Gründungsversammlung der Seliger-Gemeinde Regionalgruppe Niederbayern-Oberpfalz

Veröffentlicht am 20.11.2016 in Veranstaltungen

Gut vernetzt – die neue Vorstandschaft der Seliger-Gemeinde Regionalgruppe Niederbayern-Oberpfalz: Vorsitzende Rita Hagl-Kehl, MdB (4.v.re.), 2. Vorsitzender Bruno Dengel (3.v.re.), Kassiererin Karin Hagendorn (re.), Schriftführer Rainer Pasta (2.v.re.), die Revisoren Irene Ilgmeier (2.v.li.) und Christian Enders (5.v.li) mit Johanna werner Muggendorfer, MdL (4.v.li.), Seliger-Bundesvorsitzender Dr. Helmut Eikam (5.v.re) Landesvorsitzender Peter Heidler (6.v.re.), Jugendbeauftragter Jason Wirth (Mitte), SPD-Kreisvorsitzender Martin Kreutz und Martin Panten, stellvertretender Bundesvorsitzender der Ackermann-Gemeinde.

Schlüsselrolle im Herzen Europas bei der europäischen Integration

Neugründung der Regionalgruppe Niederbayern-Oberpfalz der Seliger-Gemeinde

Am vergangenen Samstag, den 19. November, fand im Landshuter Hof in Straubing die Neugründung der Regionalgruppe Niederbayern-Oberpfalz der Seliger-Gemeinde statt. Bundestagsabgeordnete Rita Hagl-Kehl wurde zur Vorsitzenden gewählt und  Bundesvorsitzender Dr. Helmut Eikam sowie Landesvorsitzender Peter Heidler freuten sich über die starke Vernetzung der neuen Regionalgruppe in der Region.

Landesvorsitzender Peter Heidler konnte eine ganze Reihe von Mitgliedern und hochkarätigen Gästen in Straubing begrüßen und stellte die Seliger-Gemeinde kurz vor. „Die Nachfolgeorganisation der Sudetendeutschen Sozialdemokraten steht für Werte, in einer Zeit wo Werte ins Wanken geraten sind“, so Heidler, der das Zusammenspiel von Flucht, Vertreibung, Ankommen in der neuen Heimat und Integration – gerade im Bezug zur aktuellen Flüchtlingspolitik darstellte. Zwar sei die aktuelle Zuwanderung nicht direkt vergleichbar mit der Vertreibung der Sudetendeutschen, aber Heidler sah viele Parallelen. Er verweis in seiner emotionalen Rede auf die Menschenrechte im Grundgesetz und bedauerte, dass aktuell „auch diese Werte infrage gestellt werden“. Heidler erinnerte an seine eigene Familie, die per Dekret von Österreichern (Böhmen) zu Tschechen und schließlich zu Deutschen erklärt wurden. Die Aufarbeitung der Geschichte dürfe nicht von Rache und Vergeltung geprägt sein, sondern vom Willen zum Neuanfang. In einer ganzen Reihe von Grußworten zeigte sich die Verwurzelung der Seliger-Gemeinde in der Region und die gute Vernetzung der neuen Regionalgruppe.         

Handlungskompetenz in Sachen Vertreibung und Integration bei der Seliger-Gemeinde verortet

Der Bundesvorsitzende der Seliger-Gemeinde, Dr. Helmut Eikam, freute sich über die Bereitschaft zum Engagement in der Regionalgruppe Niederbayern-Oberpfalz, aber auch über die große Vernetzung und die vielen Freunde, wie die Grußworte demonstrierten. Eikam beschrieb in seinem Impulsreferat die Probleme vieler großer Ortsgruppen, geeigneten und bereitwilligen Nachwuchs in den Vorstandschaften zu finden. Die Regionalgruppe Niederbayern-Oberpfalz sei ein hoffnungsvoller Schritt und vielleicht zeige sie den Weg zu größeren, funktionierenden Einheiten auf, denn es gelte weiter die Werte und Erfahrungen der Seliger-Gemeinde zu vertiefen und zu verbreiten.

Eikam gab einen kurzen historischen Überblick über die Entwicklung von der DSAP bis zur Seliger-Gemeinde, vor allem in Bezug auf den Widerstand gegen das NS-Regime und die Verfolgung der sudetendeutschen Sozialdemokraten unter Hitler. Eikam erinnerte dabei an die Solidarität der tschechischen und vor allem schwedischen Sozialdemokraten, die vielen GenossInnen das Leben gerettet habe.

