Marianne Schieder: Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Regensburg zu Gunsten der Oberpfalz
Zur gestern in Berlin mit einem Gutachten präsentierten Forderung von Deutscher Bahn und Industrie- und Handelskammer Regensburg (IHK), die Bahnstrecke von Hof nach Regensburg für den schnellen Güterverkehr zu elektrifizieren, erklärt die SPD-Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder:
"Ich begrüße es, dass endlich reelle Chancen bestehen, die Bahnstrecke zwischen Hof und Regensburg zu elektrifizieren. Dazu ist der erste wichtige Schritt, dass diese Strecke in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wird. Die Verhandlungen dazu laufen im Moment und bekommen von verschiedenster Seite Rückenwind."
"Klar ist auch, dass die Bahn dieses Interesse vor allem deshalb verfolgt, weil sie damit einen zusätzlichen, dringend notwendigen Nord-Süd-Korridor für ihren Güterverkehr schaffen kann. Es ist zu begrüßen, dass dadurch mehr Güter von der Straße auf die Schiene verlagert werden können.
Als SPD-Abgeordnete ist es mir aber besonders wichtig, dass gerade die Region von der Elektrifizierung profitieren muss. Daher ist einhergehend zu diskutieren, wie der Lärmschutz entlang der Strecke verbessert werden kann, wenn mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen ist. Ich will eine Lösung, die die Bewohner und Bewohnerinnen entlang der Gleise mit einbezieht.
Gleichzeitig darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Elektrifizierung und Verbesserung des Güterverkehrs bei richtiger Planung enorme Vorteile für die Region mit sich bringen kann. Bereits jetzt gibt es verschiedene Unternehmen entlang der Strecke, die gerne die Bahn für ihr Unternehmen nutzen oder bestehende Gleisanschlüsse gerne stärker auslasten würden. Die Oberpfalz kann als Wirtschaftsstandort enorm profitieren, wenn die Elektrifizierung von Anfang an mit den Firmen vor Ort geplant wird. Dies habe ich auch beim gestrigen Treffen in Berlin mit Vertretern der Deutschen Bahn und der IHK Regensburg deutlich gemacht.
Langfristig kann die Region als attraktiver Wirtschaftsraum sehr stark profitieren, wenn sie nicht nur durch A6 und A93 verkehrstechnisch erschlossen ist, sondern auch über eine zeitgemäße Bahnanbindung verfügt. Bereits heute zeigt sich, dass die Warenströme nicht einzig über die Straße geführt werden können. Eine Elektrifizierung der Gleisstrecke bringt eine Sicherung bestehender und die Möglichkeit zur Schaffung neuer Arbeitsplätze mit sich.
Die Elektrifizierung eröffnet aber gerade für den Personennah- und -fernverkehr neue Möglichkeiten, die genutzt werden müssen - sowohl von Bahn, als auch vom Freistaat. Dabei geht es nicht darum, von Nabburg drei Minuten schneller in Regensburg zu sein. Vielmehr wären die Orte entlang der Strecke durch die Elektrifizierung viel besser in den bayerischen Verkehrsverbund eingebunden. Es wären wieder mehr direkte Verbindungen über Regensburg hinaus möglich. Derzeit enden viele Verbindungen dort.
Unterm Strich ist eine Elektrifizierung der Strecke Hof-Regensburg einen enormen Gewinn für die Oberpfalz. Klar ist jedoch auch, ohne Elektrifizierung droht die Oberpfalz langfristig abgekoppelt zu werden. Wichtig ist, dass bereits bei der Planung alle erforderlichen Weichen zu Gunsten der Region gestellt werden. Als SPD-Bundestagsabgeordnete werde ich mich dafür stark machen."