FDP: Politik für die Reichen, Beleidigung für die Bedürftigen

Veröffentlicht am 12.02.2010 in Bundespolitik

Sigmar Gabriel: Westerwelle "zündelt am Gemeinwesen".

Welche Verachtung die derzeitige Führung der FDP, der selbsternannten „Partei der Besserverdienenden“, für die Solidargesellschaft in Deutschland in sich trägt wurde dieser Tagen deutlich. Die Aussagen von Merkels Vizekanzler Guido Westerwelle zur Neuberechnung der Hartz-IV-Sätze zeigen die ganze Erbärmlichkeit der neoliberalen Ideologie, die persönliche Bereicherung zum Kult und Solidarät mit den Schwächeren zur lästigen Unannehmlichkeit erklärt.

Angesichts rapide sinkender Umfragewerte für die FDP schlägt Guido Westerwelle zunehmend schrille Töne an. Ausgerechnet im Zusammenhang mit der notwendigen Neuberechnung der Hartz-IV-Sätze spricht er von "spätrömischer Dekadenz" - und beleidigt die Menschen in Deutschland, die am wenigsten haben. Scharf kritisierte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel die Einlassungen des Vizekanzlers und bleibt im Bild: Westerwelle zündele wie "Kaiser Nero": Am Staat und am Gemeinwesen.

Echte Leistungsträger der Gesellschaft lasse der FDP-Chef gleichzeitig im Regen stehen.
In einem Namensbeitrag in der "Welt" (10.02.2010) zog Westerwelle alle Register: Die derzeitige Diskussion um die Neuberechnung der Hartz-IV-Sätze trage "sozialistische Züge".

Er will nicht darüber reden, ob gegebenenfalls auch eine Anhebung notwendig sein könnte. Ärgerlich findet er auch Debatten um Steuersünder, die ihr Geld ins Ausland bringen. Ihn stören Bemühungen, die Verteilung in Deutschland zu optimieren. "Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein", glaubt Westerwelle.

"Der Mann weiß offensichtlich nicht mehr ein noch aus"

Darüber, dass ausgerechnet der Vorsitzende der Klientelpartei FDP, die volkswirtschaftlich hoch umstrittene Entlastungen für die Spitzenverdiener durchboxt, für seine bemerkenswerten Überzeugungen ein solches Bild wählt, wundert sich auch Sigmar Gabriel: "Der Mann weiß offensichtlich angesichts der Umfragewerte für die FDP nicht mehr ein noch aus", kommentierte der SPD-Vorsitzende auf Spiegel-Online.

Westerwelle habe offensichtlich vergessen, dass es die schwarz-gelbe Kohl-Regierung gewesen war, die den Spitzensteuersatz auf 53 Prozent getrieben habe. "Rot-Grün hat ihn dann auf 42 Prozent gesenkt." Mit seiner "Steuersenkungsorgie" versuche der FDP-Chef nun die höchsten Einkommen weiter zu entlasten. Bezahlen müssten das mittlere und niedrige Einkommen, die "von einer Steuerentlastung nichts haben – dafür aber Sozialabgaben zahlen. Und die werden sogar noch steigen", warnte Gabriel.

Nicht nachvollziehbar sei Westerwelles Sozialismus-Vorwurf im Zusammenhang mit der verfassungsgerichtlich vorgegebenen Neuberechnung der Hartz-IV-Sätze. Mit Sicherheit müsse mehr für Kinder getan werden. Und wenn ein transparentes Verfahren ergebe, dass die Sätze erhöht werden müssten, "dann ist es so", stellte der SPD-Vorsitzende fest. Dies als "spätrömische Dekadenz" zu bezeichnen, erinnere an Kaiser Nero. "Er hat am Staat gezündelt." Und Westerwelle "zündelt am Gemeinwesen".

Mindestlöhne: "Herr Westerwelle und die Union müssen das endlich kapieren"

Ebenso wichtig sei, im Niedriglohnsektor zu echten Verbesserungen für die Menschen zu kommen. Wenn Westerwelle von Leistungsträgern rede, habe er offensichtlich nicht die hart arbeitenden Menschen im Blick, die trotz Vollzeitjob nicht sich und ihre Familie ernähren könnten – "weil es keinen einheitlichen Mindestlohn gibt. Das rüttelt an den Grundfesten der Arbeitsgesellschaft", bekräftigte Gabriel. "Herr Westerwelle und die Union müssen das endlich kapieren."

 

Homepage SPD Bezirk Oberpfalz

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.