Mit besserer Bildungspolitik gegen wachsende Altersarmut

Veröffentlicht am 09.05.2010 in Soziales

Oberpfalz gehört zu den Gebieten in Deutschland, in denen die niedrigsten gesetzlichen Renten bezahlt werden.

Nicht um Ängste zu schüren, sondern um die richtigen Schlüsse aus unliebsamen Fakten zu ziehen, haben die SPD-Landtagsabgeordneten aus der Oberpfalz zu einer Konferenz zur Problematik der wachsenden Altersarmut eingeladen. Prof. Ernst Kistler vom internationalen Institut für empirische Sozialökonomie (inifes), einer der Autoren und Koordinator des Zweiten bayerischen Landessozialberichts aus dem Jahr 2009 stellte hierbei die Erhebungen zur Entwicklung der Einkommen der jetzigen Rentnergeneration und der künftigen Neurentner vor.

Die Oberpfalz gehört demnach zu den Gebieten in Deutschland, in denen die niedrigsten gesetzlichen Renten bezahlt werden. Während im Jahr 2004 der Bundesdurchschnitt der gesetzlichen Rente bei 640 € im Monat lag, erhielt der Durchschnittsrentner im Landkreis Regensburg 600 €, im Landkreis Tirschenreuth 544 € und im Landkreis Schwandorf 538 €. Das Schlusslicht bildet der Landkreis Cham mit 511 €.

Wegen ausgebliebener Rentenerhöhungen und Erhöhung von Zuzahlungen sind die Rentenwerte zwischen 2003 und 2006 preisbereinigt um 5,1 % zurückgegangen. Da sich die Situation seit den Erhebungen zum Zweiten Landessozialbericht nicht verbessert, sondern eher verschlechtert habe, seien heute mindestens 18 % der Rentner von einem akuten Armutsrisiko bedroht, da sie weniger als 60 % des Durchschnittseinkommens an Renten beziehen.

Die Ursachen für diese bedrohliche Entwicklung seien vielfältig und in der Oberpfalz in erster Linie auf eine früher relativ geringe Beschäftigungsquote von Frauen, auf geringere Löhne als in den Ballungszentren und auf kürzere Erwerbsbiographien zurückzuführen. Auch wenn die gesetzliche Rente in einem durchschnittlichen Rentnerhaushalt nur etwa 50 % der Einkünfte ausmache und andere Einkünfte, z.B. aus Betriebsrenten, aus Vermietung und Verpachtung und Kapitaleinkünfte hinzukämen, bestehe ein akutes Armutsrisiko.

Private Zusatzversicherungen können nach Ansicht von Prof. Kistler den Trend zum Rückgang der Rentnereinkommen nicht aufhalten, da gerade diejenigen, die auf eine Zusatzversorgung angewiesen sein werden, diese in ihrer aktiven Zeit nicht ansparen können. Das Problem könne nur langfristig, durch verbesserte Bildung der jungen Generation und der damit verbundenen Chance auf höhere Einkommen und durch den Abbau prekärer Arbeitsverhältnisse, insbesondere im Bereich der Zeitarbeit, gelöst werden.

Genauso wichtig sei es, endlich einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen und den Rückgang der Lohnquote am Volkseinkommen zu stoppen. Es sei ungerecht und auf Dauer gefährlich für den Zusammenhalt der Gesellschaft, wenn nur noch die obersten zehn Prozent der Bevölkerung reale Einkommenszuwächse erzielen und alle anderen Verluste.

Für MdL Franz Schindler sei auch die Landespolitik gefordert. Es müssten alle Anstrengungen unternommen werden, um Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren zu können und allen Kindern die bestmögliche Bildung und Ausbildung zukommen zu lassen. Nach wie vor sei eine gute Bildungspolitik die beste Sozialpolitik und der sicherste Schutz vor Arbeitslosigkeit und Armut im Alter.
Dies ist auch ein politischer Schwerpunkt der stv. SPD-Landesvorsitzenden MdL Annette Karl und des Bildungspolitikers MdL Reinhold Strobl.

 

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Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.