Ismail Ertug mit Martin Schulz (Bild: Jürgen Herda ©) MdEP Ismail Ertug zu den verkehrspolitischen Folgen der beendeten Luftraumsperre
"Die Vulkanwolke wird verpuffen, die Erkenntnis aber muss bleiben: Dass ein dichtes, gut ausgebautes und ausbalanciertes europäisches Verkehrsnetz nicht Luxus ist, sondern Notwendigkeit", erklärt Ismail Ertug, Mitglied des Verkehrsausschusses, anlässlich der Luftverkehrskrise, die der Vulkan Eyjafjallajökull auslöste. In einer kurzfristig angesetzten Plenumsdebatte diskutierten Ertug und jene Kollegen, die es ebenfalls rechtzeitig nach Straßburg geschafft hatten, wie gestrandeten Passagieren schnellstmöglich geholfen werden kann und wie künftige Krisen europäisch bewältigt werden können.
"Wirtschaftliche Interessen der Flughäfen und Fluggesellschaften, so berechtigt sie sind, gehen nicht über die Sicherheit der Passagiere", stellt Ertug klar. "Ob ein Flugzeug startet oder nicht, entscheiden nicht Politiker und nicht Unternehmer, sondern die Experten der Flugsicherung des jeweiligen Landes in Absprache mit ihren europäischen Kollegen", schildert Ertug das aktuelle Entscheidungsverfahren, das der Rat der Verkehrsminister am Montag per Videokonferenz beschlossen hat.
"Wenn der Ausbruch eines gezeigt hat, dann dass wir mehr Europa brauchen", ergänzt Ertug "nicht nur für einen gemeinsamen Katastrophenschutz, der schnell und grenzübergreifend wirkt. Beispielsweise die Testflüge und damit die Arbeit von Eurocontrol und dem Rat hätten nicht erst fünf Tage nach Ausbruch des Vulkans beginnen dürfen."
Aber auch in der Verkehrspolitik fordert Ertug "mehr Europa: "Schienenverkehr und Binnenfahrt dürfen weder von der Kommission noch von den Mitgliedsstaaten, die leider in der Umsetzung der Eisenbahnrichtline hinterher hinken, noch stiefmütterlich behandeln", weist Ertug "eine Schwachstelle bisheriger europäischer Verkehrspolitik" hin. "Auch der einheitliche Luftverkehr ("Single European Sky") muss mit mehr Konsequenz vorangetrieben und zu einem Ergebnis geführt werden", so Ertug.