Europäisches Parlament hat seine Macht genutzt

Veröffentlicht am 25.02.2010 in Europa

Dubioses Swift-Abkommen zu Fall gebracht

Im Februar hat die S&D-Fraktion gemeinsam mit den Liberalen das Swift-Abkommen zu Fall gebracht. Das Abkommen hätte den USA neun Monate lang einen umfassenden, uneingeschränkten Einblick in europäische Kontobewegungen gegeben. „Damit wäre die Privatsphäre massiv verletzt worden“, berichtet MdEP Ismail Ertug aus Straßburg. Mit dieser Abstimmung wurden zwei Signale gesetzt: Erstens gibt es im Parlament eine starke Koalition, die sich für den Schutz von persönlichen Daten und die Privatsphäre einsetzt. Die Konservativen (EVP) hingegen waren leider drauf und dran, dem
Interimsabkommen zuzustimmen, das der Rat vorschlagen hatte, und sich so zum Steigbügelhalter zu machen.

Zweitens hat das Parlament die Macht genutzt, die ihm der Vertrag von Lissabon neu jetzt einräumt Wir Abgeordneten sind nun in den Ausschüssen "Inneres und Justiz", "Landwirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raums" mit dem Ministerrat gleichberechtigt. Wir haben mit unserem Nein dieses neue Recht genutzt und demonstriert, dass die Minister der Mitgliedsländer nicht auf Biegen und Brechen ihre Positionen durchsetzen können, sondern die Ansichten der EU-Parlamentarier
ernsthaft in Erwägung ziehen müssen.

Das zweite große Ereignis der Woche war die Bestätigung der neuen Kommission: Das neue Team um den portugiesischen Präsidenten José Manuel Barroso hat Schwachstellen, war in den Anhörungen häufig zu unselbständig. Aber einige Kommissare gehen in ihre zweite Amtszeit (Oli Rehn, Andor Grosz, Joaquin Almunia, Viviane Reding sogar in ihre dritte). Voraussichtlich werden sie sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Wenn es Barroso gelingt, diese Leute zu einem Kernteam zusammen zu schweißen, und mit dem Parlament in wichtigen Fragen kooperiert,
kann sich europäische Politik in ihrem besten Sinn – nämlich: demokratisch, und ökologisch -, von nationalen Egoismen emanzipieren.

Wichtig ist, dass diese neue Kommission europäische Sozialpolitik gestaltet und damit aus der EU mehr macht als einen Binnenmarkt. Umweltschutz darf nicht so zerstritten angegangen werden wie wir es in Kopenhagen erlebt haben. Damit Europa im Konzert der Weltmächte USA und Russland sowie der aufstrebenden Wirtschaftsmächte China und Indien nicht untergeht, müssen wir in wichtigen transnationalen Themen auch grenzübergreifend handeln.
Die Sprache hier auf europäischer Ebene kommt manchmal sehr hochtrabend daher – muss sie zum Teil auch, weil der Interessenausgleich zwischen 27 Staaten diplomatisches Feingefühl erfordert. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es um handfeste Interessen geht – auch um unsere, für die es sich zu kämpfen lohnt.



Auftakt der Goldenen Straße

Politik ist das Bohren dicker Bretter“ sagte der Gründer der Soziologie, Max Weber. „Mit meinem Team bin ich angetreten, um unsere Region im europäischen Kontext ins rechte Licht zu rücken“, betont Ismail Ertug. Mit der Wander-Ausstellung „Die Goldene Straße – Rekonstruktion einer Kulturregion“ starten wir am 21. März mit der ersten Etappe eines grenzüberschreitenden Projektes, das nach innen ein Bewusstsein für unsere „goldene Geschichte“ schaffen und nach außen die kulturellen, touristischen und wirtschaftlichen Potenziale darstellen soll. Die Goldene Straße zwischen Nürnberg und Prag ist eine brach liegende Goldader – wir möchten, dass die Menschen unserer Region, Landwirte und Handwerker, Arbeitnehmer und Unternehmer, Händler und Kreative zusammen mit den Nachbarn in Böhmen mit dieser glänzenden Marke in ganz Europa wahrgenommen werden. An diesem Brett bohren wir hier in Brüssel und laden euch herzlich an, dabei vor Ort mitzuwirken.

Oberpfalz und Böhmen sind Teile unterschiedlicher Nationen, sie sind aber auch ein gemeinsamer kultureller Raum. Links und rechts der Grenze Burgen, Wälder und Menschen, die diese Region mit ihren Licht- und Schattenseiten als Heimat empfinden.

Dargestellt wird dies in der Wanderausstellung "Goldene Straße", zu deren Eröffnung am 21. März ich Sie herzlich einlade.

 

Homepage SPD Bezirk Oberpfalz

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.