Schwimmunterricht an bayerischen Schulen kann nicht im notwendigen Umfang durchgeführt werden.
Seit mehr als zwei Jahren ist das Wasser im Mespelbrunner Schwimmbad abgelassen, weil die Einrichtung marode ist und schon lange für riesige Defizite sorgte. Eine millionenteure Sanierung des Bades im "Haus des Gastes" schien für die 2.200-Einwohner-Gemeinde mit ihrem Mini-Etat bisher aussichtslos. Was hat diese Nachricht mit der Oberpfalz zu tun? Auf den ersten Blick wenig – auf den zweiten Blick schon mehr. Gegenüber dem dortigen CSU-Abgeordneten hat nämlich Finanzminister Söder lt. Main-Echo von einem „Umdenken“ in seinem Ministerium berichtet, der zu einem „Durchbruch“ der Finanzierung führe.
"Verschiedene Gemeinden der Oberpfalz haben ebenfalls wie Mespelbrunn seit Jahren Probleme mit ihren Bädern", so MdL Reinhold Strobl.
Es gebe Finanzierungsschwierigkeiten – die dringend notwendigen Renovierungen würden deshalb immer wieder hinausgeschoben. Im Landkreis Amberg-Sulzbach sei das Naturbad in Schnaittenbach z.B. mit EU-Mitteln finanziert worden. Die Freibäder in Hirschau und Königstein erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit. Die kommunalen Schwimmbäder würden auch für den Tourismus und die Naherholung eine große Rolle spielen, so Strobl. Die Gemeinden/Städte Freudenberg, Rieden, Kastl, Illschwang, Hirschbach-Eschenfelden, Sulzbach-Rosenberg, Vilseck und Auerbach würden sich – soweit Reparaturen anstehen - ebenso wie Kümmersbruck mit ihrem Hallenbad über Finanzhilfen sicherlich sehr freuen. Die Staatsregierung bzw. die Fraktionen von CSU und FDP hätten jedoch leider seit Jahren SPD- Anträge hinsichtlich einer besseren Förderung von Bädern durch den Freistaat immer wieder abgelehnt.
Strobl – im Haushaltsausschuss als Berichterstatter für Bildung, Jugend und Sport sowie für den Einzelplan Gesundheit und Umwelt zuständig – betont, dass die nach wie vor hohe Zahl von Bäderschließungen der zunehmenden Zahl von Nichtschwimmern, vor allem auch unter Jugendlichen, Vorschub leistet. „Schwimmfähigkeit ist im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtig und wenn die bayerischen Kommunen seit Jahren nicht mehr in der Lage sind, die notwendigen Sanierungen und Betriebskosten zu bezahlen, kann auch der Schwimmunterricht an den bayerischen Schulen nicht im notwendigen Umfang durchgeführt werden. Doch gerade der Schwimmunterricht in jungen Jahren ist wichtig, um schlimme Badeunfälle zu verhindern.“ Aber auch für den Tourismus und die Naherholung für die eigene Bevölkerung würden Bäder eine große Rolle spielen.
Das Finanzministerium wolle in Mespelbrunn die Sanierung des „Haus des Gastes“ und damit auch das dortige Schwimmbad deutlich stärker fördern als bisher zugesagt, so wurde zumindest verkündet. Auch sei angekündigt worden, dass nun „die gesamten zuweisungsfähigen Sanierungskosten“ gefördert würden. Man kann nun gespannt darauf sein, ob es auch für die anderen Bädergemeinden solch erfreuliche Nachrichten geben wird oder nur für diese Gemeinde. Strobl: „Auf jeden Fall werde ich diesbezüglich in München einmal nachfragen. Den betroffenen Gemeinden empfehle ich, dies ebenfalls zu tun.“