„Ein Angriff auf das Gemeinwohl“

Veröffentlicht am 16.11.2010 in Kreisvorstand

Abgeordneter Reinhold Perlak kritisiert bei der Kreis-SPD Haushaltsplanung

Ein katastrophaler Haushaltsplan ist nach Meinung der Landtagsopposition für die Jahre 2011 und 2012 zu erwarten – vor allem zu Lasten der wenig Begüterten. Diese Auffassung vertrat MdL Reinhold Perlak in der letzten Sitzung der Landkreis-SPD.

Kreisvorsitzende Ruth Müller hatte den früheren Straubinger Oberbürgermeister um einen Ausblick auf die Haushaltsentwicklung der nächsten Jahre gebeten. So war es nicht verwunderlich, dass der Redner sich vorrangig mit der finanziellen Ausstattung der Kommunen befasste. Nicht nur die Mittel für die ohnehin schon in einem desaströsen Zustand befindlichen Staatsstraßen würden in den kommenden Jahren zurückgefahren, sondern auch die Zuweisungen für die Gemeindestraßen. Besonders ärgerlich sei die Tatsache, dass eine Zurücknahme der Städtebauförderung um mehr als die Hälfte anvisiert sei. Dies wirke sich negativ auf die Erneuerung der gewachsenen Ortszentren aus und behindere nachweislich die Investitionsbereitschaft von privater Seite. Hinzu komme, dass die Bürger den Ärger über den zu erwarteten Stillstand keineswegs bei der Staatsregierung sondern immer nahe liegend bei den Bürgermeistern und Gemeinderäte ablüden.

Durch die von der Staatsregierung Ende September beschlossene nochmalige Verschärfung der Sperren werde beispielsweise von den Hochschulen, Universitäten und Bibliotheken eine finanzielle Vollbremsung verlangt. Das ist nach Perlaks Worten weder zumutbar noch erforderlich. Die Bildung sei der wichtigste Bereich für Zukunftsinvestitionen, deshalb, so der Abgeordnete: „Weg mit den Haushaltssperren für bayerischen Schulen und Hochschulen." Genauso unsinnig sei die einjährige Wiederbesetzungssperre bei den Finanzämtern: „Das kostet den Staat zehnmal mehr als er vermeintlich spart!", kritisiert Perlak die aktuellen finanzpolitischen Beschlüsse der Staatsregierung. Alle Maßnahmen zusammengenommen müsse man als Angriff auf das Gemeinwohl betrachten.

Die Landtagsfraktion der SPD habe angesichts der finanziellen Schwierigkeiten klare Alternativen aufgezeigt. Sie fordere neben der Rücknahme von Steuererleichterungen für Hoteliers eine Abgabe auf Finanzmarkt-Transaktionen. Daneben solle der Spitzensteuersatz um einen Prozentpunkt angehoben werden. Mit der sachgerechten Ausstattung der Finanzämter könne man mehr Steuergerechtigkeit herstellen und erreichen, dass auch die Begüterten gerecht zur Kasse gebeten würden. Einsparungspotential sieht Perlak dagegen im Etat des Ministerpräsidenten. Unter Seehofer hätten sich die Personalausgaben gegenüber dem ohnehin bereits aufgeblähten Apparat der Staatskanzlei zu Stoibers Zeiten nochmals um 17 Prozent erhöht. Auch bei den Auslandsreisen der Ministerriege könne gespart werden.

Das leidige Thema der Versorgung mit schnellem Internet auf dem Lande sprach anschließend der Bucher Bürgermeister Franz Göbl an. Viele Gemeinden spürten den Standortnachteil durch das Fehlen dieser wichtigen Infrastrukturmaßnahme inzwischen bei Verhandlungen um die Neuansiedlung von Gewerbe hautnah. Reinhold Perlak vertrat die Meinung, der angebliche Hightech-Staat Bayern sei durch seine Passivität auf diesem Gebiet zum rückständigsten Bundesland geworden. Auch die oftmals belächelten Österreicher gingen hier mit gutem Beispiel voraus. Dort habe man sich entschlossen, die Leistungen für das DSL landesweit auszuschreiben.

Angesichts der Brisanz dieses Themas schlug die Kreisvorsitzende Ruth Müller vor, speziell zum Thema „DSL im Landkreis Landshut“ im kommenden Jahr eine kommunale Fachkonferenz vorzubereiten.


Bildunterschrift:

Der Landtagsabgeordnete Reinhold Perlak (stehend) mit den SPD-Kreisvorsitzenden Ruth Müller (links) und Kerstin Schanzer mit Mitgliedern der Vorstandschaft.

 

Homepage SPD Landkreis Landshut

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.