts mehr damit zu tun haben.
Erstaunt reagieren der SPD-Unterbezirksvorsitzender Heinz Uekermann, Rainer Pasta, Sprecher des AK Labertal und Johannes Faden, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Geiselhöring auf das Interview mit Manfred Weber (Europaabgeordneter und Bezirksvorsitzender der niederbayrischen CSU) im Straubinger Tagblatt. Darin war zu lesen, dass die CSU sich vehement gegen ein atomares Zwischenlager in Isar 1 wehre und dies auch früher schon gemacht habe, da vor allem die Dezentralisierung der Lagerung von atomaren Hinterlassenschaften in so genannten „Castoren“ unkalkulierbare Risiken berge.
"Tschernobyl hat damals schon gezeigt, wie gefährlich Atomenergie ist und was es in der Realität bedeutet, wenn es heißt: Ein Restrisiko bleibt immer", stellt Heinz Uekermann fest. Das war für den SPD-Unterbezirksvorsitzenden der richtige Zeitpunkt, einen Prozess des Umdenkens anzustreben, sich nochmals deutlich mit den Gefahren auseinander zu setzen und einzusehen, dass - egal wo - ein Restrisiko für Atomkraftwerke bleibe. Diesen Prozess hat die SPD glaubhaft durchgemacht. Für die Verantwortlichen in CSU, CDU und FDP scheint es, also müsste man jetzt auf den Druck der Öffentlichkeit reagieren.
„Die Ausführungen zum ‚gefährlichen Zwischenlager’ ist ein reines Ablenkungsmanöver und das werden die Menschen in der Region leicht durchschauen“ so AK-Sprecher Rainer Pasta, zu den Ausführungen Manfred Webers. „Auch wenn sich die CSU schon vorher gegen ein atomares Zwischenlager ausgesprochen hat, bedeutet das nicht, dass dies nur aufgrund von möglichen Risiken passiert ist, sondern vor allem weil man einfach in der Region solch ein atomares Zwischenlager nicht möchte. Nach dem Motto ‚Wir erzeugen den Atommüll – sollen sich doch die anderen damit herumschlagen’ waren die Verantwortlichen in der Staatsregierung immer schnell dabei den bayerischen Atommüll in Gorleben endzulagern. Das brachte bisher immer zuverlässig Wählerstimmen.“
Wenn doch, wie im Interview gesagt, Kernkraft Risiken berge und die CSU das schon immer wusste, wieso wurde dann einer allgemeinen Laufzeitverlängerung zugestimmt? Und wieso wurde immer wieder verkündet, dass die Atomkraftwerke in Deutschland sicher seien? Und warum waren bis vor Kurzem die ‚Castoren’ völlig unbedenklich und so sicher, dass sie einen Transport quer durch die Republik, trotz aller Gefahren, bedenkenlos antreten konnten? Das alles fragt sich Johannes Faden, SPD-Ortsvorsitzender aus Geiselhöring.
„Man muss sich vor Augen halten, dass – wenn Schwarz-Gelb es beim rot/grünen Ausstiegsplan belassen hätte und nicht einer Laufzeitverlängerung zugestimmt hätte - Isar 1 im Juni 2011 lt.Gesetze vom Netz gegangen wäre und eine wage Forderung jetzt, Isar 1 dauerhaft abzuschalten, gar nicht nötig gewesen wäre. Noch gibt es dafür keine gesetzliche Grundlage“, stellt Heinz Uekermann fest.
Auch wenn im Interview gerne darauf hingewiesen wird, dass Bayern unter den Entscheidungen der damaligen Regierung "zu leiden hat", ist das einfach nur lächerlich, wenn man bedenkt, wer in Deutschland den Ausstieg aus der Atomenergie vorangetrieben hat und wer sich bis vor Kurzen noch öffentlich und vor allem vehement dagegen gestellt hat“, so Johannes Faden. „Eins ist aber auf jeden Fall sicher: Den bayerischen Atommüll will auch niemand anderer haben.“
Da Niederbayern, laut Manfred Weber, als Flächenregion den Umstieg zur nachhaltigen Energieversorgung sicher schaffen kann, wäre das Festhalten am Ausstiegsplan genau das Richtige gewesen, auch um den Ausbau und die Unterstützung von erneuerbaren Energien voranzutreiben und damit sicherzustellen, dass Niederbayern so schnell wie es der Prozess zulässt, flächendeckend mit nachhaltiger Energie versorgt werden könne, stellt Rainer Pasta abschließend fest. „ Der Beschluss zur Laufzeitverlängerung hat diese Pläne nachhaltig zunichte gemacht.“