EU-Kommissionsvorschlag für eine europäische Sicherheitsagenda überzeugt Sozialdemokraten nicht

Veröffentlicht am 30.04.2015 in Presse

Vor der Debatte zur europäischen Sicherheitsagenda am Dienstagnachmittag im Plenum des EU-Parlaments in Straßburg bemängelt Birgit Sippel, innenpolitische Sprecherin der europäischen Sozialdemokraten, dass es dem Papier an Ehrgeiz fehle: "Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Sicherheitsagenda beinhaltet zwar einige wenige sinnvolle Ansätze, wie etwa die Stärkung präventiver Maßnahmen und ein besserer Informationsaustausch zwischen den Strafverfolgungsbehörden, insgesamt aber bleibt sie hinter unseren sozialdemokratischen Erwartungen zurück."

So weigert sich die Kommission nach wie vor, eine Bestandsaufnahme aller bestehenden Maßnahmen im Bereich der inneren Sicherheit vorzulegen, obwohl das eine der zentralen Forderungen des Europäischen Parlaments ist.

Äußerst bedenklich ist für die Sozialdemokraten auch, dass die EU-Kommission sich nicht deutlich von einer Neuauflage der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung distanziert.

"Es gab ein klares Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Abschaffung der Vorratsdatenspeicherungs-Richtlinie. Trotzdem erteilt die Kommission der anlasslosen Massenüberwachung keine eindeutige Absage. Dies ist eine schlechte Symbolwirkung für den Grundrechtsschutz in Europa, besonders in Zeiten drohender nationaler Alleingänge in dieser Frage." kritisiert Ismail Ertug, SPD-Europaabgeordneter aus Amberg, den Kommissionsvorschlag.

Die Kommission legt zudem einen Schwerpunkt auf die effektivere Bekämpfung von Menschenschmugglern. Für Ertug und Sippel ist das angesichts humanitärer Tragödien im Mittelmeer mit hunderten von Toten eine falsche Priorität: "Menschenschmugglern muss ohne Zweifel das Handwerk gelegt werden. Wir müssen aber auch legale und sichere Wege schaffen, damit Schutzbedürftige nicht beim Seeüberweg ihr Leben aufs Spiel setzen müssen. Zudem ist es unserer Ansicht nach bedenklich, das Thema Migration in dieser Weise als Gefahr für Europa einzuordnen.“

"Unsere gemeinsame europäische Antwort auf organisierte Kriminalität und Terrorismus müssen die Instrumente des Rechtsstaats sein, den wir schützen wollen.", so Ertug und Sippel abschließend.

 

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Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.