Europäisches Parlament diskutiert Kommissar László Andors Jugendgarantie
Der Kommissar für Soziales und Beschäftigung, der ungarische Sozialdemokrat László Andor, hat im EU-Parlament seine Pläne für eine europäische Strategie gegen Jugendarbeitslosigkeit vorgestellt. Viele Abgeordnete begrüßen die Pläne des ungarischen Kommissars. "Ausgerechnet die jungen Menschen in der EU sind am stärksten von Arbeitslosigkeit bedroht - in südeuropäischen Ländern betrifft das zum Teil mehr als die Hälfte der Jugendlichen", schildert Ismail Ertug, SPD-Europaabgeordneter für die Oberpfalz und Niederbayern, die dramatische Lage in Europa.
Als Teil des Maßnahmenpakets sieht Andor auch eine Jugendgarantie vor, die Jugendlichen innerhalb von vier Monaten nach Eintritt in die Arbeitslosigkeit eine Arbeitsstelle, einen Aus- oder Weiterbildungsplatz zusichern soll. "Wir Sozialdemokraten sind dafür, dass die Vorbildmodelle aus Österreich und Finnland in der gesamten EU Nachahmung finden. Nur wenn den Jugendlichen eine Perspektive gegeben wird, können wir soziale Stabilität garantieren", spricht sich Ertug entschieden für die Pläne des Kommissars aus.
"Gerade in Südeuropa muss jedoch eine Abkehr vom Spardiktat hin zu konjunkturfördernden Maßnahmen vollzogen werden. Ohne einen solchen Schritt hat die Jugendgarantie dort keine Chance", mahnt Ismail Ertug vor einer Fortsetzung der blinden Sparpolitik im Angesicht der Eurokrise.