Integrieren – nicht isolieren

Veröffentlicht am 02.05.2012 in Soziales

„Nicht zuletzt aus Dankbarkeit, dass wir selbst sicher in einer friedlichen Heimat leben dürfen, engagieren wir uns für die in unserer Heimatgemeinde untergebrachten Flüchtlinge aus Uganda, Nigeria, dem Senegal und der Republik Kongo“ – so brachten es SPD-Stadtrat Franz Gumplinger und Georg Fuchs von der Stadt Rottenburg auf den Punkt.

MdL Johanna Werner-Muggendorfer aus dem Landkreis Kelheim und die Kreis- und Fraktionsvorsitzende Ruth Müller hatten zu einem Besuchstermin im Rottenburger Asylbewerberheim eingeladen. Anlass war neben der aktuellen Situation der dezentralen Unterbringung im Landkreis Landshut auch die Tätigkeit von Johanna Werner-Muggendorfer im bayerischen Landtag.

Sie ist Mitglied im Petitionsausschuss und daher mit vielen Asylanträgen konfrontiert. Die Mitglieder des Petitionsausschusses reisten erst vor kurzem nach Südafrika, um Fragen der Menschenrechte, von Flucht und Vertreibung zu diskutieren. Klaus Hidde vom Ausländeramt des Landkreises Landshut betonte, wie wichtig es sei, Ansprechpartner vor Ort zu haben, da er die derzeit 11 Asylbewerber-Standorte in den 9 Landkreisgemeinden nicht alleine betreuen könne.

Angesichts der organisatorischen und logistischen Herausforderungen, die eine dezentrale Unterbringung mit sich bringe, seien auch die Landkreisgemeinden gefordert, sich einzubringen. Bei der Resolution der 35 Landkreisbürgermeister, die sich gegen eine zentrale Unterbringung in Geisenhausen ausgesprochen und für eine dezentrale Unterbringung plädiert hatten, seien wohl die Folgen nicht bedacht worden, stellte Ruth Müller fest.

Allerdings dürfe diese – für Asylbewerber und Bevölkerung – bessere Form der Unterbringung nicht dazu führen, dass alle Kosten, für die normalerweise der Bund zuständig sei, auf die Kommunen abgewälzt werden. „Wenn Deutschkurse angeboten werden, sei das eine tolle Sache“, so Johanna Werner-Muggendorfer, die kein Verständnis für die offizielle Regelung aufbrachte, dass solche Kurse für Asylbewerber eigentlich nicht vorgesehen seien. „Es schadet nie, eine Sprache zu lernen, egal ob jemand in Deutschland bleiben kann oder nicht“, so Muggendorfer. Man könne nicht auf der einen Seite Integration verlangen und auf der anderen Seite den Menschen die Hilfen nicht gewähren.

Stellvertretende Bürgermeisterin Rosa Lummer regte an, zur besseren Koordinierung feste Sprechzeiten in den Asylbewerberheimen durch das Landratsamt einzurichten, in denen offene Fragen geklärt werden könnten.

Lobende Worte fand auch Franz Gumplinger für die 19 Neuzugänge in Rottenburg, die aus Afghanistan, dem Senegal und Kongo und aus Uganda stammen: „Sie wollen sich integrieren und einige arbeiten bereits auf 1-Euro-Job-Basis in verschiedenen Einrichtungen in der Stadt Rottenburg mit“.

Einen Unterschied zur Massenunterkunft machte auch Klaus Hidde deutlich: „Bei uns hat jeder Mensch einen Namen und keine Nummer“. „Wir befürworten die dezentrale Unterbringung, aber die Organisation muss besser werden. Und aus den Fragen und Fehlern, die aufgetaucht sind, müsse man lernen, wie es besser geht. Auch, damit sich diese in anderen Gemeinden oder Landkreisen nicht wiederholen“, fasste es Ruth Müller zusammen.

Foto: Foto: Stadtrat Franz Gumplinger (3. v. l.), MdL Johanna Werner-Muggendorfer (4. v. l.) Klaus Hidde (5. v. l.) stv. Bürgermeisterin Rosa Lummer (7. v. l.), Bruno Helgert, SPD-Kreisvorsitzende Ruth Müller und Georg Fuchs von der Stadt Rottenburg (v. l.) trafen sich mit einigen Asylbewerbern in Rottenburg

 

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Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.