Vor drei Jahren wurden die Berufsschulen in Bayern neu strukturiert. Das Thema wurde heiß diskutiert und war nicht unumstritten. Jetzt, in gebührendem Abstand zur Umsetzung der Reform, will die Regensburger Landtagsabgeordnete Margit Wild wissen, was die Neustrukturierung gebracht hat: „In meinem Antrag fordere ich die Staatsregierung auf, die Reform zu bewerten. Ich möchte wissen wie sich die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in den jeweiligen Beruf geändert hat und ob sich die Entfernungen für die Schülerinnen und Schüler zum Schulstandort geändert haben“.
Die Strukturreform sah vor allem eine Konzentrierung einzelner Berufsschulstandorte auf bestimmte Berufsbilder vor. So müssten beispielsweise Maurer entweder nach Cham, Schwandorf oder Neumarkt in die Berufsschule fahren. „Ich möchte wissen, ob dadurch die Attraktivität bestimmter Berufe abgenommen hat. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler mehr als eine Stunde quer durch die Oberpfalz fahren muss, um zu seiner Berufsschule zu kommen, überlegt man sich doch zwei Mal ob man die Ausbildung machen möchte oder nicht“, so Wild.
Letztlich sei auch die Frage, ob die Strukturreform teurer war als geplant. „Man muss das Geld nicht sinnlos aus dem Fenster werfen“, meint die Regensburger Abgeordnete. Wenn nach dem Bericht des Ministeriums im Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags klar werde, dass die Neustrukturierung nicht den gewünschten Effekt gebracht habe, müsse man die Reform auf den Prüfstand stellen, fordert Wild.