Netzwerkreport Nr. 116

Veröffentlicht am 26.07.2011 in Kreistagsfraktion

"Ein Gymnasium bauen, in das wir selber gerne gehen würden"

Nach vier Stunden Kreistagssitzung stand fest, dass der Kostenrahmen für das neue Gymnasium in Ergolding auf 32 Mio Euro gedeckelt werden soll. Vorausgegangen war eine detaillierte Vorstellung der Planung, des energetischen Konzepts, der Elektroplanung und der Außenplanung. Die erste Kostenberechnung ergab 34,4 Mio Euro, nach einer Optimierung durch das Planungsteam wurden die Kosten auf 33,9 Mio Euro reduziert. Der Hochbau-Ausschuss legte noch einmal Einsparungen fest, sodass in der Kreistagssitzung ein Kostenrahmen von 33,73 Mio Euro zur Diskussion stand. Der Kreisausschuss hatte in seiner Sitzung vom 25.07.2011 festgelegt, dass das Planungsteam nochmals die Kosten um 10% reduzieren solle und mehrheitlich wurde dann der Beschluss gefasst, dass sich der Hochbau-Ausschuss und die Projektgruppe mit den vorgestellten Kürzungsmöglichkeiten befassen sollen und die Kostendeckung bei 32 Mio Euro liegen soll. Der Antrag, die Kosten auf 30 Mio Euro zu deckeln, fand somit keine Mehrheit mehr. Energiekonzept Beschlossen wurde z. B. ein optimiertes Energiekonzept nach „ENEV 2009 +x“ anzuwenden. Somit kann der Nutzenergiebedarf bei Einsatz einer Wärmepumpe und durch den Aufbau von PV-Modulen von ca. 1.250 MWh / a (bei ENEV 2009) auf 667 MWh / a gesenkt werden. Ein Passivhausstandard hätte Mehrkosten von rund 1,4 Mio Euro verursacht. Einige Zahlen Um nachzuvollziehen, wie sich die Kosten für das Gymnasium zusammensetzen, hier einige Zahlen (gerundet) für verschiedene Bereiche: Erschließung 380.000 Euro Bauwerk 16,7 Mio Euro Technik 6,5 Mio Euro Außenanlagen 2,8 Mio Euro Ausstattung 1,7 Mio Euro Baunebenkosten 6,2 Mio Euro Für die Errichtung eines Chemiesaals sind 286.000 Euro angesetzt, ein Physiksaal schlägt mit 187.000 Euro zu Buche und die Errichtung des Biologietraktes wird mit 148.000 Euro angesetzt. Ein ausgeklügeltes Beleuchtungs- und Lüftungskonzept wurde für die Schule entwickelt, um zum einen ein angenehmes Raumklima zu schaffen, den Energiebedarf zu senken und für optimale Belüftung zu sorgen. Einsparmöglichkeiten gesucht Einige Einsparmöglichkeiten wurden dem Gremium heute noch vorgestellt, die dann vom Hochbau-Ausschuss bzw. von der Projektgruppe entschieden werden müssen. Beschlossen haben wir heute allerdings bereits, dass der Landkreis lediglich eine Zweifach-Turnhalle baut, die nicht erweitert werden kann. Somit muss die Turnhalle nicht so tief in den Boden versenkt werden, was letztendlich eine Kostenersparnis von 420.000 Euro bedeutet. Rund 25 einzelne Einsparmöglichkeiten wurden vorgestellt, wie z. B.
  • eine Verteilerküche anstelle einer Kochküche (- 36.500 Euro);
  • die Medienausstattung in der Turnhalle zu reduzieren (- 43.000 Euro);
  • die Lüftungsanlage in den Klassenzimmern durch eine natürliche Lüftung zu ersetzen (- 880.000 Euro);
  • Linoleum statt Parkett (-150.000 Euro);
  • Verzicht auf das Gerätehaus am Sportplatz (- 31.000 Euro);
  • Verzicht auf eine Bolderwand (- 66.640 Euro)
– in Summe beliefen sich diese Einsparmöglichkeiten (von denen einige sofort als abwegig erklärt wurden) auf rund 2,9 Mio Euro. Auch die Notwendigkeit einer Vierzügigkeit oder Dreizügigkeit wurde in manchen Diskussionsbeiträgen noch einmal hinterfragt. Statement der SPD-Fraktion Als SPD-Fraktion haben wir darauf verwiesen, dass angesichts der Tatsache, dass 81% der Eltern laut der Bildungsumfrage 2011 der Bertelsmann-Stiftung eine offene oder gebundene Ganztagsschule wünschen, die Vierzügigkeit wohl nicht infrage zu stellen ist. Bei sinkenden Schülerzahlen und steigender Nachfrage nach einem Ganztagsangebot können dank des innovativen Konzepts weitere Klassenräume zu Ganztagsräumen umfunktioniert werden. Wenn die Gymnasiasten in Stadt und Landkreis Landshut weniger werden, wird das neue Landkreis-Gymnasium aufgrund des modernen Standards sicher ausgelastet sein. Wenn stattdessen eine andere alte Schule umgenutzt oder geschlossen werden kann, ist das nur zum Vorteil für die künftigen Schülerinnen und Schüler, die dann auf eine zukunftsfähige Schule gehen können. Angesichts der angestrebten Deckelung erinnerte die Fraktionsvorsitzende Ruth Müller daran, dass man diesen Beschluss auch bei den Berufsschulen gefasst habe (gedeckelt auf 80 Mio Euro – z. Zt. stehen rund 100 Mio Euro im Raum). „Wir müssen eine Schule bauen, in die wir selber gerne gehen würden“, so das abschließende Fazit der SPD-Fraktionsvorsitzenden. In den weiteren drei Sitzungsstunden wurden dann noch verschiedene andere Punkte wie „Energiewende“, „Parkdeck“, „Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe“ bearbeitet.
 

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Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.