Ertug: "EU-Kommission trägt Mitschuld am Abgasskandal" Mitgliedstaaten konnten Hersteller jahrelang ungestraft lassen

Veröffentlicht am 25.08.2016 in Presse

Neuer Stoff für den Untersuchungsausschuss zum Abgasskandal: Die Europäische Kommission hat eine schriftliche Anfrage zur Einführung von Strafzahlungen in den Mitgliedstaaten beantwortet; sie kam vom verkehrspolitischen Sprecher der Sozialdemokraten im Europaparlament, Ismail Ertug. Dabei geht es um Verstöße bei der Typgenehmigung von Pkws. Die Kommission gibt zu, erst 2013 und dann 2015 vorsichtig nachgefragt zu haben, ob solche Strafzahlungen überhaupt eingeführt wurden und wie die rechtlichen Regelungen dazu gestaltet sind.

"Es ist mir ein Rätsel, warum die Europäische Kommission bei dieser wichtigen Gesetzgebung so lange weggeschaut hat. Alle Mitgliedstaaten der EU hätten spätestens am 2. Januar 2009 bereits wirksame und abschreckende Strafen einführen müssen, um solche Betrügereien wie bei Volkswagen angemessen zu sanktionieren und vor allem um sie zu verhindern“, so Ismail Ertug. Die Kommission gibt nun zu, erst 2013, also vier Jahre nach der Frist, bei den Mitgliedsstaaten angefragt zu haben und ein weiteres Mal im Lichte des Abgasskandals im Oktober 2015. „Skandalös ist die Bilanz dieser Nachfrage: ein Verfahren gegen 23 Mitgliedsstaaten. Wenn über 80 Prozent aller Staaten, darunter auch Deutschland, eine Richtlinie nicht umsetzen, hat die Kommission eklatant versagt", kommentiert Ismail Ertug.

Das Mitglied im Untersuchungsausschuss des Europäischen Parlaments zum Abgasskandal (EMIS)   ergänzt: "Ich gehe davon aus, dass die Möglichkeit von angemessenen, drastischen Strafen abschreckend gewirkt hätte. Somit hätte der Betrug bei der Abgasmessung verhindern werden können. Die EU-Kommission, die sonst mit Vertragsverletzungsverfahren schnell bei der Hand ist, hat hier massiv geschlampt. Wenn es um den Schutz der Umwelt und der Gesundheit von Millionen Menschen geht, drückt die Kommission offenbar gerne ein Auge zu. Bei den Befragungen der Kommissare im Untersuchungsausschuss werden wir sehen, ob dahinter gar Absicht oder mangelndes Interesse standen. Klar ist für mich, dass die Kommission hier als Hüterin der Verträge voll versagt hat."

 

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Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.