Erneutes Flüchtlingsdrama in der Nacht auf Sonntag verpflichtet die europäische Politik zur Rettung

Veröffentlicht am 20.04.2015 in Presse

Vergangene Woche sind auf dem Mittelmeer mehr als tausend Menschen auf ihrem Weg nach Europa ertrunken. Für Ismail Ertug, SPD-Europaabgeordneter aus Amberg, führt uns dieses unvorstellbare Drama Europas Versäumnis vor Augen: „Es darf nicht einfach weiter weggeschaut werden und nur darüber nachgedacht werden, wie die Grenzen Europas noch besser gesichert werden können. Das kann und darf nicht die Lösung sein. Seenotrettung ist ein Gebot der Menschlichkeit" und fordert deshalb „Triton, die Nachfolgemission des Frontex-Seenotrettungsprogramms von Mare Nostrum, muss auf schnellstem Wege finanziell und operationell besser ausgestattet werden, damit nicht noch mehr Menschen auf offener See ertrinken müssen. Es darf keine Zwei-Klassen-Gesellschaft bei der Seenotrettung geben“.

Für den deutschen Innenminister Thomas de Maizière findet Ertug kritische Worte: „Wer Seenotrettung als Beihilfe für Schlepper begreift, der verdrängt die eigene Verantwortung. Das Sterben im Mittelmeer darf nicht als Abschreckung dienen. Menschen, die vor Krieg und Misere fliehen, finden immer einen Weg.“ und ergänzt: „Selbstverständlich ist die Bekämpfung von Schleppern von europäischer Seite wichtig, aber aufgrund der schwierigen politischen Lage gerade in Libyen ist dies momentan sehr schwierig und somit ist die Stabilisierung der Herkunftsländer als ein langfristiges Ziel anzusehen“.

 

Der aus Niederbayern stammende Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Manfred Weber (CSU), fordert eine Ausweitung der EU-Grenzschutzmission Frontex, ohne klares Bekenntnis, ob dies sich lediglich auf das humanitäre Mandat beziehe. Dies verdeutlicht für Ismail Ertug nur das, was in den letzten Tagen schon treffend von WDR Korrespondent Markus Preißformuliert wurde: an den Außengrenzen sind wir herzlos, grausam und mörderisch.

 

„Ich werde nicht müde zu wiederholen, was wir Sozialdemokraten schon seit langem fordern: eine bessere gemeinsame Flüchtlingspolitik der Europäischen Union ohne dabei die am meisten betroffenen Mitgliedsstaaten -darunter vor allem Italien- mit dieser Mammutaufgabe alleine zu lassen, die Schaffung sicherer und legaler Wege nach Europa sowie den Ausbau der europäischen Zusammenarbeit bei der Seenotrettung. Es liegt momentan an den Mitgliedstaaten dieser Schande für Europa ein Ende zu setzen. Ob der politische Wille hierzu wirklich da ist oder es sich nur um weitere Worthülsen der Betroffenheit handelt, das werden wir nach dem heutigen außerordentlichen Treffen der Innenminister sehen“, so Ismail Ertug abschließend.

 

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Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.