Laufzeitverlängerung dient lediglich den Kassen der Atomindustrie

Veröffentlicht am 07.09.2010 in Umwelt

MdB Marianne Schieder kritisiert Vorhaben der schwarz-gelben Koalition

"Statt ein umfassendes Energiekonzept zu erarbeiten, hat die schwarz-gelbe Regierung am Sonntag ein Geschenk für die Atomlobby gepackt", resümiert MdB Marianne Schieder über die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke (AKW). Auch wenn sich diese Koalition gerne als christlich-liberal bezeichne, so habe sie mit diesem Beschluss erneut gezeigt, wie unchristlich sie dagegen handle. Ihr Vorhaben gehe ganz klar zu Lasten der Gesellschaft und der nachfolgenden Generationen. Ganz zu schweigen sei von den unkalkulierbaren Risiken der Atomkraft für Mensch und Natur.

"Die zahlreichen Zwischenfälle in den deutschen Atomkraftwerken in den letzten Jahren lassen eigentlich keinen anderen Schluss zu, als so schnell wie möglich abzuschalten", fordert Marianne Schieder. Hinzu komme die immer noch ungeklärte Frage der Atommüllentsorgung. Statt hierfür eine vernünftige Entsorgungslösung zu präsentieren, habe man erst mal entschieden, das Müllvolumen zu erhöhen. Experten gehen davon aus, dass mit der Laufzeitverlängerung allein in Bayern bis zu zwei Millionen Kilogramm hochradioaktiver Atommüll zusätzlich anfallen werden. Neben den abgebrannten Brennelementen hätte eine derartige Laufzeitverlängerung auch noch 4500 Kubikmeter verstrahlte Betriebsabfälle zusätzlich zur Folge. "Die große Frage, wohin damit, bleibt unbeantwortet. Die CSU sagt lediglich: Wir wollen den Müll nicht. Sie sorgt aber andererseits dafür, dass noch mehr davon produziert wird.", kritisiert die Bundestagsabgeordnete die Union in Bayern.

Als Augenwischerei bezeichnet sie die mit der Verlängerung beschlossenen Zahlungen der AKW-Betreiber. "Die Sonderabgabe für erneuerbare Energien ist von der Bundesregierung zwar gewollt, aber mit der Atomindustrie noch nicht vereinbart. Schauen wir, was davon am Ende übrig bleiben wird", stellt Marianne Schieder fest. Außerdem müssten die Stromkonzerne ohne Laufzeitverlängerung viel mehr und viel früher in erneuerbare Energien investieren, um die eigenen Geschäftsfelder der Stromerzeugung abzusichern. Mit ihrem Beschluss lähme die Bundesregierung den Markt für erneuerbare Energien mehr, als sie durch die Sonderabgabe jemals anschieben könnte.

Fraglich bleibe auch die Brennelementesteuer, die auf sechs Jahre befristet werden solle und damit erheblich kürzer als die Verlängerung sei. Unterm Strich beschere die Kanzlerin und ihre Koalition der Atomindustrie erheblich höhere Einnahmen. Vor allem wenn man bedenke, dass jedes finanztechnisch abgeschriebene AKW pro Jahr etwa eine Milliarde Gesamtgewinn abwerfe. Da sei das angepeilte Gesamtvolumen für die Brennelementesteuer von 2,3 Milliarden Euro pro Jahr eher ein Betrag für die Portokasse.

"Bedenkt man dann noch, dass der Staat jährlich Millionen aus dem Bildungsetat in die Erforschung zur Entsorgung des Atommülls steckt, so hat die Regierungskoalition am Wochenende ein riesiges Geschenk für einige wenige beschlossen, das zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger sowie der Kinder dieses Landes geht", kritisiert die Bildungspolitikerin.

 

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Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.