„Wenn wir Schutzsuchende, die vor Verfolgung, Krieg und Armut fliehen, schnellstmöglich in den Arbeitsmarkt integrieren wollen, dann ist ein gleichberechtigter Zugang zu Wohnraum, Bildung und gesundheitlicher Betreuung die logische Voraussetzung", kommentiert der SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug den Resolutionsentwurf.
"Wenn wir diesen Menschen, die sich eine Existenz in Europa aufbauen wollen, den Weg versperren, dann kann eine wirkliche Integration in unsere Gesellschaft nicht gelingen. Wir sollten die Geflüchteten dabei unterstützen, schnell ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erreichen. Deshalb ist die Integration in den Arbeitsmarkt zu gleichen Bedingungen auch mittel- und langfristig ökonomisch günstiger", so Ertug weiter.
Auf Drängen der sozialdemokratischen Fraktion greift die Resolution die Forderungen nach gleichberechtigtem Zugang zu Bildung und Weiterbildung, Wohnraum, gesundheitlicher Betreuung und Sozialschutz auf. Darüber hinaus soll es solide und transparente Verfahren zur Anerkennung von in Drittstaaten erworbenen Qualifikationen geben.
Am Dienstag, 5. Juli 2016 stimmte das Europäische Parlament über die Resolution ab.
„Wir Sozialdemokrat_innen im Europäischen Parlament lehnen die Schaffung von Sonderarbeitsmärkten für Geflüchtete entschieden ab. Nationale Mindestlöhne müssen auch für Geflüchtete gelten. Nur so verhindern wir Sozialdumping und einen Verdrängungswettbewerb zwischen den am stärksten benachteiligten Gruppen unserer Gesellschaft“, so Ertug und Jutta Steinruck, sozial- und beschäftigungspolitische Sprecherin der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament.
„Die bestehenden Europäischen Fonds können diese finanzielle Herausforderung nicht stemmen. Deswegen muss der Europäische Sozialfonds wieder zu seinem ursprünglichen Anteil von 25 Prozent der Kohäsionspolitik, also der Hauptinvestitionspolitik der EU, zurückgeführt werden“, fordert Ertugs Kollegin Jutta Steinruck weiter.
Gegen die Resolution, die auf den Initiativbericht des Beschäftigungsausschuss zurückgeht, stimmten erwartungsgemäß die rechten Fraktionen „Europa der Freiheit und der Nationen“ um Marine Le Pen (ENF) sowie die „Europäischen Konservativen und Reformer“ um Tories, PiS und Alfa (EKR).