Zur Anhörung „Frauen in Wissenschaft und Forschung“ im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung erklärt die zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion Marianne Schieder: "Die Expertinnen und Experten waren einhellig der Meinung, dass es mehr Verbindlichkeit in der Gleichstellungspolitik brauche, um die Zahl der Frauen in Wissenschaft und Forschung signifikant zu erhöhen. Der Druck muss weiterhin erhöht werden, um tatsächlich etwas zu bewegen. Selbstverpflichtungen helfen nicht weiter."
Bis 2020 besteht durch zahlreiche anstehende Personalwechsel bei den Professorenstellen die einmalige und historische Chance, etwas zu verändern.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Fachleute sich in der Anhörung für Zielquoten aussprach, die sich am Kaskadenmodell orientieren. Sie unterstützten damit die Forderung der SPD. Darüber hinaus braucht es unterschiedliche flankierende Maßnahmen, die auf einen Mentalitätswandel zielen. Die Wissenschaft muss erkennen, dass es von Vorteil ist, wenn mehr Frauen dort ihren festen Platz haben und mitgestalten. Alleine der Perspektivwechsel, der sich dadurch ergeben wird, bringt ungeahnte Vorteile.
Neben verbindlichen rechtlichen Vorgaben braucht es finanzielle Anreize, aber auch Sanktionen, um dem Genderaspekt in Wissenschaft und Forschung eine größere Bedeutung einzuräumen und nachhaltig etwas zu verändern. Darüber hinaus müssen insbesondere für Nachwuchswissenschaftlerinnen die Karrieren besser planbar werden. Dazu gehören bessere Arbeitsbedingungen im Mittelbau – insbesondere weniger Kurzzeitbefristungen - sowie eine deutlich zu verbessernde Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Viele Frauen sind immer noch gezwungen, sich zwischen wissenschaftlicher Karriere oder eigenen Kinder zu entscheiden.