Der Bundesvorsitzende der Seliger-Gemeinde stellte dar, dass die sudetendeutsche Sozialdemokratie, zumindest statistisch, die größte Sozialdemokratische Partei der Welt gewesen sei, denn von den 3,8 Mio. Einwohnern seien 90.000 Mitglied der Sozialdemokratischen Partei gewesen. Davon haben sich rund 30.000 in die neue BRD gerettet, wie die großen Veranstaltungen mit 35.000 und 25.000 Teilnehmern nach dem Krieg gezeigt hätten. Viele  Gründungen von SPD-Ortsvereinen – auch in der Region – gingen von zugewanderten Sozialdemokraten aus.

Eikam erklärte, dass die Seliger-Gemeinde vermehrt ihr politisches Gewicht einbringen werde, angefangen mit der aktuellen Europa-Proklamation, die, ausgehend vom Landesverband Bayern, auf der Bundesversammlung Anfang November einstimmig beschlossen wurde.  Wichtige Impulse zum weltweiten Thema Vertreibung, aber auch die nötige Handlungskompetenz, seien bei der Seliger-Gemeinde verortet. Der Kampf gegen den (selbst erlebten) Faschismus in Verbindung mit der Integration und dem Zusammenhalt Europas sehe er als zentrale Aufgabe der Zukunft. Dabei seien auch die Gründung einer politischen Gruppe der Seliger-Gemeinde in Tschechien und die enge Zusammenarbeit mit der Ackermann-Gemeinde u.ä. Gruppierungen Ziele für die Zukunft. „Freiheit und soziale Gerechtigkeit müssen mehr in unseren politischen Fokus gestellt werden“, so Eikam.

Schließlich ging der Seliger- Bundesvorsitzende auch noch auf die Benes-Dekrete ein. Das darin festgeschriebene Straffreiheitsgesetz, dass bei Verbrechen gegen Deutsche Straffreiheit garantiere, sei mit europäischen Werten nicht vereinbar und müsse von der Tschechischen Republik zurückgenommen werden. „Unrecht kann nicht einfach zu Recht erklärt werden“, so Eikam.

Neue Vorstandschaft der Regionalgruppe Niederbayern-Oberpfalz einstimmig gewählt

Peter Heidler und Bundesgeschäftsführerin Renate Slawik organisierten die Wahl der neuen Vorstandschaft der Regionalgruppe Niederbayern-Oberpfalz. Rainer Pasta stellte den Wahlvorschlag vor, der von den anwesenden Wahlberechtigten einstimmig beschlossen wurde. Zur neuen Vorsitzende der Regionalgruppe Rita Hagl-Kehl, MdB, aus Deggendorf gewählt. Bruno Andreas Dengel aus Obersüßbach fungiert als 2. Vorsitzender, Karin Hagendorn aus Hohenthann als Kassiererin, Rainer Pasta aus Geiselhöring als Schriftführer und als Revisoren wurden Irene Ilgmeier (Strasskirchen) und Christian Enders (Lappersdorf) bestimmt. Als Beisitzer wurden Bettina Blöhm (Deggendorf), Ulrike Streit (Passau), Bastiann Vergnon (Regensburg) und Erwin Hadwiger (Lappersdorf) gewählt.

Neue Homepage des Landesverbands Bayern

Abschließend stellten Bruno Dengel und Rainer Pasta die neue Homepage des Landesverbands Bayern vor. Ab sofort haben alle Ortsgruppen des Landesverbands Bayern die Möglichkeit sich auf der Homepage zu präsentieren bzw. einzubinden. Historische Begebenheiten, wichtige Persönlichkeiten und der „neue Weg“ der Seliger-Gemeinde sind, neben Links zum Bundesverband und zum Jugendbeauftragten, anwählbar. Die Homepage des Landesverbandes ist unter www.Seliger-Gemeinde-Bayern.eu  zu erreichen.

In Ihrem Schlusswort  bedankte sich die Regionalgruppen-Vorsitzende Rita Hagl-Kehl, MdB, die als Mitglied im Sudetendeutschen Rat zur Seliger-Gemeinde gekommen ist, für das entgegengebrachte Vertrauen und die Mitarbeit der anderen Vorstandskollegen. Sie erklärte die Schlüsselrolle der Region Niederbayern-Oberpfalz im Herzen Europas bei der europäischen Integration und betonte die Wichtigkeit zur Rückbesinnung auf die eigene Herkunft, „denn Menschen ohne Wurzeln sind in stürmischen Zeiten nicht standhaft, eben wie ein Baum ohne Wurzeln“. Die nächsten Termine seien das Seliger-Seminar im April und die Seminarreise nach Brünn vom 18.-21.5.2017.

Zu den Grußworten

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.